Ein Eltern-Ratgeber hat sich die Inhalte eines deutschen YouTubers und Twitch-Streamers angeschaut und befindet sie für gefährlich. Das trifft ausgerechnet ein Urgestein in Sachen Let’s Plays.
Vor wem warnt der Eltern-Ratgeber? Der Eltern-Ratgeber FLIMMO beschäftigt sich regelmäßig mit Inhalten und schätzt für Eltern ein, inwiefern diese Inhalte gut für ihre Kinder sein sollen. In einem Beitrag aus Dezember 2024 schreiben sie auf ihrer Website über den YouTuber und Twitch-Streamer Erik „Gronkh“ Range.
Er ist ein echtes YouTube-Urgestein, da er seine ersten Videos im Jahr 2010 hochlud und eine ganze Generation an Menschen mit seinen Let’s Plays prägte. Nicht nur auf seinem YouTube-Kanal ist er für seine über 5 Millionen Abonnenten aktiv, sondern auch auf Twitch-Kanal. Hier hat er über 1,7 Millionen Follower und durchschnittlich bei einem Stream 19.178 Zuschauer (via sullygnome).
Seine Inhalte drehen sich rund um Gaming, doch auch die ein oder andere Reaction auf aktuelle Videos findet in seinen Livestreams statt. Genau diese Inhalte stuft FLIMMO teilweise als „bedrohlich“ ein.
Wir stellen euch Gronkh und seinen Werdegang in unserem Video vor:
„Für Kinder ungeeignet“
Was schreibt FLIMMO? FLIMMO ordnet Gronkh und seine Inhalte unter der Farbe Rot in ihrer Ampel ein. Das steht dafür, dass die Inhalte „überfordern, verunsichern oder ängstigen können“ und bezeichnen sie somit als „für Kinder ungeeignet“ (via FLIMMO).
Als positiv empfindet FLIMMO, dass Gronkh seine Hobbys vorstellt und Kindern somit Ideen für ihre eigene Freizeit gibt. Negativ sind allerdings gleich drei Punkte:
- Produktempfehlungen: Da Gronkh auch Werbung in seinen Let’s Plays oder Twitch-Streams macht, sieht das FLIMMO als problematisch an. Kinder soll es nicht immer möglich sein, zu erkennen, dass es sich um Werbung handelt.
- Nicht altersgemäße Medieninhalte: Gronkh spielt häufig Spiele mit einer Altersfreigabe ab 16 oder 18 Jahren, was nicht für Kinder geeignet ist.
- Ängstigende Inhalte: „Gruselige oder bedrohliche Inhalte sind fester Bestandteil der Videos“ (via FLIMMO). Das könne Kindern Angst einjagen.
Wie reagiert die Community? Die Community von Gronkh amüsiert sich in einem Reddit-Post über die Beschreibung von FLIMMO, hat aber einordnende Worte zu der Thematik:
- Primary-Coat-4726 beschreibt, wie er es mit seinen Kindern handhabt (via Reddit): „Ich gucke Gronkh mit meinen Kindern. Aber eben eher Storytime als Sons of the Forest. Ich gucke aber auch andere Youtuber mit ihnen und urteile selbst, was wann passt.“
- Sascha_Spi versteht die Einordnung (via Reddit): „Grundsätzlich stimmt das aber ja auch. Schedule 1, Sons of the Forest etc. sind spiele die jetzt nicht unbedingt jeder 10-Jährige gucken sollte. Und der Humor ist jetzt auch nicht wirklich auf Kinder zugeschnitten.“
- CromCruach1982 scherzt (via Reddit): „”gruselige oder bedrohliche Inhalte…” Gronkh hat doch gar nicht in jedem Video die Facecam an.“
Hat Gronkh solche Inhalte? Da Gronkh auch Horrorspiele spielt und die Let’s Plays davon entweder livestreamt oder danach auf seinem YouTube-Kanal hochlädt, ist die Vorsicht des Eltern-Ratgebers begründet. Wenn der YouTuber Spiele mit einer FSK 16 oder 18 spielt, ist dies selbstverständlich nicht angemessen.
Auch wenn Gronkh Horrorspiele o. Ä. häufig mit einer humorvollen Note durch seine Kommentare untermalt, so bleiben es immer noch gruselige Spiele, die nicht für Kinder geeignet sind. Der Einfluss von YouTuber und Twitch-Streamer Gronh ist riesig. So riesig sogar, dass er ganz neu erschienene Spiele mit seinen älteren Let’s Plays prägt: „Ich musste so lachen“ – Deutscher YouTuber Gronkh ist so legendär, dass er neue Spiele prägt
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Gronkh – bedrohlich? Seine Streams sind doch ab 18! Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das damals bestätigen musste, um seinen Stream zu sehen – aber das ist schon Jahre her.
