In Battlefield 6 sollt ihr alles in Schutt und Asche legen können – Ich habe die Zerstörung getestet, aber bin skeptisch

In Battlefield 6 sollt ihr alles in Schutt und Asche legen können – Ich habe die Zerstörung getestet, aber bin skeptisch

Battlefield 6 soll die beste Zerstörung in der Geschichte des Shooters haben, aber im Test zeigte sich: EA verspricht viel, kann es aber nur bedingt halten.

Battlefield 6 hat am 31. Juli seinen Multiplayer vorgestellt und betont, dass sie im neusten Teil der Shooter-Reihe wieder einen großen Fokus auf die Zerstörbarkeit der Map legen. Im Trailer und in den verschiedenen Clips fliegt ständig irgendwas in die Luft, Häuser stürzen ein und immer wieder heißt es, die Zerstörung sei eines der Kern-Features des Spiels.

Die Produktmanagerin von Battlefield sagte im Interview zu mir, sie sei sich sicher, dass es die beste Zerstörung in der Geschichte von Battlefield sei. Generell sei sie beeindruckt von der Leistung des Entwicklerteams und habe so etwas noch nicht in einem Shooter gesehen.

Nun ja, ich habe Battlefield 6 bereits ein paar Stunden getestet und bin etwas skeptisch, ob die Zerstörung wirklich so fundamental und episch ist, wie sie bislang dargestellt wird.

Viel Hype, der ein bisschen übertreibt

Die Zerstörung ist in Battlefield 6 auf jeden Fall deutlich besser als in Battlefield 2042 – das möchte ich direkt zu Beginn ganz deutlich klarstellen. Vielleicht ist es sogar die beste Zerstörung in der Geschichte von Battlefield, aber das ist deutlich knapper, als der Trailer vermuten lässt.

Es gibt bestimmte Ecken im Spiel, die zerfallen genauso eindrucksvoll wie im Trailer. Auf der Map Empire State ist etwa ein Haus vollständig in sich zusammengefallen. Das sah schon cool aus.

Auf der gleichen Map stand ich jedoch auch an 2-3 Ecken, an denen ich mit dem Raketenwerfer auf eine Wand schoss, und nichts passierte. Zwar ist meistens gut erkennbar, ob eine Wand zerstörbar ist, doch das sorgte bei mir trotzdem für Ernüchterung. Im Reveal hieß es noch, man könne sich mit Explosives neue Wege schaffen und beispielsweise einen Fluchtweg kreieren, wenn man in die Enge getrieben ist.

Und so stehe ich in einem etwa 3 Quadratmeter großen Raum mit nur einer Tür, Gegnern draußen auf der Straße, und komme nicht raus, weil mein C4 nur schwarzen Ruß an der Wand hinterlässt. Mir wurde schnell klar, dass nicht jede Wand, nicht jede Decke und schon gar nicht jedes Gebäude zerstörbar ist.

Mir wurde klar, dass ich nicht überall eine spontane Fluchtroute erschaffen kann.

Die Zerstörung ist gut so, wie sie ist, aber wird zu gut dargestellt

Wenn die Zerstörung auf allen Maps von Battlefield 6 so umgesetzt ist, wie auf denen, die ich bereits spielte, dann bin ich vollkommen zufrieden. Sie reicht aus. Es gibt die Möglichkeit, Sprengungen von Wänden taktisch zu nutzen, und es bleibt trotzdem genug Deckung erhalten, dass die Maps nicht völlig unspielbar werden.

Ich bin kein großer Fan davon, wenn im Laufe eines Matches alle Gebäude einer Map gänzlich zerlegt werden und ich als Infanterist zum Kanonenfutter für Panzer und Helikopter diene. Dadurch, dass in Battlefield 6 nur bestimmte Wände, Dächer, Decken, Böden und Gebäude zerstörbar sind, bleibt das Balancing der Map auch im Rundenverlauf gut erhalten.

Das einzige Problem, das ich mit der Zerstörung habe, ist diese übertriebene Darstellung im Marketing. Ja, sie ist cool, aber in einem The Finals können wir noch viel mehr zerstören. In Rainbow Six: Siege ist es eines der wichtigsten taktischen Werkzeuge. Und wir konnten auch schon in Battlefield 4 und V kleinere Häuser komplett zerstören und den Wolkenkratzer in Shanghai zerlegen.

Die Zerstörung in Battlefield 6 ist jetzt nicht so überragend und alles andere übertreffend, dass ich hier mit hängender Kinnlade sitze.

Wenn EA nicht aufpasst, fällt ihnen dieses intensive Pushen der Zerstörung auf die Füße. Sie haben es geschafft, einen starken Hype zu generieren, aber so ein Hype ist immer ein Spiel mit dem Feuer – und wenn die Erwartungen nicht gehalten werden, verbrennt man sich. Ein weiterer Brandherd für den Shooter ist eine Einstellung, die PC-Spieler im BIOS aktivieren müssen, um das Spiel starten zu können: Wenn ihr Battlefield 6 am PC zocken wollt, müsst ihr eine wichtige Einstellung vornehmen, sonst startet das Spiel nicht.

