CoD MW4: Ich hab’ 4 Jahre lang auf das neue DMZ gewartet, aber jetzt kann ich es nicht genießen und ARC Raiders ist schuld

COD MW4 DMZ SAS Operator

Mit Call of Duty: Modern Warfare 4 kehrt der Extraction-Modus DMZ zu der beliebten Shooter-Reihe von Activision zurück. MeinMMO-Redakteur Dariusz Müller hat die Neuauflage getestet und … gemischte Gefühle.

Im November 2022 habe ich hier auf MeinMMO eine kleine Liebeserklärung für DMZ geschrieben. Der Modus, der zum Release von Modern Warfare 2 für Warzone veröffentlicht wurde, war einer der ersten und zu dem Zeitpunkt wenigen Extraction-Shooter, die mir wirklich Spaß gemacht haben – und das, obwohl ich mit Warzone selbst nie wirklich Spaß hatte.

DMZ war 2022 allerdings weit davon entfernt, perfekt zu sein, und schaffte es nicht, die nötige Langzeitmotivation zu liefern. Irgendwann verlor uns der Modus vollständig und mit dem Release von Modern Warfare 3 im Jahr 2023 stand dann fest: DMZ wird nicht mehr unterstützt.

Als Activision ankündigte, DMZ mit Modern Warfare 4 in deutlich größerem Ausmaß zurückzubringen, war meine Freude dementsprechend groß – schließlich habe ich 4 Jahre auf eine Neuauflage des Modus gewartet. Zudem klangen einige der angekündigten Neuerungen wie das Kopfgeld-System auch echt spannend.

Meine ersten Stunden im neuen DMZ konnten mich aber noch nicht zu 100 % überzeugen, obwohl der Modus eigentlich gut gelungen ist.

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CoD: Modern Warfare 4 zeigt Gameplay seines Extraction-Shooters DMZ im Trailer

Die größte Stärke ist gleichzeitig die größte Schwäche

Eine Sache macht DMZ richtig gut: Der Modus schafft es, das Spielgefühl von Call of Duty, speziell Warzone, in einen Extraction-Shooter zu bringen. Das ist die größte Stärke von DMZ und kann DER Grund sein, weshalb viele Warzone-Fans großen Spaß haben werden.

Der Modus überzeugt mit seinem Gameplay und fühlt sich dabei sehr vertraut an. Bereits in den ersten Minuten wird deutlich, dass DMZ exakt das liefert, was Call of Duty seit Jahren ausmacht:

Das Gunplay und Movement fühlen sich einfach gut an.

Wichtig ist dabei zu bedenken, dass das Empfinden des Movements stark von eurer persönlichen Präferenz abhängig ist.

  • Wenn ihr gerne langsame, taktische Shooter spielt, wird euch das Movement von Modern Warfare 4 auch in DMZ zu schnell und „wild“ sein.
  • Habt ihr wiederum Spaß an agilen, abwechslungsreichen Bewegungen, wie sie in Call of Duty seit Jahren zum guten Ton gehören, dann könnt ihr euch darauf freuen, sie auch in DMZ wiederzufinden.

Ähnliches gilt für das Gunplay. Das ist sehr direkt, responsiv und einsteigerfreundlich, da sich die meisten Waffen sehr leicht und gewohnt intuitiv kontrollieren lassen. Einen realistischen Hardcore-Ansatz, wie es ihn etwa in Escape from Tarkov oder Gray Zone Warfare gibt, werdet ihr hier dementsprechend vermissen.

Insgesamt ist der Modus vergleichsweise „casual“ und leicht verständlich. Es gibt in den ersten Minuten zwar die genretypische Verwirrung, insbesondere in Bezug auf den Loot, aber das hält sich in Grenzen.

Wenn ihr in der Vergangenheit schon Call of Duty gespielt habt, erkennt ihr viele Items sofort wieder. Dann müsst ihr nur noch verstehen, wofür die einzelnen Materialien sind, die ihr für euren 3D-Drucker sammeln könnt. Mit dem schaltet ihr beispielsweise Verbesserungen für euer Lager frei oder stellt Ausrüstungsgegenstände wie Blendgranaten, Rucksäcke und Ähnliches her.

