Destiny: Eine Frage des Vertrauens – Was macht eigentlich der Wert „Reichweite“?

Beim MMO-Shooter Destiny sorgen die Statusbalken auf den Waffen für Verwirrung. Was heißt eigentlich „40 Reichweite?“

Ein Blick auf die Waffe bei Destiny zeigt Statusbalken ohne Ende. Ein paar Zahlen sind klar, der Munitionswert wird genau, doch was macht eigentlich „Reichweite“ genau?

Der Waffenschmied Jon Weisnewski war bei einem Podcast zu Gast und musste da schon tief in die Substanz einsteigen, um die Frage zu erklären, was genau „Range“ eigentlich bedeutet.

Der Schuss-Korridor verändert sich und entscheidet, ob der zweite Schuss trifft oder nicht

Gerade „Reichweite“ ist ein abstrakter und zusammenfassender Wert, hinter dem sich dann komplizierte Dinge verbergen. Zum einen regelt die Reichweite, ab welcher Distanz eine Waffe weniger Schaden anrichtet und wann fast gar keinen mehr. Das ist der „Damage-Fall-Off“, das hätten die meisten mittlerweile registriert und verstanden.

Allerdings sei hier auch die „Genauigkeit“ drin. Man könne es sich so vorstellen, als gehe von dem Lauf jeder Waffe ein „Schuss-Korridor“ aus, ein Kegel. Wenn man nun das erste Mal mit der Waffe schießt, sei dieser Kegel meist „eng und präzise.“ Man wolle, dass Spieler mit dem ersten Schuss treffen, für den sie sich meist besonders viel Zeit lassen, man will es belohnen, wenn Spieler „ein bisschen länger Zielen.“

Destiny-Zoom

Mit Folgeschüssen erweitere sich dieser Kegel allerdings immer weiter. Wer also mit einer Handfeuerwaffe schnell schießt, bekommt einen so weiten Korridor, dass er kaum noch damit trifft.

Der „Reichweite“-Wert bestimmte letztlich, wie genau sich dieser Korridor verhält, wie schnell er sich verbreitert, wie rasch er wieder zusammenschrumpft und vieles mehr. Weisnewski habe da einen riesigen Spread-Sheet, auf dem all diese Werte für die verschiedenen Waffen und ihre Untertypen zu finden seien.

Destiny kann und will dem Spieler nicht all diese Informationen geben

Destiny-FabianEs sei nicht möglich, den Spielern all diese Informationen zu geben, dafür reiche der Platz im Spiel gar nicht aus. Auf der Waffenkarte vermittle man dem Spieler schon so viele Informationen, wenn man da noch mit „Genauigkeit“ käme, wäre das zu viel.

Da müssten die Spieler Bungie schon ein Stück weit vertrauen, dass der „Reichweite -Wert 40“ wirklich was mache, gut sei, etwas bringe.

Die Spieler würde es auch aus ihrer „Immersion“ reißen, all das zu wissen. Hätten sie alle Informationen, würden sie nicht mehr Destiny. sondern ein „Zahlenspiel“ spielen. Außerdem sollten sie sich als diejenigen fühlen, die da am Drücker sind und entscheiden.

So habe man den „technischen Wert“ Aim-Assist, also die Zielhilfe, im Spiel dann „Target-Acquisition“, „Zielerfassung“, genannt, damit Spieler weiterhin das Gefühl haben, sie zielen und haben ihre Erfolge und es drehe nicht irgendein Entwickler am Knopf.Destiny

Waffen nur innerhalb einer Gattung miteinander vergleichen

Ein anderer Designer, Sage, erklärte Besuchern des Bungie-Hauptquartiers später, man dürfe aber nicht den Fehler machen, die Statusbalken verschiedener Waffengattungen miteinander zu vergleichen. Da vergleiche man Äpfel mit Birnen.

Die Statusbalken gälten jeweils nur für ihre eigene Waffengattung. Eine Handfeuerwaffe mit einem Impulsgewehr oder eine Schrotflinte mit einem Fusionsgewehr zu vergleichen, gebe den Spielern wahrscheinlich nicht die Informationen, die sie suchten.

Destiny-No-Time-To-Explain-Stats

Mein MMO meint: Das mit der „Reichweite“ und wie sich die verschiedenen Schuss-Korridore verändern, gehört neben dem „Aim-Asisst“, der Rückstoßrichtung und den verschiedenen Zielfernrohren wahrscheinlich zu den Geheimnissen, warum sich manche Waffen für den Spielern einfach „richtig und gut“ anfühlen, während andere Wum, mit eigentlich besseren Werten, das nicht tun.

Hinter einem „Ich komm mit der Waffe einfach nicht klar“, könnte einfach ein Schuss-Korridor stecken, der nicht zum Spieler passt, weil er im Moment des zweiten oder dritten Schusses schon „zu weit“ ist, während eine andere Waffe dann schon wieder „resettet“ ist und man den zweiten Schuss ins Ziel bringen kann.


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