ArcheAge: Zwischen „puristischem“ Free2Play und Pay2Win

In einem Interview spricht der CEO von Trion Worlds, Scott Hartsman, über die Feinheiten beim Bezahlmodell für das Free2Play-MMO ArcheAge.

Hartsman geht im Gespräch mit Forbes auf die Unterschiede zwischen dem westlichen und asiatischen Markt ein. Eines der begehrtesten Objekte bei ArcheAge werden die Gleiter sein, eine Art Flugmount. In bestimmten Teilen der Welt wäre es, so Hartsman, völlig akzeptabel, dass der beste und exklusivste Gleiter im Cash-Shop gegen Bares zu erwerben sei. Und das für eine stolze Summe. Vielleicht wäre es gar das teuerste Item dort und niemand würde sich darüber aufregen. Im Westen hingegen werde so etwas von den Spielern überhaupt nicht akzeptiert. Dort könne man zwar einen guten Gleiter im Cash-Shop anbieten, aber auf keinen Fall den besten. Der müsste bei einem Free2Play-Modell im Spiel, nicht im Shop erhältlich sein.

Damit beschreibt Hartsman einen Mittelweg für ArcheAge zwischen einem „puristischen“ Free2Play- und dem verpönten Pay2Win-Modell anderer Betreiber, in denen Spieler gezwungen sind, Geld auszugeben, wollen sie auf hohem Niveau konkurrenzfähig bleiben. Puristen hingegen fordern, dass man im Cash-Shop nur kosmetische Items kaufen darf, die keinerlei Auswirkungen aufs Gameplay haben. Die Position von Trion Worlds, den Machern hinter ArcheAge, Rift und Defiance, liegt irgendwo dazwischen. Man glaubt, dass in Spiel investiertes Geld und investierte Zeit zwei Güter sind, die untereinander austauschbar sein sollen.

Zwei Freunde sollten miteinander auf einem Niveau spielen können, wenn der eine mehr Zeit und der andere mehr Geld in ArcheAge investiert. Nach dieser Philosophie richtet man auch das Spiel aus.

ArcheAge

Allerdings müsse man im Westen auch auf andere Begebenheiten achten, wie Hartsman erklärt. So sei es in Korea ganz normal, dass man sich mit einer „National ID“, einer staatlichen Kenn-Nummer, für ein Spiel registriere. Das stelle sicher, dass sich jeder nur einen Account machen könne. In Europa sei sowas undenkbar. Deshalb müsse man hier darauf achten, dass niemand mit einer Armee aus Free2Play-Accounts die Ingame-Wirtschaft durcheinanderbringen kann. Eine Sicherung hierfür existiert im ursprünglichen Spiel nicht, da sich das Problem in Korea überhaupt nicht stellt. Daher muss nun für diesen Fall vorgesorgt werden, auch das führt zu Änderungen im Free2Play-Modell.

Im Interview mit Forbes fand Hartsman die Gelegenheit, mehrfach die Besonderheit von ArcheAge zu betonten, als „Sandpark“-Game (eine Mischung aus Sandbox und Themepark) eine neue MMO-Erfahrung zu bieten. Er unterstrich erneut die hohen Ambitionen des Spiels: „Wir möchten, dass ArcheAge nicht nur das beste Sandbox-MMO in 2014 wird, sondern das beste MMO überhaupt.“

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Toby-

Ich glaube Trion hat hier mal DIE Chance. Einige Spieler werden vermutlich bald in WoD und WildStar feststellen, dass ihnen Raiden doch nicht (mehr) so viel Spaß macht. Und dann kommt da plötzlich dieses innovative neue ArcheAge. Trion kann es eigentlich nur durch das Geschäftsmodell verbocken, „Freemium“ UND Itemshop? Kritik hagelt’s ja jetzt schon, die Free-User kommen sehr schwer voran. Ich habe gehofft man würde sich da eher an Wildstar und EVE orientieren.
Die Philosophie klingt ja so ganz toll, sofern man sich diesen Stammspieler-Status nicht irgendwie erspielen kann wirkt dies bisher wie Augenwischerei, hoffentlich passiert noch was.
Bei dem Glider Beispiel ist es auch wichtig, ob solche Gegenstände handelbar sind.

