92 % der Generation Z werden aus einem einfachen Grund von Personalabteilungen abgelehnt: Ihr Eintritt in den Arbeitsmarkt hat zu einer „kritischen Situation“ geführt 

92 % der Generation Z werden aus einem einfachen Grund von Personalabteilungen abgelehnt: Ihr Eintritt in den Arbeitsmarkt hat zu einer „kritischen Situation“ geführt 

Einem Bericht zufolge halten Personalabteilungen nur 8 % der jungen Berufseinsteiger der Generation Z für arbeitstauglich, und das hat einen anderen Grund als Künstliche Intelligenz.

Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild.

Was zeigt der Bericht? Die Generation Z erlebt derzeitig das Gefühl, dass ihre Hochschulabschlüsse an Wert verlieren, da sie trotz eines Bachelor- oder Masterabschlusses Schwierigkeiten haben, einen Einstieg in die Arbeitswelt zu ergattern. 

Ein Bericht von Criteria zeigt, dass ein großer Teil der Generation Z aus der Sicht vieler Personalabteilungen für diesen Einstieg schlichtweg nicht geeignet seien. Nur 8 % der 350 Befragten glauben, dass die jungen Menschen der Generation Z vollständig auf die von ihnen geforderten Stellen vorbereitet sind. 

Natürlich bleibe KI weiterhin ein wichtiger Faktor der Diskussion, da auch immer mehr CEOs betonen, dass Junior-Positionen auch von virtuellen Managern besetzt werden könnten. Doch in diesem Fall hat die KI eher weniger mit dem Pech der Gen Z zu tun. 

Was den jungen Menschen tatsächlich fehlt, seien Fähigkeiten, die über einen Hochschulabschluss hinausgehen: Kommunikation, Problemlösungskompetenz und eine professionelle Ausstrahlung (Quelle: 3DJuegos).

Softskills seien wichtiger als ein erfolgreicher Hochschulabschluss

Was macht der Gen Z den Einstieg so schwer? Trotz des Anstiegs an akademischen Titeln in Form eines Bachelor- oder Masterabschlusses, mangele es jungen Menschen an Softskills, die aufgrund des hohen Andrangs am Arbeitsmarkt immer relevanter werden, um sich von anderen Kandidaten abzuheben. 

Auch wenn sie in Anbetracht ihrer Abschlüsse für eine Stelle als qualifiziert gelten, oft auch überqualifiziert, ist das für die einstellende Abteilung keine Besonderheit mehr. Andere Faktoren spielen daher eine größere Rolle, die laut des Berichts bei vielen Personalabteilungen nicht ausreichend erfüllt würden.

Wie äußert sich der CEO von Criteria dazu? Der CEO von Criteria, Josh Millet, teilt dem Magazin Fortune mit, dass das Überangebot von Hochschulabsolventen gemeinsam mit einer Vertrauenskrise hinsichtlich der tatsächlichen Bedeutung des Abschlusses für die Beschäftigungsfähigkeit zu einer „kritischen Situation“ geführt habe. 

Arbeitgeber senken ihre Anforderungen hinsichtlich der Hochschulabschlüsse, wodurch sie ihre Bedeutung verlieren – Und das würde auch von den Absolventen wahrgenommen werden.

Millet erwähnt jedoch, wie in dem Bericht verdeutlicht wurde, dass Arbeitgeber dementsprechend unabhängig von der Branche zunehmend auf die Softskills der Bewerber zählen. Einige Arbeitgeber wie Google oder Microsoft haben Bewerbern ohne Hochschulabschluss hochrangige Stellen angeboten und beim Bewerbungsprozess den Schwerpunkt auf Berufserfahrung und andere Qualifikationen gelegt. (Quelle: Fortune).

Aufgrund des hohen Andrangs sehen sich Absolventen der Generation Z weiterhin einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Einem Mann hingegen fiel es tatsächlich recht leicht einen Job bei einer bekannten Bank zu bekommen, obwohl die Aufnahmequote dort bei unter 1 % liegen soll – und das durch ein Gespräch, das weniger als eine Minute dauerte: Ein Mann erzählt, eine Firma habe mit ihm 39 Einzelgespräche geführt, doch der entscheidende Termin habe weniger als eine Minute gedauert

Quelle(n): 3DJuegos, Criteria, Fortune
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Xcoon

Naja ich führe Einstellungsgespräche für mein Team selber und finde nicht das es sich gross geändert hat. Berufsanfänger sind noch immer gleich schieße wie vor 30 Jahren.

