Profi-Spieler von CS:GO stirbt mit 19 Jahren – Team muss jetzt 72.000 € an seine Familie zahlen

Profi-Spieler von CS:GO stirbt mit 19 Jahren – Team muss jetzt 72.000 € an seine Familie zahlen

Ein professioneller Spieler von Counterstrike: Global Offensive ist im Jahr 2019 mit nur 19 Jahren verstorben. Ein Arbeitsgericht in Brasilien hat jetzt entschieden, dass sein letztes CS:GO-Team am Tod eine Mitverantwortung trägt und 72.000 € Strafe an die Familie des Toten zahlen muss. Der Spieler hatte sich über Kopfschmerz und Sichtverlust beschwert, nachdem er ins Gaming-Haus des Teams eingezogen war.

 Wer war der junge Mann?

  • Der Spieler hieß Matheus „BruttJ“ Queiroz. Er war im Jahr 2019 gerade dabei, sich einen Namen in CS:GO als AWPler/Rifler zu machen.
  • Er hatte mit dem Team Reapers das Turnier „Up Expo Game“ im Juli 2019 gewonnen und sich zu der Zeit einen Ruf in der brasilianischen Liga erspielt. Ende 2019 wurde das Profi-Team „Imperial“ auf ihn aufmerksam und verpflichtete den jungen Mann. Im November 2019 zog er in deren Gaming-Haus in Sao Paulo ein.
  • Aber bevor die Karriere startete, endete sie tragisch.
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Die ESL trauerte im Dezember 2019 um den talentierten Spieler.

Das wusste man zum Tod des Spielers: Im Dezember 2019 veröffentlichte das Team Imperial die Nachricht, dass ihr Spieler Matheus Queiroz das Team verlassen hat und mittlerweile verstorben sei: Er habe unter Kopfschmerzen gelitten und beschlossen, das Team in Sao Polo zu verlassen und sich zu seiner Familie in Rio de Janeiro zurückzuziehen.

Er sei in einer Klinik in Rio de Janeiro verstorben.

Er habe erst zwei Monate bei Imperial gespielt, seine Leistung bei den Reapers hätten „jedermanns Aufmerksamkeit“ erregt.

Man sei tieftraurig über den Verlust (via twitlonger).

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Das Team Imperial trauerte um den jungen Spieler.

Zustand des Jungen verschlechterte sich, als er ins Gaming-Haus zog

Nach dem Tod des Spielers sagte ein Mitspieler seines früheren Teams, dass er schon bei den Reapers unter „schweren Kopfschmerzen, konstantem Erbrechen und dem Verlust des Sehvermögens“ litt. Das begann offenbar, als er im August 2019 in das „Team Reaper“-House gezogen war.

Auch andere Spieler im Haus klagten über Beschwerden. Man vermutete, es könnte am Wasser oder dem Essen dort liegen.

Im neuen Gaming-Haus bei Imperial, sei es noch schlimmer geworden, sagte die Mutter des Toten: Er habe dort unter Schlaflosigkeit gelitten, weil das Haus zu nah an einem Flughafen lag. Außerdem habe es zu wenig zu essen gegeben.

Nach dem Tod des Spielers verklagten seine Eltern die beiden E-Sport-Organisationen (via dexerto).

Als Todesursache nimmt man eine „unspezifische Infektion des zentralen Nervensystems“ an.

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Die Eltern reichten Klage ein und erhoben Beschuldigungen gegen die Teams.

Richterin entscheidet: Team hat Fürsorgepflicht vernachlässigt

Das ist jetzt das Urteil: 3 Jahre nach dem Tod des Spielers hat eine brasilianische Richterin, Patricia Almedia Ramos, geurteilt, dass das Team „indirekt“ zum Tod des Spielers beigetragen hat, indem es seine rechtlichen und vertraglichen Verpflichtungen nicht erfüllt hat.

Die Richterin argumentiert, dass sich der E-Sport-Club Imperial nicht genügend darum bemüht hat, ein „Sicheres und gesundes Arbeitsumfeld“ zu schaffen und nicht genügend Beistand leistete, als sich die Gesundheit des Spielers verschlechterte.

Es heißt: Während seiner kurzen Zeit im Gaming-Haus des Teams sei er zwar mehrfach in ein Krankenhaus eingeliefert worden, die Ärzte konnten dort aber keine Diagnose stellen.

Laut der Richterin sei der Spieler in dem Moment in der Obhut des E-Sport-Vereins gewesen, als er in das Gaming-Haus zog: Ab da hätte es keine Trennung zwischen Berufs- und Privatleben gegeben.

Die Struktur des Gaming-Hauses lässt einiges zu wünschen übrig, bis zu dem Punkt, dass der Sportler weder gesund schlafen noch essen konnte. Es ist offensichtlich, dass sich sein Zustand in einen solchen Umgebung nicht verbessern konnte. Das war für jeden sichtbar, der ihn getroffen hat. Das beweisen die drei, vier Aufenthalte im Krankenhaus in sehr kurzer Zeit.

Was ist das Urteil? Die Richterin räumt zwar ein, dass man nicht weiß, ob der Spieler noch leben würde, wäre das Team seiner Fürsorgepflicht nachgekommen. Aber man könne auch nicht davon ausgehen, dass sein Tod unvermeidbar war.

Das Gericht hat das Team dazu verurteilt, etwa 72.000 $ an die Familie zu zahlen.

Ein „Gaming-Haus“ ist ein Ort, an dem die Mitspieler eines E-Sports-Teams über Monate zusammen leben und trainieren. Oft wohnen dort junge Männer zusammen, die zum ersten Mal von zu Hause weg sind. Trainer und Betreuer übernehmen meist eine Aufsichts-Funktion. Je nach Budget des Teams kann das Gaming-Haus wie eine Luxus-Villa wirken, wie eine Jugendherberge oder wie Schlimmeres.

Team will Berufung einlegen, sieht keine Verantwortung bei sich

Wie äußern sich die Teams? Das Team Reapers hatte 2020 die Vorwürfe abgestritten. Es hieß, solange er noch in ihrem Gaming-Haus lebte, habe der Spieler keine Symptome gezeigt.

Auch das Team Imperial stritt die Anschuldigungen ab: Sie meinten, die Umstände im Haus könnten nicht zum Tode des Spielers beigetragen haben, er sei nur wenige Tage dort gewesen.

Nachdem Imperial jetzt verurteilt wurde, hat ihr Anwalt angekündigt, Einspruch einzulegen. Man habe seine Verpflichtungen erfüllt, auch der Familie Beistand angeboten. Der Spieler sei nur etwa 40 Tage im Team gewesen – es sei daher nicht vernünftig anzunehmen, dass die Firma für seine Krankheit und seinen Tod verantwortlich sei.

Quelle(n): dexerto
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