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World of Warcraft: Blizzard schließt „Classic Server“ Nostalrius – 150.000 aktive Spieler verlieren Heimat

Blizzard schließt einen Server für ihr World of Warcraft, der von Fans betrieben wurde.

Es ist bei World of Warcraft und auch anderen Games schon länger ein Phänomen. Die Fans selbst nennen es „Classic Server“ oder „Private Server“, man könnte allerdings auch „Piraten-Server“ dazu sagen. Das sind Server, die von anderen Leuten als Blizzard betrieben werden und das ohne irgendeine Lizenz. Diese Server laufen mit früheren Version von WoW.

Für die Nutzung dieser Server fallen für Spieler normalerweise keine Gebühren an, während das offizielle WoW ja immer noch ein Abo-Spiel ist. Das und der Nostalgie-Faktor tragen sicher zur Beliebtheit dieser Angebote bei.

Der Privat-Server Nostalrius hatte, wie Kotaku berichtet, am Ende 800.000 registrierte Nutzer und 150.000 aktive Spieler. Jetzt machen französische und US-amerikanische Anwälte im Auftrag Blizzards den Server dicht. Nach Angaben der Betreiber von Nostalrius erreichte sie ein formelles Schreiben mit der Ankündigung einer Klageerhebung. Sie reagierten mit der Schließung. Bis zum 10. April um 23:00 Uhr haben Spieler wohl noch, dann gehen die Lichter aus.

Nostalrius-WoW-Brief

Nostalrius lief mit 1.124, der Vanilla-Version kurz vor Burning Crusade. Die Betreiber des Privatservers kündigen an, den Source Code und anonymisierte Spieler-Daten frei zugänglich zu machen, so dass die Community über das Schicksal von Nostalrius entscheiden wird. Die jetzigen Betreiber werden nicht mehr „die Führung übernehmen.“

Außerdem hat man eine Petition eröffnet und bittet um Unterschriften.

Blizzard hat die Schließung des Servers nicht kommentiert.

Vielleicht wurde die Popularität dem Server zum Verhängnis

Mein MMO meint: Es ist ein heikles Thema. Die Fans sagen: Das gehört uns, wir haben hier so viel Zeit und Leidenschaft investiert. Wir wollen doch nur wieder so spielen wie damals, als wir uns in das Spiel verliebten, lasst uns doch in Ruhe. Ihr gebt uns nicht mehr das, was wir wollen, dann setzen wir unsere Energie ein, um uns selbst eine Welt zu schaffen, und die macht Ihr uns dann kaputt.

Blizzard sagt nichts. Aber kann sich ja jeder denken, was dahintersteckt: Es ist unser Spiel, wir haben die Rechte daran, das ist unser Job, da hängen Arbeitsplätze dran und wir sind stolz auf unser Spiel, das gehört uns. Wenn Ihr das spielen wollt, dann auf unseren Servern, zu unseren Bedingungen und so, dass wir damit Geld verdienen.

Ob das jeder Entwickler so sieht, sei dahingestellt. Ex-Everquest-Chef Smedley hat etwa seine Bewunderung für die Energie und das tüftlerische Geschick zum Ausdruck gebracht, die hinter Privat-Servern für Everquest stecken. Aus „Firmensicht“ ist die Haltung aber klar.

Bei aller Sympathie für die Leidenschaft, die Leute in solche „Privat-Server“ stecken, aber dass so etwas jederzeit geschlossen werden kann und dass die Wahrscheinlichkeit steigt, je größer und bekannter so ein „Privat-Server“ wird, sollte jedem klar sein. In den letzten Monaten war immer häufiger, auch bei uns, zu beobachten, wie über Nostalrius in Kommentaren gesprochen wurde, als wär das total normal, dort zu spielen und als wär da nichts bei.

Jedenfalls heizt die Geschichte nun die Diskussion um die Frage an: „Warum bringt Blizzard eigentlich nicht selbst WoW-Classic-Server?“

QUELLE Kotaku
QUELLE nostalrius.org
Schuhmann
Schuhmann, das L steht für Niveau.
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