Ne Quatsch… Es sind immer gute Leute dabei und auch viele junge mit Potential.
Das Problem ist eher, dass die Jungen von Heute nach der anfänglichen Euphorie schneller das Handtuch schmeißen als früher. ein paar mal Kritisieren reicht da manchmal schon.

HiveTyrant

Dazu kommt auch, das Loyalität leider oft (nicht immer) nur noch eingleisig erwartet wird – und zwar von den AN gegenüber den AG, umgekehrt wird in vielen Firmen der AN beim kleinsten Problem direkt ‘entsorgt’. Sofern die Firma nicht von vornherein die AN von irgendeinem Personaldienstleister holt, damit die noch einfacher entsorgt werden können.

Andrycha

Ich bin aber der Meinung dass die HR Leute einfach das Hinterteil offen haben und zu Fest im Sattel auf ihrem hohen Ross sitzen.

MRECDW89

Jenachdem was man in welcher Generation unter professioneller Ausstrahlung versteht.. . Viele denken leider immer noch das ein Anzug das Optimum ist obwohl es auch ganz anders geht. Man soll immer sein wie andere einen haben wollen statt den Menschen so wie dieser eben ist.

master_of_change

Wie soll man das bitte anstellen, frisch mit Abschluss von der Uni und gleich x Jahre Berufserfahrung? Das schafft doch nur Chuck Norris.

Zudem, wann soll für die geforderten Softskills “Kommunikation, Problemlösungskompetenz und eine professionelle Ausstrahlung” in den verschulten Studiengängen noch Zeit sein? In den ersten Semestern ist i.d.R. Bulimie-Lernen angesagt und in den späteren Semestern wird dann noch die vorlesungsfreie Zeit mit Blockkursen, Praktika, Tutorien und Hausarbeiten (etc.) vollgestopft und zwischndurch gibt es noch ein Jahr im Ausland.

Was den Zustand des Schulsystems (in D) und den daraus entspringenden Defiziten in der fachlichen Bildung und den Softskills angeht, haben das die jungen Menschen kaum selbst zu verantworten. Das ist eine (aus meiner Sicht) üble Mischung an verfehlter Bildungpolitik, unzureichender Erziehung durch die Eltern und dem scheinbar immer schnelleren, z.T. gleichzeitigen Auftreten von globalen Kriesensituationen (z.B. Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung, Krankheiten wie Corona, Kriege, …), die es in dieser Qualität seit den Weltkriegen und der Zeit dazwischen nicht mehr gegeben hat.

RomanDukey

Das wundert mich ehrlich gesagt kaum. Finde es spannend, dass die guten, alten Softskills wieder relevanter werden.

IC3GH05T

Tja nur kacke dass wir schon bald 2 Generationen kaum noch darin ordentlich ausbilden. Schüler haben heutzutage keinen Konkurrenzkampf mehr und kaum noch Leistungsdruck im Gegensatz zu uns damals. Daher bekommt man immer das Gefühl, dass die nichts drauf haben, wenn man mit Gen Z redet. Wie auch? Wann genau sollen die mal Selbstbewusstsein aufgebaut haben um wenigstens kompetent zu wirken? Teamarbeit hatten die mit Sicherheit. Allerdings eher die kuschelige Variante. Sicher nicht die wo ihr unter Druck steht den Abgabetermin noch einzuhalten und dann noch der Abteilungsleiter Druck macht weil es sonst um sehr viel Geld geht. Das sind nur Beispiele warum die so inkompetent wirken. Allerdings wird das in Zukunft noch schlimmer. Ich habe relativ viel mit aktuell 6~14 jährigen zu tun. Die haben genauso 0 Sozialkompetenz. Aber die sind dabei auch unfähig. Wenn du mit denen “ich packe meinen Koffer” spielst versagen die beim dritten Objekt. Wenn sie bei “Ich sehe was, dass du nicht siehst” zwei bis drei mal falsch liegen sind sie bereits frustriert und geben auf. Das liegt auch nicht daran, dass die Spiele doof sind. Mit dem Gedanken haben wir es in Minecraft ausprobiert. Ich habe 3 Kisten gebaut. In einer waren Steine, in einer Eisen und in einer anderen Holz. Und, du ahnst es sicher schon, nein, sie konnten sich nicht merken in welcher Kiste was drin ist und mussten jedes mal neu reinschauen. Um sich diese 3 gleichbleibenden Dinge zu merken haben sie letztlich Stunden gebraucht. Hoff also lieber nicht drauf, dass jemand für deine Rente arbeiten geht…

