Destiny: Kritiker werden freundlicher, Nicht-Spieler genervter

Die öffentliche Meinung zum Shooter-MMO Destiny scheint sich zu drehen. Nach dem gewaltigen Hype zum Release, trudelten dürftige Kritiken ein, die das 500-Millionen Projekt bei Wertungen von ungefähr 75% sahen. Doch auch einige der vermeintlich härtesten Kritiker spielen es noch und können gar nicht aufhören, darüber zu schreiben. Auch nach einem Monat sind die Gaming-Seiten noch voll mit Berichten über Destiny. Die Nicht-Spieler nervt das langsam.

Vor einigen Wochen haben wir über die Kritik am MMO-Shooter Destiny berichtet. Nach dem gewaltigen Hype zum Release wetzte so mancher Kritiker sein Messer: Destiny sei ein höchstens durchschnittliches Spiel. Der Hype mal wieder ein Trick. Bungie hätte sich verzockt, dem Spiel fehle zu viel Story, Seele, es sei unfertig.

Destiny Hunter

Sucht-Faktor ist da: Der Destiny-Virus

Jetzt kommt langsam aber eine andere Stimmung auf: Denn trotz der Schwächen des Spiels, die man nach wie vor festmacht, können auch die Kritiker nicht aufhören, es zu spielen. So berichtet Paul Tassi auf Forbes davon, dass das Spiel trotz seiner Mängel erstaunlich spielbar und vor allem wiederspielbar sei: „Ungefähr eine Woche nach dem Start waren wohl viele der 6/10 oder 7/10 Kritiken berechtigt, da kam man in eine tote Phase, in der die Mechaniken langweilig wurden. Aber jetzt? Tatsächlich kenne ich viele der Kritiker, die so hart geurteilt habe, und weiß, dass sie auch heute noch Destiny spielen. Sie haben sich Destiny wie einen Virus eingefangen.“ Außerdem sei Destiny schon jetzt nach den ersten Patches deutlich besser als noch zum Start.

Laut Tassi liege die Faszination des Games darin, dass Destiny so unheimlich zugänglich sei, und Spieler langsam an die zahlreichen Aktivitäten heranführe. Am Ende habe man so viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, dass man gar nicht wisse, was man als erstes tun solle.

Destiny Kampf mit Schwert

Bericht-Erstattung über Destiny nervt einige Nicht-Spieler

Mit einem anderen Problem beschäftigt sich Ben Kuchera für das US-Magazin Polygon. In dem Artikel „Wir können nicht aufhören, über Destiny zu schreiben, aber Ihr könnt auch nicht aufhören, darüber zu lesen“ geht er auf die enorme Medien-Aufmerksamkeit ein, die Destiny auch einen Monat nach dem Release noch bekommt. Viele Leser der Seite, die keine Destiny-Fans sind, haben langsam die Schnauze voll und möchten wieder mehr über andere Spiele lesen. Kein Facebook-Post, kein Artikel vergeht, ohne dass sich wer darüber beschwert, dass man ausgerechnet dem 500-Millionen-Koloss auch noch gratis Aufmerksamkeit schenkt.

Doch Kuchera verteidigt Destiny: Das Interesse daran sei einfach ungeheuer groß. Und es gebe so viel darüber zu schreiben. Ja, Destiny sei ein Schlamassel. Aber es sei eben ein wahnsinnig interessanter Schlamassel!

Bei Polygon vergleicht man Destiny mit dem ersten Assasin’s Creed. Auch das habe die Fans zur Verzweiflung getrieben, aber es sei immer das Potential erkennbar gewesen, was für ein tolles Spiel es mal werden könne. Und spätestens mit Assasin’s Creed 2 habe sich diese Hoffnung erfüllt.

Andere Stimmen im Netz vergleichen Destiny eher mit Diablo 3. Auch das habe einige Zeit gebraucht, um richtig in Form zu kommen, die Spieler aber trotz der Mängel bis dahin nicht losgelassen. Irgendwas scheint Destiny also richtig zu machen.


Nicht-Spieler können sich auf diesem Link auch von uns mit Destiny-Artikeln nerven lassen.

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