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EsmaraldV

Die Managerin hat sowas noch nie in einem andren Shooter gesehn??
…dann stellt die sich entweder dumm oder ist falsch in ihrem Job…

Für mich ist es ein Fehler, dass man nicht alles zerstören kann. Du heckst dir einen Plan aus, alle sind informiert…und am Ende bleibt die Wand stehen, da es die Entwickler so wollten 😥Super Idee!

Sie tun jetzt so, als hätten sie das Rad neu erfunden, tatsächlich kopieren sie lediglich von “the Finals”, den ehemaligen Entwicklern der guten Battlefield-Teile.

RomanDukey

naja, das ist halt Marketing-BlaBla… und Fakt ist: Die Zerstörung ist zurück, da Sie im letzten Ablegen einfach viel zu kurz gekommen ist! Genauso ist es Fakt, dass auch The Finals diese Zerstörung “nur kopiert” hat … auch wenn es teilweise ehemalige Entwickler von BF sind.
Ja, der Fokus liegt da sehr gravierend drauf in den Trailern etc, aber wen wundert das: Klassen, mehr Waffen, gutes Setting, gute Modi und ja, eben auch Zerstörung waren allesamt wichtige Faktoren die zuletzt (zu release) fehlten. Daher rückt dies in den Fokus.

EsmaraldV

Ich finde jetzt nicht, dass embark (the finals) dies “nur kopiert hat” – deren gesamtes Spiel basiert auf die komplette Zerstörbarkeit der Map – das ist für mich ein grundlegender Unterschied und war in dieser Form neu am Shooter-Markt.
Das was in BF nun – ich sag mal reintegriert wird ist für mich nichts besonderes, zumal nicht alles zerstörbar ist. Vor allem das ist für mich ein Widerspruch was das taktische betrifft – wie oben aufgeführt.

RomanDukey

Ja, ich kann eure beiden Punkte gut verstehen. Vor allen Dingen wie du sagst Dariusz, ist es trotzdem eine Besonderheit in solch einem großen Shooter mit so vielen Details, noch so viel Zerstörung integrieren zu können. Ist nicht selbstverständlich, aber natürlich sollte man “realistisch” sein mit der eigenen Erwartung, das stimmt absolut… Leute hypen sich ins Unermessliche und sind dann wieder enttäuscht.

@EsmaraldV ich sehe dies etwas anders. ja auch in the finals kann man unglaublich viel zerstören, aber zu sagen, “das Spiel basiert auf diesem Feature” finde ich zu viel… das klingt so als wäre es der essentielle Teil, und dies ist es in meinen Augen nicht. In The Finals gibt es eben keine riesigen Maps mit Panzern und Flugzeugen, wo du als einfacher Soldat ab und zu noch etwas Deckung benötigst… in Partien, die länger als 10 Minuten gehen, wo man Punkte einnehmen muss usw… das ist nunmal wesentlich anders als in The Finals.

EsmaraldV

Ich glaube wir haben ein stück weit aneinander vorbeigeredet:

Bei “the finals” meinte ich, dass die Zerstörbarkeit der kompletten Map ein wesentlicher Teil des Spiels ist und nicht nur ein Feature. Embark hat das so integriert, sodass sich der Shooter aus meiner Sicht dadurch vollständig von der Konkurrenz abhebt und man damit soviele taktische Möglichkeiten hat, den Tresor zu erobern/zu verteidigen.
Sie haben ein Feature genommen (das es bereits gab), aber so ins Spiel integriert, sodass es ein wesentlicher Bestandteil des Spiel geworden ist und sich eben vom Markt abhebt.
Ich wollte das nur erwähnen, weil du oben gesagt hast “embark hat ja auch nur kopiert…” – ich finde, dass sie eben einen Schritt weiter gegangen sind um mal was neues zu präsentieren – was Ihnen aus meiner Sicht deutlich gelungen ist.

Wie es BF umsetzt muss ja nicht schlecht sein und muss man sich erstmal anschauen. Grundsätzlich will ich im vornhinein nichts schlecht reden – aber skeptisch bleib ich dennoch.

RomanDukey

Skepsis ist immer sinnvoll und heutzutage angebracht, leider 😀
Danke für die Ausführungen, damit hast du deutlich gemacht, wie du es meinst und ja, dann pflichte ich auch gerne bei: Bei Finals ist man definitiv noch einen Schritt weiter gegangen.
Es muss halt aber auch in die Spielidee passen, das wäre mit einer theoretisch “vollständigen” Zerstörbarkeit in einem BF6 vielleicht nicht mehr gegeben.

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