Ein Forscher hat in Age of Empires 2 ein neuronales Netzwerk aus Ziegen, Brücken und Wegen gebaut. Hinter der Idee steckt eine Botschaft: Nur weil eine KI intelligent wirkt, bedeutet das noch lange nicht, dass sie denkt oder fühlt wie ein Mensch.
Wer mit ChatGPT, Claude, Gemini und Co. spricht bzw. schreibt, hat schnell das Gefühl, einer echten Intelligenz gegenüberzusitzen. Die KIs schreiben Texte, beantworten Fragen und wirken manchmal sogar empathisch.
Für den Microsoft-Forscher Adrian de Wynter ist genau das ein Problem. Denn nur weil eine Maschine überzeugend wirkt, bedeutet das seiner Meinung nach noch lange nicht, dass sie auch denkt oder fühlt. (GitHub)
Um das zu zeigen, hat er ein ungewöhnliches Experiment gestartet: Er baute ein neuronales Netzwerk in Age of Empires 2 – mit Ziegen.
Was hat der Forscher genau gebaut? De Wynter nutzte Ziegen, Wege und Brücken im Strategiespiel, um eine sehr einfache Version eines neuronalen Netzwerks nachzubauen.
Die Tiere übernehmen dabei die Rolle einzelner Neuronen und bewegen sich nach festen Regeln durch das Netzwerk. Das System kann zwar nur sehr einfache Aufgaben lösen, erfüllt aber denselben Grundgedanken wie moderne KI: Informationen werden verarbeitet und daraus entsteht ein Ergebnis.
Vereinfacht gesagt spielen die Ziegen die Rolle von Schaltern: Sie lösen bestimmte Aktionen aus oder blockieren sie. Je nachdem, welchen Weg sie einschlagen oder welche Brücke passierbar ist, wird eine Information weitergegeben – ganz ähnlich wie bei künstlichen Neuronen, die Signale empfangen, verarbeiten und an andere Neuronen weiterleiten.
Der Forscher wollte damit aber nicht beweisen, dass Ziegen intelligent sind. Er wollte zeigen, wie leicht Menschen dazu neigen, einem System mehr zuzuschreiben, als tatsächlich dahintersteckt. So zumindest die Forschungsthese.

Warum sollen Ziegen etwas über ChatGPT aussagen?
Die These des Forschers ist provokant: Wenn man einer KI allein deshalb Bewusstsein zuspricht, weil sie Sprache versteht und überzeugende Antworten gibt, müsste man theoretisch auch seinem Ziegen-Netzwerk Bewusstsein zusprechen.
Natürlich glaubt wohl niemand ernsthaft, dass die Tiere in Age of Empires denken. Genau deshalb hält de Wynter die Schlussfolgerung für falsch, moderne Sprachmodelle müssten zwangsläufig eine Art Bewusstsein besitzen.
Seiner Ansicht nach beweist die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten oder menschlich zu klingen, noch nicht, dass eine Maschine Gefühle, Wünsche oder ein eigenes Ich besitzt. (GitHub)
Auf De Wynters GitHub-Seite gibt es Videos, die das Ziegen-LLM in Aktion zeigen – für Außenstehende wirkt das Ganze unverständlich, was für De Wynter den Punkt beweist: Dieselben Mechanismen, die ChatGPT oder Claude antreiben, laufen hier ab. Nur eben mit Ziegen und natürlich vereinfacht.
Die gesammelten Ergebnisse und die Analyse der Daten können hier für alle zugänglich nachgelesen werden.
Was haltet ihr von solchen Experimenten? Schreibt uns in den Kommentaren, ob ihr glaubt, dass KI irgendwann wirklich ein Bewusstsein entwickeln kann?
Ein paar Ziegen in Age of Empires werden die KI-Forschung nicht revolutionieren. Sie zeigen aber erstaunlich gut, wie schnell Menschen dazu neigen, in Maschinen mehr zu sehen, als vielleicht wirklich da ist. Denn während KI immer menschlicher wirkt, nutzen viele Menschen die Technik längst nicht mehr nur zum Arbeiten oder Lernen, sondern auch für persönliche Gespräche und emotionale Nähe.
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nicht besitzen, Sie kopieren nach einer Wahrscheinlichkeit Rechnung
und Inspirationen? Können Sie das auch?
Vielleicht. aber wir Menschen haben dazu noch jede menge andere Filtern die uns von KI trennen.
“Chatgpt erstelle mir ein Bild mit einem Baum auf einer Wiese”. Würde das die KI “malen” oder “kopieren” aus seinen Daten?