Der YouTuber TheLazyPeon war über die vergangenen Jahre hinweg einer der größten Unterstützer von Ashes of Creation. Nach dem plötzlichen Ende des MMORPGs war von ihm lange nichts zu sehen und zu hören. Jetzt äußert sich der Genre-Fan.
Wer ist TheLazyPeon? Der YouTuber gehört zu den größten internationalen Content-Schaffenden, die sich auf das Genre der MMORPGs spezialisieren. Der in Thailand lebende Creator kommt auf mehr als 770.000 Abonnenten und mehr als 770 Videos, und es gibt wohl kein aktuelles Online-Rollenspiel, das der „faule Peon“ nicht gezockt hat.
Über die Jahre hat TheLazyPeon dabei immer wieder auch über Ashes of Creation berichtet und seine persönlichen Eindrücke aus der Alpha geteilt. Dabei äußerte er zwar immer auch Kritik im Detail, betonte aber stets, dass er AoC für den vielversprechendsten MMORPG-Hoffnungsträger aus dem Westen hält.
Was ist mit Ashes of Creation? Seit einigen Wochen ist klar, dass dieser Traum zerplatzt ist. Studio-Chef Steven Sharif trat Anfang Februar zurück, weil er die Kontrolle über das Studio an ein bis dato unbekanntes Board aus Investoren verloren hatte. Es folgten umfassende Entlassungen und die Schließung des Studios.
Aktuell kämpfen mehrere Parteien vor Gericht um die Assets von Intrepid Studios, die Rechte an Ashes of Creation und nicht bezahlte Gehälter. Zu den Vorwürfen in den Klageschriften gehören Veruntreuung von zig Millionen US-Dollar, der gezielte Versuch einer feindlichen Übernahme sowie physische und psychische Angriffe auf Personen.
Die jahrelangen Lügen sind das Schlimmste
Wie äußert sich TheLazyPeon dazu? Lange Zeit gar nicht. Daher strömten diverse Zuschauer seines Kanals in die Kommentarbereiche alter Videos, um den YouTuber dort zu fragen, wann man mit einer Reaktion zum plötzlichen Ende von Ashes of Creation rechnen könne.
Erst in dieser Woche kam TheLazyPeon diesem Wunsch nach, und in den fast 12 Minuten seines neuen Videos sieht man dem YouTuber an, dass er auch jetzt noch sichtlich mitgenommen von der Situation ist. Er erklärt, dass er nach den Vorfällen in ein Loch gefallen sei und wochenlang keine Kraft finden konnte, um zum Ende von Ashes of Creation ein Video zu machen.
Das Video von TheLazyPeon könnt ihr euch im Folgenden oder auf YouTube anschauen:
Er habe bis zuletzt fest daran geglaubt, dass im aktuellen Alpha-Fundament ein potenziell richtig gutes Spiel stecken könnte, an dem man nur noch ein, zwei Jahre arbeiten müsse. Dass daraus jetzt nichts wird, sei ein herber Schlag für ihn selbst und das gesamte Genre der MMORPGs.
Weiterhin entschuldigt sich TheLazyPeon dafür, mit seiner oft positiven Berichterstattung zum Spiel sicherlich den einen oder anderen Zuschauer dazu gebracht zu haben, Geld in das Projekt zu investieren.
In zwei oder 3 Monaten werde ich an einem Muay-Thai-Kampf teilnehmen. Als eine Art Strafe. Vielleicht fühlt ihr euch, wenn ihr Geld investiert habt und euch jetzt verarscht fühlt, etwas besser, wenn ihr seht, wie ich einige Male geschlagen werde. Ich fühle mich auch verarscht. Ich habe tausende Dollar in das Spiel investiert, in die ganzen Vorbesteller- und Cosmetic-Sachen.
TheLazyPeon erklärt, dass das Gefühl, über Jahre belogen worden zu sein, das Schlimmste an der ganzen Sache sei. An das Projekt habe er auch vor allem deswegen geglaubt, weil Steven Sharif immer versprochen hat, dass es kein Board, keine externen Investoren und keinen Publisher gibt. Er hätte nie so viel Geld und Hoffnungen investiert, wenn er die Wahrheit gewusst hätte.
Zudem betont er, dass über all die Jahre niemand aus der Community Geld für die Unterstützung von Ashes of Creation erhalten haben soll. Die Einnahmen über das Referral-System (Man gibt einen Key für AoC weiter, der neue Spieler gibt Geld aus, der Key-Verteiler bekommt einen Anteil) hätten laut TheLazyPeon erst ab dem finalen Release ausgeschüttet werden sollen.
In den vergangenen Woche hat TheLazyPeon wohl auch immer wieder darüber nachgedacht, mit YouTube aufzuhören. Da er es jedoch liebt, Videos zu Spielen zu machen, die ihn begeistern, will er diesen Schritt jedoch nicht gehen. Er möchte in Zukunft jedoch nicht mehr über MMORPGs berichten, die über Crowdfunding finanziert werden – die schaffen es meist nicht einmal über die Release-Ziellinie.
Ashes of Creation steht auf der Asche eines Traums, der niemals Realität werden wird. Der perfekte Moment für jeden langjährigen Kritiker für ein: „Ich hab’s euch doch gesagt, das ist ein Scam!“ Unser MMORPG-Experte Karsten Scholz analysiert diesen Vorwurf, der seit Jahren durchs Netz geistert: War Ashes of Creation von Anfang an ein Scam? Trotz des bitteren Endes spricht alles dagegen
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Für ihn sicher, aber für das Genre nichts Neues. Aus dem Westen wird sicher über viele Jahre kein neues MMORPG kommen. Die Platzhirsche wie WoW, GW2, FFXIV und ESO, sowie bei Nischen Games wie Swtor, Albion Online, STO, Neverwinter usw werden erstmal die nächsten Jahre bei uns “weiter laufen”. Die kommenden MMORPG’s dieses und nächstes Jahr wie Aion 2, Chrono Odyssey, sowie AA Chronicles werden ausschlaggebend sein für die Zukunft des Genres und sicher auch einen Impact auf kommende MMORPG’s in einigen Jahren haben wie GW3, das MMORPG von Riot oder Stars Reach usw. zumindest bei uns im Westen.
Ich glaube westliche Entwickler lassen erstmal weiter die Finger davon nach dem AoC-Debakel.
Westliche Entwickler und Investoren sollten sich vor allem an die eigene Nase fassen, und mit dem Täuschen und Lügen aufhören. Stattdessen kreative Ideen entwicklen und ehrlich mit der Community kommunizieren.An beidem fehjlt es zur Zeit total.
“Transparenz” und “Kommunikation” ist oft ein Problem bei westlichen Publishern