Gerd Schuhmann

Den Stammspieler-Status kann man sich „erspielen“, den kann man durch eine Lizenz erreichen, die ein anderer für Echtgeld kauft, und die man ingame mit Gold ertraden kann.

Es ist dann immer die Frage, wie das in der Praxis wird, wie die Preise sind, wie sich das „anfühlt“. Es ist schwer das außerhalb von so einer Live-Umgebung vorherzusehen.

Ich hab gelesen, ein heikles Thema bei ArcheAge wird der sogenannte „Land-Rush“ sein, wer sich die besten Grundstücke sichert, da wird’s dann auch um Free2Play/Pay2Win usw. gehen.

Das Bezahlmodell bzw. wie man Free2Play gestaltet, wird, meiner Ansicht nach, die wichtigste Frage der nächsten Jahre sein. Das Problem ist, dass ein Free2Play (mit rein kosmetischen Items im Store) wahrscheinlich nur bei den absoluten Top-Titeln funktioniert.
Und grade bei Handygames und so im „unteren“ Bereich werden teilweise erschreckende Methoden probiert bei „Pay2Win“ bzw. die Games werden unspielbar, ohne Geld nachzuschießen. Also von „unten“ kommt da auch so eine Senkung der Hemmschwelle. Es ist für das Genre zu hoffen, dass sich diese Philosophie nicht durchsetzt.

Aber um das klar zu stellen: Da ist ja Trion Worlds gar nicht im Verdacht, sowas krasses zu versuchen. Sondern sie suchen einen Mittelweg zwischen diesen Polen.

Das Thema wird uns, bin ich mir sicher, die nächsten Jahre alle beschäftigen. Bis jetzt gibt’s wenige Free2Play-Tripple-A-Titel und noch weniger, die mit so einem Modell an den Start gingen. Das wird jetzt erst langsam losgehen auf Top-Niveau, wenn SOE in die Gänge kommt, mehr Spiele aus Asien kommen, die Konsolen an Einfluss im MMO gewinnen.

Toby-

Danke für den Hinweis! Gut zu wissen.

Ein Problem ist auch, das die lausigen Pay2Win Grinder aus Asien hier scheinbar nicht so schlecht laufen, wenn man mal zu Webzen (ehem. Gala Net) schaut. Die bringen tatsächlich noch für Spiele aus 2006 neue Erweiterungen. Diese Spiele sind ein Paradebeispiel für „Pay2Win“.

Ich hoffe nur die Spieler akzeptieren den „Mittelweg“ von Trion. Bei Free-User Beschränkungen kommt irgendwann eine Grenze, wo es nicht mehr nur am Komfort mangelt, sondern man nicht mehr mithalten kann. Momentan sieht’s leider so aus als würde Trion das verhauen. Dann wäre es eine bessere Demo wie bei SW:Tor, auch wenn man dies in dem Interview ausgeschlossen hat. Ich lass mich Mittwoch gern eines Besseren belehren.

In ArcheAge gibt es durch das Housing auch so viele Möglichkeiten für kosmetische Gegenstände. Und Spieler zahlen in MMOs immer um in der Menge aufzufallen, meine Meinung.

F2P ist in der MMO Szene mittlerweile so verschrien, ich befürchte das es schwierig genug wird Spieler in’s ArchAge Boot (haha) zu holen. Umso schlimmer wenn Neulinge in den ersten Stunden den Eindruck bekommen, ohne Premium geht’s kaum voran. Nach den letzten Titeln wird die Skepsis bei den meisten zurecht groß sein. Hoffentlich wird’s nicht so schlimm wie ich befürchte 😉

Aber du hast Recht, man ist sich in Europa noch nicht einig wo Free2Play aufhört, Pay2Win anfängt und was die Kunden wirklich akzeptieren. Vielleicht passt Trion den Shop nach Release nochmal an, je nach Feedback.

DSD

ich finde das premium modell gut! wer rumheult weil er nicht gleich schnell mit nem abo user vorankommt will wohl alles in den a**** geschoben bekommen… ich mein bei wildstar oder wow, usw heult doch auch keiner rum das er ein abo bezahlen muss“ bei archeage sollen sie froh sein das sie überhaupt ohne zu bezahlen ins spiel reingucken können und sogar was erreichen können! solange der itemshop fair bleibt ist das spiel vom bezahl modell genau richtig!

