Everspace zahlt 10.000 Euro an Streamer: Der „ist ein verdammter Idiot“

Um Aufmerksamkeit zu generieren, setzte Everspace auf Influencer. Doch da wurde viel Geld in „schlechte Streamer“ versenkt. Das erzählen die Entwickler im Plauderton.

Entwickler wollen mit ihren Spielen Aufmerksamkeit erregen. Was über gewöhnliche Werbung immer schlechter gelingt, ist oft durch „Influencer“ möglich, wie etwa durch YouTuber oder Twitch-Streamer. Deshalb wenden sich die Entwickler an spezielle Agenturen, die ihnen dann Streamer vermitteln, die wiederum ihr Spiel eine Zeit lang gegen Bezahlung zocken.

Wenn der Streamer ein großes Publikum hat, erreichen die Entwickler so eine große Masse an potenziellen, neuen Spielern.

Allerdings sollte man bei der Auswahl der Streamer darauf achten, dass es sich nicht um „verdammt Idioten“ handelt.

Everspace Screen 2Das haben die Entwickler von Everspace nämlich kennengelernt. Die hatten eine Agentur damit beauftragt, Streamer herauszusuchen, die sich für die Vermarktung des Spiels eignen.

„Der teuerste Stream, für den wir bezahlt haben, war 5.000 € pro Stunde und wir mussten ihn für zwei Stunden buchen. Sein Eröffnungssatz war „Ich muss jetzt aufhören, Destiny 2 zu spielen“, denn ich bin jetzt auf einem gesponsertem Stream um ein Weltraum-Spiel zu zocken, auch wenn ich keine Weltraum-Spiele mag.“

Damit endete es noch nicht, denn laut Michael Schade, einem der Entwickler, „spielte er [der Streamer] wie ein Idiot, wie ein verdammter Idiot“.

Kein Wunder, dass Schade das als „Desaster“ ansieht und sicher alles andere als förderlich für Everspace war.

Von 20 YouTubern und Influencern, die Everspace bezahlt hat, waren am Ende 3 bis 5 gut und haben funktioniert. Der Rest war okay oder eine Katastrophe.Everspace Screen 3

Trolle wollen gefüttert werden, sind gute PR

Grundsätzlich ist Everspace aber gut darin, soziale Medien für sich zu nutzen – dabei schrecken sie auch nicht vor Methoden zurück, die man in Deutschland wohl als „Fake News“ bezeichnen würde.

So gab es etwa ein Bild auf Twitter und Facebook, bei der man eine Menschenmenge vor dem Eingang zur Indie-Messe „Rezzed“ sah. Dies kommentierten die Entwickler mit „So viele Sci-Fi-Fans können es nicht abwarten, endlich Everspace auf der PS4 zu spielen“ – was gnadenlos gelogen war. Wohl nur die wenigsten Leute auf dem Bild wussten zu diesem Zeitpunkt, was Everspace überhaupt ist, oder dass es auf der Messe vertreten sein würde.

Auf Twitter brachte das Pic zwar kaum was. Schade sagt aber, dass es auf Facebook durch die Decke ging und 725.000 Views generierte.

Auch abgesehen davon setzt Everspace inzwischen eher auf kleinere Streamer und erlebt größeren Zuwachs, als wenn sie größere Influencer bezahlt hätten.

Feed the trolls und lass die Community die Arbeit machen

Trolle sieht Schade übrigens als die besten Marketing-Freunde an. „Oft sagen Trolle etwas, das sie nicht völlig durchdacht haben oder es ist einfach nur provokativ, aber das befeuert die Diskussion. Das bedeutet mehr Traffic und mehr Traffic bedeutet mehr Wahrnehmung auf Plattformen, die auf Traffic basieren.“

Sein Tipp: „Feed the Trolls.“ Wenn negative Reaktionen kommen, solle man sich zurückziehen und die Community die Arbeit übernehmen lasse. So ging es Everspace mit einem negativen Review von YouTuber „Total Biscuit.“ Der mochte das Spiel zwar nicht, aber bescherte Everspace eine Menge kostenlosen Traffic auf Steam und Reddit.

Immerhin scheinen die Entwickler und Marketing-Leute von Everspace „das Internet“ verstanden zu haben und wie sie auf sich aufmerksam machen.


Was für Erfolge „gute“ Streamer feiern können, das sieht man an „Ninja“ – der greift jeden Monat 500.000$ ab.

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Quelle(n): vg247

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