ASUS Raikiri II Xbox Wireless ist ein Gaming-Controller für PC und Xbox für rund 200 Euro. Was kann der Controller und wie fühlen sich die modernen TMR-Joysticks an? MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann hat den Controller getestet und erklärt, ob sich der Controller für euch lohnt.
Der ASUS Raikiri II Xbox Wireless ist ein kabelloser Gaming-Controller für den PC und für die Xbox. Das Besondere an ihm sind die TMR-Joysticks. Die Technik gilt als extrem präzise und langlebig und steckt hier unter den Joysticks. Damit sollte Stick-Drift bei diesem Controller der Vergangenheit angehören.
Aber hinter dem etwas umständlichen Produktnamen steckt ein ziemlich guter Controller mit ordentlichem Lieferumfang, der sich hinter dem offiziellen Xbox-Controller nicht zu verstecken braucht.
Produkt im Test, Schnellübersicht:
- Lieferumfang, Design und Aufbau
- Verarbeitung
- Software
- Ergonomie, Gewicht und Akkulaufzeit
- Gameplay
- Fazit
Wer hat da getestet?
Benedikt ist Tech-Editor auf MeinMMO und testet seit vielen Jahren Hardware für die Leser. Er testet Mäuse, Tastaturen, Kopfhörer und so ziemlich alles, was man mit Computer, Konsole oder anderen Geräten verwenden kann.
Das Modell wurde uns vom Hersteller für einen Test zur Verfügung gestellt.

Benedikt Schlotmann
Hardware-Redakteur MeinMMO
Hier findet ihr die technischen Details der als Tabelle (zum Ausklappen klicken):
| Design/Interface | Kabelgebunden, Bluetooth und Funk-Verbindung |
| Tastenart | TMR-Joysticks und Microswitches unter den Tasten |
| programmierbare Tasten | Ja |
| Beleuchtung | Nein |
| Kompatibilität | PC, Xbox, ASUS ROG Ally (X) |
| Lieferumfang | Controller, Dongle, USB-Kabel, Transportcase, 2 Hochprofil-Joystickkappen, Ladestation, Schnellstart-Handbuch |
| Besonderheiten | TMR-Technik und 1K-Polling-Rate über 2,4 GHz |
| Preis (UVP) | 229,99 Euro |
Lieferumfang, Design und Aufbau
Positiv: Lieferumfang (Transportbox), Ergonomie und Haptik | Neutral: Zusatztasten anstatt Paddles
Was ist alles dabei? Der Lieferumfang des Raikiri II ist ziemlich umfangreich. Neben dem obligatorischen Zubehör wie Handbuch, Dongle und Kabel gibt es auch ein extra Transportcase, eine Ladestation und 2 Hochprofil-Joystickkappen. Insbesondere die Transportbox gefällt mir gut, da man darin den Controller sicher verstauen kann, wenn man ihn gerade nicht verwendet.
Bei anderen hochpreisigen Modellen, etwa dem Scuf Valor Pro Wireless, müsste ich mir die Box extra dazukaufen. Der Preis liegt bei rund 15 Euro für die Standard-Tasche. ASUS löst das hier definitiv besser.

Design und Aufbau: Grundsätzlich wirkt der Raikiri II auf den ersten Blick vertraut, denn vom Aussehen und auch von der Größe her, ähnelt er stark dem offiziellen Xbox-Controller, hat auf der Vorderseite noch zwei zusätzliche Tasten.
Auf der Rückseite sieht es hingegen anders aus: Zum einen ist der Controller mit 4 zusätzlichen Rücktasten ausgestattet, die ihr frei belegen könnt. Diese liegen bei mir auf Höhe der Mittel- und Ringfinger. Zum anderen könnt ihr mit zwei Hebeln die Trigger verkürzen oder verlängern. Auf der Rückseite könnt ihr außerdem den Wireless-Dongle verstauen.
Verarbeitung
Positiv: TMR-Joysticks, Mikroswitches | Negativ: Akku und Joysticks fest verbaut
ASUS hat sich bei seinem Raikiri II Xbox für TMR-Joysticks entschieden. Das hat gleich mehrere Vorteile gegenüber herkömmlichen Sticks: Sie bieten im Vergleich zu herkömmlichen Analog-Sticks eine extrem hohe Präzision, absoluten Schutz vor mechanischem Verschleiß und Stick-Drift sowie einen deutlich geringeren Stromverbrauch für eine längere Akkulaufzeit. Hinzu kommen noch Mikroswitches unter den wichtigen Tasten, die ebenfalls eine hohe Langlebigkeit versprechen.
Da keine mechanischen Teile aneinander reiben, entsteht kein Verschleiß wie bei herkömmlichen Controllern. TMR-Sensoren messen winzigste Änderungen im Magnetfeld und bieten daher eine extrem hohe Auflösung für präzise Zielbewegungen.
Am eigentlichen Controller lässt sich, abseits der Joystickkappen, nichts austauschen: Die Stick-Module sind fest verbaut und der Akku ist ebenfalls fest mit dem Gehäuse verbunden. Da ist der offizielle Xbox-Controller im Vorteil, der auf einen wechselbaren Akku setzt. Beim Elite-Modell hingegen ist der Akku ebenfalls fest verbaut.
Grundsätzlich muss man aber auch sagen: Der Raikiri II besteht vor allem aus Kunststoff. Der offizielle Elite 2 von Microsoft fühlt sich hier wertiger und robuster an, dafür bekommt ihr aber keine TMR-Sticks und keine Mikroswitches. Controller mit TMR-Sticks müssen aber auch nicht unbedingt teuer sein: Der 8Bitdo Ultimate 2 Wireless kostet rund 70, kommt mit TMR-Technik, aber ebenfalls mit fest verbautem Akku.


