Final Fantasy XIV: Süße Fanseite war wohl Höllenloch für Frauen

Bei Final Fantasy XIV muss sich der Chefredakteur der Fanseite „The Moogle Post“ harsche Anschuldigungen anhören. Eine Gruppe von Frauen wirft ihm vor, Mitarbeiterinnen sexuell belästigt zu haben. Er habe Wesenszüge eines Soziopathen gezeigt.

Was ist „The Moogle Post“? Das ist ein digitales Gilden-Magazin, das jeden Monat eine Ausgabe mit Artikeln herausgibt. Man schreibt Guides, beschäftigt sich mit Housing, Cosplay und dem, was Final-Fantasy-XIV-Spieler so interessiert. Dazu gibt es eine Webseite mit weiteren Artikeln. Es ist ein Hobbyprojekt, das Fans aktuell mit etwa 200$ über Patreon im Monat unterstützen. Man merkt, wieviel Liebe und Energie drinsteckt, wenn man durch die Ausgaben scrollt. Hier geht es zur Juni-Ausgabe der Moogle Post.

Moogle-Post

Chef-Redakteur tritt zurück: Vor wenigen Tagen trat der Chef-Redakteur des Magazins, Oldbear Stormborn, aber zurück. Die neue Chef-Redakteurin distanzierte sich von ihm. Denn es wurden heftige Anschuldigungen gegen den Editor-in-Chief laut.

Fanseite war „Jagdrevier“, Frauen waren die Beta

Gruppe von Frauen erhebt Anschuldigungen: Eine Gruppe von Frauen sagt, sie sei seit 2013 von Oldbear Stormborn manipuliert, gegeneinander ausgespielt und sexuell belästigt worden. Sie bezeichnen ihn als „Sexual Predator“. Er habe seine Gilde auf dem Server „Adamantoise“ und „The Moogle Post“ in sein Jagdrevier verwandelt und dort jungen, energiegeladenen Frauen aufgelauert und sie belästigt.

Frauen merken, dass sie das gleiche Schicksal teilen: In der Darstellung der Frauen litt jede einzeln unter den Manipulationen des Mannes. Der hat sie wohl mit der Liebe zum MMORPG „Final Fantasy XIV“ und der Community geködert. Dann nahm er in Chats persönlichen Kontakt zu ihnen auf und spielte seine Spielchen. Da geht es um Kontrolle, emotionale Erpressung und Ego-Streicheleinheiten. Erst als sich die Frauen untereinander vernetzten, merkten sie, dass alle unter den gleichen Mustern litten. Sie sagen gar, einige von ihnen hätten nach der Begegnung mit ihm eine Therapie gebraucht.

Tweets und Podcasts: Die Frauen veröffentlichen über einen Twitter-Account einzelne Mitschnitte von Gesprächen mit Oldbear Stormborn. In einer Reihe von Podcasts erzählen sie ihre Geschichte. Das ist hartes Zeug. Sie weisen daraufhin, dass ständig Frauen aus der „Moogle Post“ oder der Gilde ausgeschieden seien.

Angst vor Erpressung: Nach eigenen Aussagen, war es für die Frauen ein schwieriger Schritt an die Öffentlichkeit zu gehen, da der Chef-Redakteur „belastendes Material“ über sie habe. Also sexuell eindeutige Bilder oder Videos. Sie rechnen damit, dass dieses Material bald über einschlägige Kanäle veröffentlicht werde. Außerdem klagen sie, dass immer noch Frauen unter der Kontrolle des Mannes stünden. Die versuchten nun, sie zu erpressen.

„Harvey Weinstein der Moogle Post“: Die Community reagiert gespalten:

  • Manche zeigen sich solidarisch und bewundern die Frauen, dass sie den Mut haben, an die Öffentlichkeit zu gehen. Sie berichten von eigenen Erfahrungen.
  • Andere denken, wenn der Nacktbilder über sie habe, müsse da ja ein Einverständnis vorgelegen haben.

Harvey-Weinstein

Hollywood-Produzent Harvey Weinstein.

Ein Nutzer spricht vom „Harvey Weinstein der Moogle Post“. Weinstein war ein mächtiger Hollywood-Mogul, der seine Machtposition genutzt hat, um sexuellen Gefälligkeiten von Frauen zu erpressen, die auf sein Wohlwollen angewiesen waren.

Das ist der Twitter-Account, unter dem sich die Frauen zusammengeschlossen haben.

Hier sind die Podcasts, in denen die Frauen ihre Geschichten erzählen.

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