Toby-

Weiß ich nicht. Mir ist ein 7-Tage „full access“ Probezugang lieber als so ein eingeschränkter Blödsinn (nicht auf AA bezogen da bisher zu wenig drüber bekannt ist). Es geht auch nicht so sehr um „gleich schnell“ voran kommen sondern eher „kaum“ voran kommen. Für gecraftete Gegenstände später im Spiel braucht’s über 6000 Laborpunkte, Free User bekommen 12 pro Stunde, EINGELOGGT. Könnte ich mir so’n Zugang nicht leisten würd ich wohl nicht mehr wieder kommen.

Für mich persönlich sind Freemium Spiele nicht viel anders als P2P, entweder es gefällt, dann will ich keine Nachteile gegenüber Spielern mit mehr Geld in der Tasche und bin selbst bereit monatlich aus zu zahlen. Trifft das nicht zu spiel ich was anderes.
Es ist halt furchtbar abschreckend wenn mit Free2Play geworben wird und Spieler mit Interesse keinen Spaß finden ohne Premium.

Gorden858

Meiner Meinung nach ist es hauptsächlich eine Kommunikationssache.

Bei einem P2P-Titel ist für alle klar, dass es genau Betrag X im Monat kostet, das Spiel zu spielen, und man kann sich genau überlegen, ob es einem dies wert ist. Wird nun noch angeboten, sich das Spiel für einen gewissen Zeitraum oder bis zu einem bestimmten Lvl gratis anzuschauen, entsteht der Eindruck eines guten Angebots und außerdem sind auch hier wieder die Bedingungen für alle Beteiligten klar definiert.

Bei F2P ist es nun eine andere Sache. Hier wird erst einmal (allein ja schon durch die Bezeichnung des Bezahlmodells) suggeriert, es sei umsonst, das Spiel zu spielen. Befinden sich nun im Itemshop lediglich Vanity-Items und/oder Komfortvorteile (Bankfächer, Charakterslots, EP-Boosts etc.), man kann aber auch ohne weiteres gratis Spaß am Spiel haben oder es ist von vorneherein klar, dass vom Gratisumfang bestimmte kostenpflichtige Teile des Spiels (Endgamecontent, Klassen, Rassen o.ä.) ausgeschlossen sind, ist auch das in Ordnung.

Wird das Spiel jedoch so konzipiert, dass es nach und nach ganz subtil in einen ermüdenden Grind hinausläuft und man permanent unter die Nase gerieben bekommt, dass zahlende Spieler im Vorteil sind, so wie wir es mittlerweile von 90 % aller Mobilegames kennen, ist ganz klar eine Grenze überschritten. Denn dies findet im Normalfall so keine Erwähung in der Werbung. Das hat auch nichts damit zu tun etwas in den A*** geschoben zu bekommen (ganz davon abgesehen, dass es einfach unnötig ist über solch ein Thema direkt wieder persönlich zu werden). Ich habe als Verbraucher ein ganz natürliches Verlangen danach, möglichst wenig für meinen Konsum zu bezahlen. Der Publisher ist nun aber derjenige, der die Erwartungshaltung schafft, ich könne etwas umsonst genießen, obwohl er von vorneherein weiß, dass er es so nicht liefern kann und auch gar nicht will.

Viciskander

Nun man kann auch als F2P Spieler alles erreichen was ein Abo Spieler erreicht. Es dauert nur etwas länger. Wenn man natürlich nicht weis wie, denkt man schnell es geht gar nicht.
Beispiel ? Nehmen wir mal das Claimen von Land mit Vogelscheuche oder Haus. Dies geht als F2P Spieler nicht, Ergo denken die meisten, blöd, man kann ja mit F2P gar nix machen. Nun es geht doch. man braucht dafür ein paar Leute die ein Abo haben und mit denen man zusammenspielt. Dann ist es gar kein Problem, deren Land und deren Haus auch für sich zu nutzen. Und wem das nicht reicht, der kauft sich eben das Abo über Ingame Währung.

Es ist verdammt gut das F2P Spieler nicht genau das selbe wie Abo Spieler können. Wer würde den sonst auch noch ein Abo kaufen ?

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