Software
Positiv: Aufgeräumt und übersichtlich | Negativ: Nur im Browser, kein Download verfügbar, kein Firefox, Probleme mit “Companion”, keine Webapp an der Konsole
Grundsätzlich habt ihr eine Option, den Controller zu konfigurieren, nämlich über die offizielle “Gear Link”-Webapp. Startet ihr die Armoury Crate Software von ASUS, dann bekommt ihr nur den Hinweis, bitte die Webapp zu verwenden.
Gear Link ist in jedem Fall ziemlich gut gelungen: Die App ist nicht nur aufgeräumt und übersichtlich, sondern macht es mir auch noch kinderleicht, den Controller auf meine Bedürfnisse anzupassen.


Eine Einschränkung gibt es jedoch: Gear Link funktioniert nur in eurem Browser und es gibt keinen Download. Außerdem wird derzeit nur Google Chrome, Microsoft Edge und Opera unterstützt. Über meinen Firefox kann ich den Controller nicht einrichten, ärgerlich.
Die reine Online-Version heißt aber auch: Schaltet ASUS aus welchen Gründen auch immer die Webapp irgendwann ab, dann könnt ihr euren Controller nicht mehr konfigurieren. Das sollte man bei solchen Apps immer im Hinterkopf behalten.
Zusätzlich kann man sich über die Webapp den sogenannten Companion herunterladen und installieren, was dann von der Webapp genutzt wird. Problem: Bei mir hat die Installation zwar funktioniert, erkannt wurde die Komponente aber nie. Eventuelle Zusatzfunktionen konnte ich daher nicht verwenden.

Ergonomie und Gewicht
Positiv: Gewicht, Haptik, Lage der Zusatztasten | Neutral:
Wie schwer ist der Controller? Auf meiner Küchenwaage kommt der Raikiri II auf 256 Gramm und ist damit leichter als der offizielle Xbox-Controller, der auf der gleichen Waage auf 272 Gramm kommt. 20 Gramm klingt nach wenig, kann sich aber in einer langen Partie schnell bemerkbar machen.
Ergonomie: Die Haptik und Haltung des Controllers orientiert sich stark am offiziellen Xbox-Controller. Heißt: Kommt ihr mit dem offiziellen Modell gut zurecht, dann wird euch auf der Raikiri II gut in den Händen liegen.
Ebenfalls positiv: ASUS hat die 4 Zusatztasten unten an den Griffen platziert, sodass ich mit meinen Ring- und Mittelfingern diese mühelos erreichen kann. Selbst mit kleineren Händen lassen sich diese ziemlich gut erreichen. Die Tasten bieten obendrein einen guten Klick- und Druckpunkt. Paddles fühlen sich aber weiterhin noch etwas intuitiver und natürlicher an, hier ist der offizielle Xbox Elite Wireless Controller Series 2 im Vorteil.

Gameplay
Positiv: Mikroswitches, Joysticks, klickende Trigger, schnell reagierende Software | Neutral: Zusatztasten zu Beginn ungewohnt, Tasten klicken hörbar
Wie spielt es sich damit? Vergleicht ihr den Raikiri II mit dem offiziellen Xbox-Controller, dann ist der Unterschied wie Tag und Nacht. Das liegt vor allem daran, weil der ASUS-Controller bei jedem Tastendruck klickt, seien es nun Rücktasten, Vordertasten oder die Trigger. Das gibt mir im Alltag bei jedem Klick ein sehr zufriedenstellendes Gefühl. Vergleichbar ist das etwas mit einer gut klickenden Maus.
Die 4 zusätzlichen Rücktasten sind praktisch, lagen aber vor allem zu Beginn im Weg. Wenn man wie ich unter Stress den Controller kräftiger packt, dann habe ich schon mal versehentlich die Zusatztasten geklickt. Solange die nicht belegt sind, ist das kein Thema, aber belegt kann im Alltag dabei jede Menge Chaos herumkommen. Aber man gewöhnt sich schnell daran.
Eine echte Überraschung für mich waren die einstellbaren und klickenden Trigger (RT und LT). Kurz eingestellte Trigger fühlen sich im Alltag wirklich gut an. Selbst im Vergleich zum Scuf Valor Pro Wireless, mit dem ich im Alltag derzeit am liebsten spiele, gefallen mir die einstellbaren und klickenden Trigger bei ASUS noch etwas besser.