Außerdem ist die Community von Gronkh mit ihm gewachsen, viele Zuschauer sind mittlerweile 30 bis 35 Jahre alt. Er ist äußerst intelligent und kann sich hervorragend ausdrücken – da können sich viele noch etwas von ihm abschauen. Er bleibt stets ruhig, schreit nicht herum und wirft keinen Controller durch die Gegend, wenn es mal nicht gut läuft (siehe Monte). Sein Sprachgebrauch ist nicht vulgär, und bei Reactions setzt er sich tiefgründig mit Themen auseinander, anstatt oberflächlichen Unsinn von sich zu geben, wie es viele größere Streamer tun.
Was soll hier also gefährlich sein – selbst wenn ein 13-Jähriger mal reinschaut?
Dass er hin und wieder Horrorspiele spielt, kann doch kein ernsthafter Kritikpunkt sein. Denn wenn das ein Problem wäre, müsste man 90 % der Streamer als gefährlich einstufen. Viele in meiner Follower-Liste streamen regelmäßig Horrorspiele – allerdings oft nicht mit dem Humor, den Gronkh an den Tag legt.
Mich würde interessieren, wie die FILMMO-Leute Streamer wie Monte oder Trymacs einstufen, den ich gerne als “Crymax” bezeichne. Er schreit extrem viel herum, vor allem bei seinen LAN-Partys, Shooter-Battles etc. Bei Events geht es noch, aber ansonsten zeigt er kaum Reife.
Ein LetsHugo ist ebenfalls deutlich problematischer, da seine Verpeiltheit – und, mit Verlaub, seine oft offensichtliche “Doofheit” – Kindern einen Lebensstil vermittelt, der alles andere als erstrebenswert ist. Metashi12, auch wenn er wie Gronkh seine Streams ab 18 schaltet, gehört zu den vulgärsten Streamern auf Twitch (zumindest in Deutschland). Selbst mit 18+ muss man da manchmal ganz schön schlucken.
Im Übrigen sieht man bei größeren Events Trymacs, Monte, Zarbex etc. oft von jungen Kindern umringt. Bei Gronkh ist das so gut wie nie der Fall. Allein daran kann man schon gut erkennen, wer Kinder potenziell negativ beeinflussen könnte
Edit:
Ich habe mir die Bewertungen auf der Webseite angeschaut, unter anderem die von Trymacs. Interessanterweise wird er ähnlich eingestuft wie Gronkh, wobei Gronkh für massive Produktwerbung kritisiert wird. Trymacs hingegen betreibt noch deutlich mehr Werbung und bittet gelegentlich um finanzielle Unterstützung in form von Subs (z.b beim letzten Event) – doch davon liest man kaum etwas in den Bewertungen.
Montes Bewertung wirkt insgesamt fair, während die Einschätzung von Papaplatte eher überzogen erscheint. Die Piets erhalten eine vergleichbare Bewertung wie Gronkh. EliasN97 hingegen wird trotz Kritik an seinem übermäßigen Luxus, der Konsumorientierung und seiner derben Sprache lediglich als „Gelb“ eingestuft. Viele größere Streamer fehlen aber noch.
Jetzt wird das Muster deutlich: Wer Spiele ab 16 zeigt, wird streng bewertet, während andere Aspekte weniger ins Gewicht zu fallen scheinen. Na dann.
Also die Einstufung ist im ganzen sehr schlecht. Die Streams sind doch eh alle ab 18. Sprich sind sie eh nicht für 10 Jährige geeignet. Twitch ist auch erst ab 13 Jahren. Wenn minderjährige das schauen dann ist nicht Gronkh’s Inhalt das Problem, sondern die Eltern der Kinder. Und was die Kinder Konsumieren dürfen und was nicht ist den Eltern selbst überlassen. YT und Twitch sind keine Kinderabteilungen im großen und ganzen. Soll Gronkh jetzt Kinderspiele, die ab 0 Jahren sind, spielen? Solche Seiten wie FLIMMO sind halt in meinen Augen am Thema vorbei gelaufen. Jemanden als bedrohlich einzustufen der sein Inhalt ab 18 Jahren flagget, nur weil er kein Kindergeeigneten Inhalt bringt ist falsch.
Natürlich sind manche Themen eher etwas für Erwachsene und sein Humor ist es in einigen Fällen auch aber Bedrohlich? Ich finde das Wort ist einfach falsch gewählt. Gronkh ist nicht umsonst so beliebt und erfolgreich. Auf mich wirkt er absolut authentisch und er sagt seine Meinung. Je nach Thema kann das für Kinder unter Umständen ungeeignet sein. Meistens ist es jedoch interessant und sogar lehrreich. Allgemein finde ich, Eltern sollten keinen Elternratgeber benötigen, um zu wissen was für ihre Kinder geeignet oder ungeeignet ist.
Nicht alle Eltern kennen sich mit dem aus, was ihre Kinder konsumieren und / oder haben die Zeit, um es sich in Gänze anzuschauen. Ratgeber dieser Art haben ja schon eine nützliche Funktion.
Ich find das Wort “bedrohlich” wirkt halt ein wenig absurd, wenn man bedenkt wie freundlich Gronkh die meiste Zeit ist. Wenn man dann liest, dass es sich dabei aber eben auf die gezeigten Spiel-Inhalte bezieht, ist das ja durchaus logisch.