Btw Schuld daran sind die Schulen, nicht die Kinder. Denen wird nur einfach nichts mehr beigebracht. Ist angeblich viel pädagogischer so. Weil wir ja alle so kaputt waren als Kinder…

Zuletzt bearbeitet vor 5 Monaten von
HiveTyrant

Naja, damals war auch nicht alles Gold. Wobei eine Entwicklung der letzten 20 Jahre damals schon sinnvoll gewesen wäre.
In NRW zumindest hat am Ende der Grundschule, bei der Schulwahl, eine Bewertung durch den Lehrer angestanden. Wer von den Eltern aufs Gymnasium oder die Realschule geschickt werden sollte und in der Bewertung nur ‘Vielleicht Geeignet’ stehen hatte, wurde auf der jeweiligen Schule härter bewertet und musste direkt härter arbeiten als die uneingeschränkt ‘Geeignet’ bewerteten.
Von 5 Parallelklassen am Gymnasium z.B. war das Ziel, 1 oder sogar 2 zu ‘eliminieren’, zum Ende der 8. Klasse spätestens nochmal eine, bis zum Ende der 10. dann runter auf nur noch 30-40 Schüler, die dann in die gymnasiale Oberstufe (aka 11-13. Klasse, fürs Abi) wechselten. Quasi 2 Klassen mit 15-20 Schülern maximal, damit auch mehr Zeit für die einzelnen Schüler ist. Ab dem Zeitpunkt wurde dann gezielt gefördert und nicht mehr ‘aussortiert’.
Es war sehr verbreitet, das manche es durch die 5. und 6. Klasse schafften (Ende der 6. Klasse war die Entscheidung, ob man zwangsweise wechseln musste oder nicht), dann am Ende der 7. Klasse nicht versetzt wurden. Eine Wiederholung dann auf dem Gymnasium, wer es dann nicht geschafft hat und noch eine Wiederholung benötigte, ist dann meist auf die Realschule gewechselt.
Bisschen komisch wenn man dann die ehemaligen Klassenkameraden 2 Jahrgänge unter sich hatte.
Damals galten die Gesamtschulen (keine Bewertung notwendig, da man dort auf Realschulniveau gestartet ist und dann in den Hauptschul oder Gymnasiumskurs umgestuft werden konnte) als ‘Abwrackschulen’, da man nur durch schlechtes Verhalten von der Schule fliegen konnte, nicht für miese Leistung.
Das hat sich dann ab den 2000ern massiv geändert, und mittlerweile können Gesamtschulen sich vor Interesse nicht retten, bzw. werden Realschulen zu Gesamtschulen umgewidmet.

Cortyn

Zumindest den Teil mit “Schüler haben heute keinen Leistungsdruck mehr”, würde ich doch arg anzweifeln. Wenn ich sehe, was meine Nichten und Neffen für Stress wegen der Schule haben, glaube ich schon, dass das deutlich mehr ist als noch vor zwei Generationen. Also gerade wenn man so die Geschichten aus der Generation meiner Eltern und dann zwei Generationen danach vergleicht.

Das Schulsystem in Deutschland ist einfach veraltet und überhaupt nicht mehr geeignet, um junge Menschen auf tatsächliche Herausforderungen des Lebens vorzubereiten. Stattdessen klammert man sich an wirklich komplett sinnloses “Lernen für die nächste Klausur”, hat nahezu jede Kreativität aus den Unterrichtsinhalten rausgequetscht und wundert sich dann, wenn kaum ein Kind mehr Freude am lernen hat, und viele einfach sagen: Ja, dann macht das halt ChatGPT für mich.

Ich glaube, über das Schulsystem könnte man lange streiten und debattieren. Das hat so viele unterschiedliche Faktoren, die darin einfließen. Veraltete Ausstattung, Eltern die beide in Vollzeitjobs sind (und sein müssen) und daher die Kinder im Grunde von der Kita an recht wenig sehen, betreuen und erziehen, die immer schneller werdende technische Entwicklung, mit denen viele Erwachsene kaum nachkommen und das Bildungssystem schon gar nicht.

Aber du hast zumindest in einem Punkt recht: Nicht die Kinder haben Schuld daran. Die sind nahezu vollständig das Opfer eines Systems, das gar nicht mehr für das moderne Leben ausgelegt ist.