In EA Sports FC 26 habe ich beispielsweise auf die Rücktasten die Trigger RB und LB gelegt, um diese schneller erreichen zu können. Etwa, damit ich gleichzeitig übers Feld sprinten (RT) und meinem Kollegen mitteilen kann, dass er den Gegner mit Ball stärker bedrängen soll. Oder um den Ball beim Schuss anzuschneiden oder über den Torwart zu lupfen. Und das funktioniert sehr gut.
Einstellungen, die ich über die Webapp vornehme, werden direkt gespeichert und können im Spiel sofort genutzt werden. Super!
Grundsätzlich muss euch aber auch klar sein, dass man die Mikroswitches unter den Tasten deutlich hört. Seid ihr geräuschempfindlich oder spielt einfach nicht gerne mit Kopfhörern, dann werdet ihr jedes Klicken hören. Mich hat es im Alltag nur bedingt gestört.
Fazit
Für wen lohnt sich der Controller? Ihr sucht einen leistungsstarken Controller mit guter Technik und TMR-Sticks, dann ist der Raikiri II Xbox Wireless in meinen Augen eine gute Wahl. Wollt ihr keine 200 Euro ausgeben, bekommt ihr TMR-Technik bereits für deutlich weniger Geld, etwa mit dem 8Bitdo Ultimate 2 Wireless für rund 70 Euro.
Bewertung
Der ROG Raikiri II Xbox Wireless hat mich im Test insgesamt positiv beeindruckt und sogar überrascht. Das liegt zum einen an den Mikroswitches, aber auch an den TMR-Sticks und an der insgesamt guten Software, die sehr schnell reagiert. Ebenfalls ein Pluspunkt: der sehr gute Lieferumfang, inklusive Hartschalen-Case für den Controller.
Es gibt aber auch Dinge, die mich ärgern. Die Software gefällt mir grundsätzlich gut, herunterladen kann ich sie aber nirgends und eine Einstellung direkt an der Xbox klappt ebenfalls nicht. Die Verbindungsprobleme am Anfang waren nervig, nach einem Firmware-Update waren diese dann Geschichte.
Die teils laut klickenden Tasten muss man mögen, ansonsten dürfte man den Controller schnell wieder zur Seite legen.
Insgesamt bekommt ihr mit dem ROG Raikiri II Xbox Wireless von ASUS einen empfehlenswerten Controller, man muss aber auch bereit sein, rund 200 Euro zu investieren. Der Xbox Elite Series 2 liegt da eher bei 150 Euro, bietet das bessere Material und Paddles, dafür aber auch keine Mikroswitches und keine TMR-Sticks.
Und genau diese TMR-Sticks sind das vermutlich stärkste Verkaufsargument des Raikiri II Xbox Wireless, denn das Risiko für Stickdrift ist denkbar gering, vermutlich geht vorher eher der fest verbaute Akku kaputt. Spielt ihr sehr viel mit Controller am PC oder der Xbox, dann kann sich die Investition in TMR-Sticks defintiv lohnen. Für Gelegenheitsspieler dürfte auch ein normaler Xbox-Controller reichen.
Alternativen:
- Der Scuf Valor Pro Wireless bietet ebenfalls TMR-Sticks, dafür aber keine Mikroswitches. Für etwa 160 Euro bekommt ihr einen hervorragenden Controller mit toller Akkulaufzeit und stabiler Verbindung.
- Der 8Bitdo Ultimate 2 Wireless ist mein Tipp für einen Controller mit TMR-Sticks für nur 70 Euro. Damit ist er ähnlich teuer wie der offizielle Xbox-Controller, bietet aber die bessere Technik. Nur der fest verbaute Akku ist ärgerlich.
- Der Turtle Beach Stealth Ultra setzt auf Mikroswitches, aber nur auf Hall-Effekt-Sticks. Für etwa 150 Euro bekommt ihr ein gutes Gesamtpaket, die Rücktasten fand ich aber im Alltag eher gewöhnungsbedürftig. Die Akkulaufzeit ist sehr gut, die Software am Anfang frustrierend.
Weitere Controller findet ihr außerdem in unserer Kaufberatung rund um Controller für PC und Xbox.
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