Elite Dangerous: Spieler sitzt jetzt neben verstorbenem Schwager – dank VR

In Elite Dangerous hat ein Spieler ein virtuelles Abbild seines toten Schwagers erschaffen. Das ist nun sein Co-Pilot.

Eurogamer erzählt von einem Mann aus San Diego in Kalifornien. Cedric O’Neal ist mit 42 Jahren gestorben. Sein Schwager stand ihm besonders nahe, die beiden waren wie Brüder und so spricht er von seinem toten Schwager auch als Bruder. Er könne sich an keinen Tag erinnern, an dem sein Bruder nicht zugegen war, bis der Tod sie trennte, erzählt er.

Der noch lebende Bruder ist 29, will nur als Reddit-Nutzer Tuuva bekannt sein.

Mit dem Commander Creator können Spieler in Elite Dangerous seit Neustem, seit dem Beta-Patch 2.3, ihrem Alter Ego im Spiel ein Gesicht verleihen, das sie selbst mit einem Charakter-Editor erschaffen können.

Normalerweise sitzt man in Elite Dangerous nur in seinem Pilotensessel, aber dank Virtual Reality und Oculus Rift kann man die Kamera in seinem Schiff frei bewegen und so den Blick auf den eigenen Avatar richten.

Der Spieler hat seinen verstorbenen Schwager nun zu seinem Avatar gemacht, so wirklichkeitsgetreu wie er nur konnte. Der Spieler beschreibt die Erfahrung, ein Abbild seines Bruder mit dem „Holo-Me“-Feature zu erschaffen, als hart. Er hatte einen Klos im Hals, sich eine Weile nicht rangetraut.

Wenn ich dadurch mentale Probleme kriege, dann werde ich mich später darum kümmern

Und so lebt Cedric O’Neal als „virtueller Commander“ in Elite Dangerous fort, während sein Bruder das Raumschiff steuert.

Der geht mit der ganzen Sache zwiespältig um. Er sagt: „Die Idee spukt mir schon lange im Kopf rum. Es gibt sicherlich gute Argumente, sowas nicht zu machen. Aber Herrje, mein Bruder war ein Gamer. Der hätte es geliebt, unsterblich in dieser Game-Welt zu sein! Wenn mir aus der Sache irgendwelche schlimmen mentalen Probleme entstehen, dann werde ich mich später darum kümmern.“

Mein MMO meint: Man weiß nicht so recht: Ist es rührend, ist es gruselig? Wir kommen in eine Gegenwart, in der Fragen real werden, die man früher nur aus der Science-Fiction kannte. Hilft uns Technik, uns an Vergangenes zu erinnern? Oder hindert uns Technik daran, mit Dingen abzuschließen, mit denen wir abschließen sollten. Früher war das eine Frage für Science-Fiction-Romane und Filme. Heute ist es eine Frage, die wir selbst beantworten müssen. Vielleicht ja jeder für sich selbst.

Wie seht Ihr das?


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Quelle(n): reddit, eurogamer
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Nargohl

Ich denke das ist eine gute Idee um seinen Bruder zu würdigen. Auch für ihn selbst wird es imo gut sein. Wenn ein Familienmitglied oder guter freund stirbt stellen wir uns auch ein Foto irgendwo hin oder hängen es an die Wand. Zur Erinnerung. Das Gesicht nicht vergessen. Und denken beim Anblick an die guten Dinge die man gemeinsam erlebt hat. In meinen Augen ist das hier nichts anderes.

Koronus

Also ich finde es super. Ja Okay vielleicht kann er so nicht loslassen aber vielleicht auch doch. Außerdem haben manche Menschen auch ohne VR Visionen ihrer Verstorbenen weil sie noch lieber mehr Zeit mit ihnen verbracht hätten also was solls, hauptsache es macht ihn Glücklich.

schneemann72

„Morbid“ war das Erste was mir in den Sinn kam…
Es gibt nur zwei Orte (m.m.n.) an denen sich die Lebenden mit den Toten treffen sollten, die Erinnerungen und der Friedhof -aber in einem Spiel??? Ich könnte das nicht.

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