Zuletzt bearbeitet vor 5 Monaten von Cortyn
IC3GH05T

Ich stimme euch beiden zu. Besonders weil es meinem Kommentar nicht widerspricht sondern eher ergänzt. Dafür muss ich aber erläutern was ich mit “kein Leistungsdruck” meine. Da war ich ziemlich undeutlich, sorry. Natürlich ist es so, dass der Druck von Klassenarbeit zu Klassenarbeit da ist. Das was ich meine geht aber in die Richtung die HiveTyrant hier anschneidet. Die Abschlüsse werden mit voller Absicht immer leichter gestaltet und es wird immer schwerer überhaupt noch zu versagen. Zugleich geht dabei, wie du schon sagtest, jede Kreativität und Sozialkompetenz flöten. Ein Abitur wird immer weniger wert was die anderen Abschlüsse nur noch mehr entwertet. Das in etwa meinte ich mit fehlendem Leistungsdruck. Denn es wird letztlich immer einfacher das Abitur zu bekommen. Wie HiveTyrant schon richtig sagte, war es vorher ungleich viel schwieriger überhaupt drin zu bleiben. Dadurch hatte es einen Wert. Und dadurch hatten auch die anderen Abschlüsse einen Wert.

Ob das besser war als heute? Ich würde sagen ja. Aber ob es gut war? Hmm nicht unbedingt. Wir hatten ganz einfach Abschlüsse die auf dem Arbeitsmarkt einen Wert hatten und haben Kreativität (wobei das auch nur sehr begrenzt) und Sozialkompetenz gelernt. Auch wir waren nicht optimal vorbereitet. Aber zumindest besser als alle die heute aus der Schule kommen. Ich würde aber dennoch nicht einfach wieder zurückkehren zum alten. Ich denke es wäre richtig mit Arbeitgebern und Universitäten gemeinsam ein völlig neues Konzept zu erstellen sodass junge Erwachsene alles lernen was sie für das Arbeitsleben oder die Uni brauchen, je nach dem welchen Weg sie einschlagen wollen. Stattdessen werden sie in der Grundschule komplett verhätschelt und lernen fast nichts fürs Leben. Anschließend lernen sie ausschließlich für Prüfungen wobei sie das meiste davon niemals brauchen werden und gerade die unnötigen Dinge viel zu sehr ins Detail gehen während wichtige Dinge komplett auf der Stecke bleiben.

Was ich außerdem mit Leisungsdruck meinte, und auch das habe ich nicht deutlich gemacht weil es auch nicht das richtige Wort dafür ist, ist dass sie sich nicht mehr miteinander messen. In den Bundesjugendspielen soll es plötzlich keine Ehrenurkunde mehr geben weil wir alle gleich gut sind und beim Fußball werden keine Punkte mehr gezählt weil es nur um Spaß geht. Auch hatten wir eine Rangliste der Klassenbesten, da Lehrer noch heute damit den Klassendurchschnitt berechnen und es für uns ein Antrieb war besser zu werden. Denn wir sind nicht alle gleich. Ich war schon immer sehr gut in Mathe und Kunst. Aber wenn jemand behauptet, dass ich genauso schnell rennen könnte wie die Jungs im Fußball Club dann erzählt derjenige Blödsinn. Dieses System war nicht nur wichtig damit wir lernen uns durchzusetzen oder um andere zurückzulassen, sondern auch um unsere Stärken und Schwächen besser abschätzen zu können um daran zu arbeiten. Wenn ich heute jemanden von der Gen Z frage “Was ist deine größte Schwäche” bekomm ich nur so weichgespülten Brei wie “Dass ich zu hilfsbereit bin”. Als Arbeitgeber sitzt man dann vor einer schwierigen Entscheidung. Entweder der Bewerber erzählt Bullshit oder er hat ein ernsthaftes psychlogisches Problem. Was soll man da noch sagen außer “Wir melden uns”? Wenn ich mir allerdings anschaue, dass es schon Schüler mit eigenen Personal Trainern gibt um genau solche Antworten zu lernen verbessert es meine Meinung nicht gerade.

HiveTyrant

Beim Abi gilt ja jetzt schon, wenn ich als Universität für z.B. Medizin auswähle, wen nehme ich da?
Den 1.3er aus Berlin oder NRW, der sich den Durchschnitt mit Sport und ‘geistigen’ Nebenfächern wie Kunst, Religion oder Musik in den Keller prügelt, aber ansonsten ein 1er Kandidat war.
Oder nicht lieber den 1.6er Kandidaten aus Bayern oder BaWü, der sich dank föderalistischem Bildungssystem zumindest noch bemühen musste, und dessen Abitur deswegen deutlich härter war.

