Elektroautos gelten als wichtiger Baustein gegen den menschengemachten Klimawandel. Eine neue Studie aus China legt nun nahe, dass sie noch einen weiteren Effekt haben könnten: Sie haben möglicherweise Hunderttausenden Menschen das Leben gerettet, weil die Luft sauberer geworden ist.
Welche Ergebnisse haben die Forscher veröffentlicht? Dass Elektro- und Hybridfahrzeuge weniger CO₂ bzw. keinen ausstoßen als Verbrenner, ist bekannt. Forscher wollten nun wissen, welchen Einfluss die zunehmende Verbreitung von E-Autos auf die Luftqualität in China hatte.
Dafür untersuchten sie die Entwicklung in 150 chinesischen Städten und verglichen die tatsächliche Luftqualität mit einem Szenario, in dem die Fahrzeuge weiterhin ausschließlich mit Benzin oder Diesel gefahren wären. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Die Konzentration von Kohlenmonoxid soll um rund 30 Prozent gesunken sein, während die Belastung mit Feinstaub (PM2,5) um mehr als 23 Prozent zurückging (Nature).
Besonders bemerkenswert ist die Schätzung der Forscher, dass zwischen 2020 und 2024 etwa 262.000 vorzeitige Todesfälle verhindert worden sein könnten – durch weniger Sterblichkeit bei Lungenkrebs, Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen sowie Schlaganfällen. Die Wissenschaftler führen diesen Effekt vor allem auf die geringere Belastung durch gesundheitsschädliche Schadstoffe in den Städten zurück. (via TechRadar)
Ähnliche Tendenzen zeigten bereits frühere Studien aus den USA und China: In Regionen mit hoher E-Auto-Dichte sanken die Schadstoffwerte messbar. In manchen kalifornischen Gebieten etwa ging die Stickstoffdioxidbelastung um knapp 4 Prozent zurück. Profitiert haben davon vor allem städtische Zentren; ländliche Regionen hingegen verzeichneten deutlich geringere Effekte. (The Lancet & IOP Science)
Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist Luftverschmutzung nach wie vor das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in der Europäischen Region wie auch weltweit. (WHO)
E-Autos auf die 1?
Ist das der endgültige Beweis, dass Elektroautos besser sind? Die Ergebnisse sprechen für Elektroautos, aber das Bild ist nicht nur rosig. Denn während Elektroautos auf der Straße weniger Abgase produzieren, entstehen Probleme woanders: bei der Herstellung der Batterien. Die brauchen Rohstoffe, deren Abbau oft problematisch ist. (Journal of Energy Storage)
Allerdings tut sich da einiges. Hersteller arbeiten an besseren Lösungen, Recycling wird größer und die Kosten sinken spürbar. Berichten zufolge könnte ein Batterietausch bald günstiger sein als manche Reparatur beim Verbrenner. (IEA Global Outlook 2024)
Was haltet ihr von der Studie aus China? Sind die gesundheitlichen Vorteile sauberer Luft für euch ein starkes Argument für Elektroautos – auch in Anbetracht der endlichen Ressourcen? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!
Während Befürworter anhand der Studienergebnisse auf Vorteile für Klima und Gesundheit verweisen können, wird gleichzeitig intensiv über Batterien, Rohstoffe und Sicherheit diskutiert. Ein anderes großes Problem hat ein chinesischer Hersteller bereits gelöst: Ab Mitte 2026 dürfen Batterien weder Feuer fangen noch explodieren. Der weltgrößte Batteriehersteller CATL ist das erste Unternehmen, das die neueste chinesische Sicherheitsnorm erfüllt.
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