Kein Superheldenfilm bedeutet mir so viel wie Logan – und genau deshalb bricht Deadpool 3 immer noch mein Fan-Herz

Logan Trailer Wolverine lächelt

Auch abseits des MCUs hatte Marvel einige gute Filme. Einen davon hält MeinMMO-Redakteur Nikolas Hernes sogar für einen der besten Superheldenstreifen aller Zeiten. Er hat verstanden, wie man einen Charakter ehrt.

Die Mutanten der X-Men faszinierten mich schon immer. Die Zeichentrickserie und die ersten Filme waren für mich ein Einstieg in die Welt der tragischen Marvel-Gruppe. Das Aushängeschild der Marvel-Reihe von Fox war dabei irgendwie schon immer Wolverine (Hugh Jackman).

2017 erschien dann endlich Logan – The Wolverine von James Mangold. Bis heute begeistert mich der Film. Logan übertrifft die meisten Genrevertreter nicht nur inszenatorisch, inhaltlich und mit der Schauspielleistung. Ich liebe den Film wegen seiner Symbolik.

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Logan – Trailer zum emotionalen Wolverine-Film

Das Vermächtnis der Mutanten

Achtung Spoiler: Im folgenden Abschnitt gibt es Spoiler zum Film Logan.

Logan erzählt die letzten Tage von Wolverine, der sich nicht nur um einen alternden und allgemein gefährlichen Professor X (Patrick Stewart; † Oktober 2026) kümmern muss. Auch ein kleines Mädchen mit ähnlichen Fähigkeiten wie Wolverine taucht auf und wird gejagt.

Der Film vermeidet die typische Marvel-Atmosphäre, wird von vielen sogar eher als Western bezeichnet. Was ich dabei so beeindruckend finde: Man baut trotzdem die Idee der vorherigen Filme weiter aus.Der kranke, alte Professor X steht symbolisch für seinen gescheiterten Traum: Einem friedlichen Leben für Mutanten. Er ist sogar selbst für den Tod von einigen X-Men verantwortlich.

In einer Welt, welche die Geburt von Mutanten verhindert hat, ist Wolverine ein gebrochener Mann. Er lebt nur noch wegen seiner besonderen Fähigkeit. Doch obwohl er es gerne so darstellt: Logan hat noch nicht aufgegeben. Er kümmert sich um Professor X, weil er sich tief in seinem Inneren immer noch an den Traum des ehemaligen X-Men-Anführers klammert.

Doch genau diesen Traum beerdigt Wolverine im Film, nachdem sein Mentor stirbt. Danach hätte Logan sein Leben als scheiternde Existenz einer alten Mutanten-Idee fristen können, doch es gibt ja noch Laura (Dafne Keen). Ein junges Mädchen, das mit der DNA von Wolverine erschaffen wurde.

Sie zeigt, dass Wolverine trotz seiner gebrochenen Art immer noch lieben kann. Er wird wie der Professor zum Mentor. Deshalb opfert er sich auch am Ende des Films. Nicht nur, um Laura als Person zu retten. Er opfert sich, damit eine neue Hoffnung der Mutanten leben kann. Vielleicht erreicht sie doch den einen Traum, den schon der erste X-Men im Jahr 2000 predigte.

Logan trägt das Vermächtnis der Mutanten weiter. Trotz eines tragischen Endes, schließt der Film mit dem wichtigsten Element eines jeden Superhelden ab:

Hoffnung. Hoffnung, dass es irgendwann besser wird.

Bis heute rührt mich das zu Tränen. Wolverine als Figur und die Idee der Mutanten wurden in diesem Film geehrt und weitergedacht. Deshalb kann ich Marvel auch nicht verzeihen, was Deadpool & Wolverine mit diesem Vermächtnis gemacht hat.

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Wolverine ist zurück: Offizieller Trailer von Deadpool & Wolverine

Deadpool ignoriert das Vermächtnis

Ich bin kein großer Freund von den Deadpool-Filmen. Ich finde sie nicht per se schlecht, aber der Humor ist mir meist etwas zu drüber und die Geschichte plätschert nur so vor sich hin. Deshalb hat es mich nochmal mehr gestört, was Deadpool & Wolverine mit dem abgeschlossenen Vermächtnis von Logan macht.

Deadpool nutzt die Knochen des begrabenen Wolverine, um die TVA am Anfang des Films zu verprügeln. Die Szene ist inszenatorisch spaßig – und genau hier liegt das Problem! So auf Logans Vermächtnis zu treten, nervt mich gewaltig. Vor allem, weil man Hugh Jackman zurück geholt hat.

Als Zuschauer, der bereits einen Abschluss mit Wolverine hatte, wirkt es befremdlich, erneut eine Charakterentwicklung zu sehen. Was mir aber dabei als Filmfan vor allem auffällt: Hugh Jackman spielt hier nicht so gut wie in Logan. Dort zeigte er sich von seiner besten Seite. In Deadpool & Wolverine empfinde ich es stellenweise eher so, als würde er die Rolle mal eben nochmal spielen.

Und ganz plump: Ich hasse es einfach, wenn man einer Figur ein Ende gibt, nur um sie wiederzuholen (ein Element, das mich schon jetzt an Avengers: Doomsday nervt).

Ich hoffe, das MCU castet für die Zukunft einen neuen Wolverine. Das ist zwar sehr schwierig, aber schon bei Batman hat man gesehen, dass auch neue Darsteller begeistern können. Doch lasst den Wolverine von Hugh Jackman endlich ruhen.

Was sagt ihr dazu? Mögt ihr Deadpool & Wolverine und welcher Marvel-Film ist euer Favorit? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Wollt ihr eine weitere Empfehlung mit Patrick Stewart, findet ihr sie hier: Ein Thriller mit Patrick Stewart zeigt, dass der Darsteller von Captain Picard auch richtig böse sein kann

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