Wie steht es eigentlich um die Klassenbalance in Diablo 3?

Gefühlt tauchen in den Ranglisten der höchsten Portalstufen nur Zauberer und Totenbeschwörer auf. Die tatsächlichen Zahlen belegen dies, zeigen jedoch auch erstaunliche Veränderungen in den besten Klassen in Diablo 3. Warum ist es eigentlich so schwer, eine perfekte Balance herzustellen und will Blizzard das überhaupt? Ein Streifzug durch die Statistik.

Um welche Ranglisten geht es überhaupt? Der Endgame-Content in Diablo 3 wird hauptsächlich über die großen Nephalem-Portale (englisch Greater Rifts) definiert. Seit einigen Jahren versuchen die Spieler nun schon, solo die höchsten Portalstufen zu erreichen.

Der Bereich des Möglichen hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben bewegt, was hauptsächlich auf Änderungen durch Blizzard zurückzuführen ist.

Was tut Blizzard, um die Grenzen immer weiter zu verschieben? Mit jeder neuen Season in Diablo 3 werden auch viele Änderungen an den Klassenfähigkeiten selbst, als auch an den Boni durch Rüstungs-Sets sowie sonstiger Ausrüstung vorgenommen. Diese Änderungen sorgen dafür, dass Spieler immer höhere Portalstufen erreichen können. Mit diesen Balance-Änderungen startete kürzlich Season 18 in Diablo 3.

„Gefühlt“ seit langer Zeit einer der besten Klassen – Der Totenbeschwörer

Welche Rolle spielt die „Balance“ in diesen Überlegungen? Tatsächlich muss Blizzard hier einen Drahtseilakt vollführen. Eine zu starke Klasse wird mutmaßlich von den Spielern bevorzugt, um die höchsten Portalstufen in der Rangliste zu erreichen. Aus diesem Grund sind Spiele-Entwickler bestrebt, alle Klassen in etwa gleich stark zu designen, um Vorteile bei bestimmten Klassen zu vermeiden. Ein Blick in die Statistik der vergangenen Jahre zeigt, dies ist mal mehr, mal weniger gut gelungen.

Welche Statistik wurde herangezogen? Auf der Seite eu.diablo3.com lassen sich Statistiken zu den klassenspezifischen Portalstufen für 11 vergangene Season bis in Jahr 2014 zurückverfolgen. Auf diese Weise lassen sich alle Solo-Höchststände der großen Nephalemportale anzeigen und miteinander vergleichen. Die Ergebnisse dieser Auswertung könnt Ihr der folgenden Grafik entnehmen (Stand 30.08., 14:00 Uhr):

diablo-3-vergleich-klassen
Auswertung der Solo-Portalstufen von 11 Seasons der letzten 5 Jahre

Wie lässt sich die Grafik interpretieren? War der Barbar und der Dämonenjäger im Jahr 2014 noch unangefochten an der Spitze, haben sich in den letzten Seasons andere Klassen deutlich verbessert. Das Gefühl, dass der Zauberer und der Totenbeschwörer seit einiger Zeit deutlich an der Spitze thronen, lässt sich durch die Zahlen zweifelsfrei belegen. Bei einem Balance-Patch für Season 17 war der Necro der große Gewinner.

Sie zeigt jedoch auch etwas Anderes:

  • Tatsächlich schwankt die Performance der unterschiedlichen Klassen deutlich. Lediglich der Hexendoktor ist fast immer in den unteren Gefilden zu finden.
  • Seit Beginn der Aufzeichnung konnten die einzelnen Klassen im Schnitt 80 Portalstufen zulegen, was einem gigantischen Fortschritt gleichkommt. Gleichzeitig kam Kritik auf, dass Diablo 3 immer leichter würde.
  • Die Unterschiede zwischen den Klassen haben in den vergangenen Seasons abgenommen. Waren in der Season 2014-1 noch 13 Stufen zwischen der besten und der schlechtesten Klasse, sind es in der aktuellen Season nur noch 9. Zum Teil sind die Unterschiede noch geringer.
diablo-3-klassen-dämonenjäger

Und was sagt das jetzt über die Balance in Diablo 3 aus? Zwar sind mit dem Zauberer und dem Totenbeschwörer zwei Klassen seit einiger Zeit vorne dabei, die Unterschiede sind jedoch gering. Auch der Kreuzritter zählte in den vergangenen Seasons zu den Spitzenklassen. Zudem sorgte Blizzard in der Vergangenheit dafür, dass nicht immer die gleiche Klasse vorne mitspielt, sondern sorgte auch für Abwechslung.

Speziell der Totenbeschwörer ist darüber hinaus ein Sonderfall. Er befindet sich erst seit zwei Jahren im Spiel und ist nicht ganz zufällig eine der stärksten Klassen. Ökonomische Gesichtspunkte seitens Blizzard werden hier eine Rolle spielen, immerhin ist der Totenbeschwörer käuflich zu erwerben und keine Startklasse.

Diablo 3 Season 17 Klassen
Irgendwie machen doch alle Klassen auf ihre Art und Weise Spaß

Darum ist die Balance in Diablo 3 gar nicht so wichtig: Diablo 3 verfügt nicht über einen Modus, in dem Spieler gegeneinander antreten. In diesem Fall wäre das Klassen-Balancing von deutlich größerer Bedeutung, damit keine unfairen Vor- und Nachteile auftreten.

Und wenn man ehrlich ist, machen die Klassen auf unterschiedliche Art und Weise Spaß. Jede Rolle wird anders gespielt und hat individuelle Stärken und Schwächen. Viele Spieler wählen die Klasse, die ihnen am meisten Spaß macht. Und das ist auch gut so.

Was haltet Ihr von dem ganzen Balancing-Thema? Sollte Blizzard hier tätig werden? Oder seid Ihr zufrieden, wie es gerade ist?

Diablo 3 Season 18: Beste Klassen, beste Builds – Tier List
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