Und dann klagt der 1.3er sich auf den Studienplatz.

Das System von damals, mit objektiver Bewertung, und eine zwangsweise Umstellung aller Schulen auf ein Gesamtschulkonzept wäre sicherlich hilfreich.
Gerade im Gymnasialzweig der Schulen wurde damals ab der 7. Klasse viel ‘sinnloses’ zwangsläufig mit in den Lernstoff gezwungen. Fremdsprachen zum Beispiel, zu meiner Zeit damals gab es vor der 5. Klasse die Wahl zwischen Latein und Englisch. Wenn von allen neu aufgenommenen Schülern nur einer mehr Latein wollte als Englisch, hat der gesamte Jahrgang mit Latein gestartet, ohne auch nur eine Stunde Englisch. Bei Schulwechsel mangels Leistung am Ende der 6. Klasse ist man dann ohne ein Wort Englisch in Haupt- oder Realschule gewechselt, wo Englisch ab der 5. Klasse Pflichtfach war.
Ab der 7. Klasse gab es dann die Wahl zwischen der nicht gewählten Sprache sowie Französisch. Der Fremdsprachunterricht war verpflichtend. So ging das übrigens weiter, in der 9. Klasse musste man die nächste Fremdsprache wählen, und dann in der 11. Klasse noch eine weitere. Jede Fremdsprache zählte als Hauptfach, wodurch bei sprachlich nicht so bewanderten Schülern alle 2 Jahre ein weiterer quasi vorprogrammierter ‘Abiturverschlechterer’ hinzugefügt wurde.
Ich bin damals nach der 6. Klasse auf die Realschule gewechselt (war ‘Vielleicht Geeignet’ und die Gymnasiallehrer haben damals gegenüber solchen Schülern ein Verhalten an den Tag gelegt, das man heutzutage legitim als ‘Mobbing’ bezeichnen würde). Dort musste ich in der 7. Klasse Französisch lernen. Weil in der 8. Klasse dort aber die Wahl zwischen Sozialwissenschaften und Französisch stand, haben die F-Lehrer die den 7. Jahrgang betreut haben (wir hatten insgesamt 4 Lehrer, die Französisch unterrichtet haben, 3 davon nur auf 7. Klasse Niveau, 1 Lehrerin hat die 9. und 10. Klassen betreut, die 8. Klasse hatte meist nur 1 Lehrerin, die aber auch die 7. Klasse mit unterrichtet hat. In meinem Jahrgang gab es 2 Klassen für Französisch.) beschlossen, das sie die 7. Klasse nur als ‘Schnupperkurs’ verwenden wollen. Sprich, von 7 Lektionen im Buch haben wir gerade mal 3 geschafft.
In der 8. Klasse hatten wir dann noch 3 Klassen, statt wie vorher 5. Da haben wir es mit hängen und würgen geschafft, den Stoff der 7. Klasse zu beenden und im Buch der 8. Klasse bis zur 4. Lektion zu kommen, also etwas mehr als die Hälfte.
Zum Ende der 8. Klasse stand dann wieder eine Wahl an, ich wurde von meiner Familie zum Französischunterricht gezwungen, für die letzten 2 Jahre.
In den 2 Jahren haben wir es mit hängen und würgen geschafft, den Stoff der 8. und 9. Klasse zu bearbeiten.

Niemand in diesem Jahrgang hatte am Ende das Gefühl, das sie etwas fürs Leben gelernt haben, mit dem man etwas anfangen kann. Selbst bei denen, die mit ‘Qualifikation’ weiter aufs Gymnasium wollten, waren die F-Kenntnisse nicht ausreichend, um dort weiterzumachen.
Alles in allem, 4 Jahre mit einer Fremdsprache verballert, ohne Sinn und Verstand. 3 Stunden pro Woche. Hätte lieber 1 Stunde davon mehr für Englisch gehabt, zumindest in der 7. und 8. Klasse. Oder Informatik, da das damals noch relativ neu war. Beziehungsweise was heutzutage sehr viel wichtiger wäre: Medienkompetenz, was man in die Informatik mit hineinweben könnte.
Oder wenn alles schief geht, ‘Ethikunterricht’ in dem moderne Werte unterrichtet werden. Und nein, ich meine damit nicht ‘Es gibt 34412354 Geschlechter!’ oder ‘Fleisch ist Mord!’. Gerade dank der Zuwanderung aus Ländern mit anderen Wertesystemen wäre ein Ethikunterricht wichtig.

Zuletzt bearbeitet vor 5 Monaten von HiveTyrant
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