Quests, die Art des Einsatzes, die Funktionsweise des Druckers, der Waffenschmied und die übrigen Spielsysteme sind insgesamt entweder sehr selbsterklärend oder werden vom Spiel verständlich erläutert.

Selbst wenn ihr nichts versteht, könnt ihr gedankenlos eine Runde starten, ein paar Gegner abknallen und dabei Spaß haben.

Die Standard-NPCs sind zwar keine große Herausforderung, aber durch das Treffer-Feedback und die Killsounds fühlt sich selbst ein Kill an den lahmen Bots befriedigend an. Alternativ findet ihr besonders an den Standorten der Hauptmissionen regelmäßig andere Spieler.

Die Killsounds, das schnelle Movement, der fehlende Hardcore-Aspekt im Gameplay, der Mangel an überlegtem und taktischem Vorgehen, das HUD, die Panzerplatten und vielleicht sogar die NPCs sind aber gleichzeitig die größten Schwächen des Modus.

All das erzeugt nämlich ein eindeutiges Gefühl beim Spielen:

DMZ fühlt sich mehr wie Warzone an, als wie ein klassischer Extraction-Shooter.

Das, was Extraction-Shooter auszeichnet, fehlt komplett

Mein größter Kritikpunkt an DMZ und der Grund, weshalb mich der Modus noch nicht zu 100 % fesseln kann und vielleicht auch andere Spieler, die beispielsweise gerne ARC Raiders, Gray Zone Warfare oder Tarkov spielen, nicht abholen wird, ist das fehlende Gefühl von Spannung.

Extraction-Shooter zeichnet aus, dass man vor allem in den ersten Stunden immer eine Art Spannung spürt, weil man nie weiß, wo gerade doch noch ein Gegner lauert. Sie haben dieses allgegenwärtige Gefühl der Ungewissheit über mögliche Gefahren und das Risiko, die eigene Ausrüstung zu verlieren.

„Überall könnte jemand lauern, der es auf unser Inventar abgesehen hat.“

Das schrieb ich 2022, um auszudrücken, wieso ich DMZ so liebte. Dieses Gefühl kam bei mir in der Neuauflage des Modus vom ersten Match an überhaupt nicht auf.

Inzwischen – muss ich mir eingestehen – bin ich durchaus ein Fan von Extraction-Shootern geworden und habe hunderte Stunden in dem Subgenre. Marathon, Gray Zone Warfare, The Cycle: Frontier und natürlich ARC Raiders sind alles Spiele, die ich gerne spiele oder gespielt habe. Sogar PvE-only-Games wie Helldivers 2, die keine 100%-klassischen Extraction-Shooter sind, haben mir großen Spaß gemacht.

Jetzt ist DMZ zurück und ich kann den Modus einfach nicht richtig genießen, obwohl es objektiv betrachtet kein schlechtes Spiel ist.

ARC Raiders und einige der anderen genannten Vertreter des Genres sind schuld, denn diese Spiele haben es viel besser hinbekommen, dieses Gefühl der Ungewissheit und des Risikos zu erzeugen.

Ohne dieses Gefühl fehlt DER Faktor, der Extraction-Shooter für mich besonders macht.

DMZ ist ein guter Shooter mit Extraction-Mechanik, aber kein Extraction-Shooter. Für Fans von Warzone, die gerne einen Extraction-Modus spielen wollen, ist das vielleicht perfekt. Ich sehe DMZ eher als lockeres „Geballer“, als das spannende Erlebnis, das ich mir erhofft habe.

Habt ihr DMZ schon gespielt und wenn ja, wie ist euer Ersteindruck? Findet ihr gut, dass sich der Modus mehr nach Warzone als nach Extraction-Shooter anfühlt? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Schon in ARC Raiders ist dieses Gefühl der Spannung für mich einer der wichtigsten Spielaspekte gewesen. Seit Release fürchte ich deshalb den Tag, an dem die Entwickler einen PvE-only-Modus bringen, denn in diesem könnte jene Besonderheit verloren gehen. In diesem Artikel gehe ich darauf genauer ein: ARC Raiders macht einen großen Fehler, wenn es auf jammernde Gamer hört – könnte das Ende des Shooters sein

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