Windrose ist die neue Hoffnung im Meer der Survival-Spiele. Auch MeinMMO-Autorin Linda Baumgartl ist begeistert und hat nach 10 Stunden Spielzeit in der Steam-Demo immer noch nicht genug vom Piraten-Abenteuer.
Wer würde sich nicht gerne ab und zu mal wie ein Pirat fühlen? Zumindest ich finde das Thema ziemlich cool, habe bisher aber leider noch kein Spiel mit dem Thema gefunden, das mich so richtig packen konnte.
Umso mehr war ich auf das neue Piraten-Survival-Spiel Windrose gespannt. Im Rahmen des Steam Next Festes erschien eine kostenlose Demo auf Steam, die sich extrem großer Beliebtheit erfreut. Die Erwartungen waren also hoch – und ich wurde nicht enttäuscht.
Vom Piraten zum Schiffsbrüchigen
Windrose startet mit einer kurzen Tutorial-Sequenz, die direkt Piraten-Feeling aufkommen lässt. Unser Schiff steht unter Beschuss und wird gerade von anderen Piraten geentert. Wir kämpfen uns bis ans Deck, werden dann jedoch vom feindlichen Kapitän niedergeschossen und gehen über Bord.
Danach ist erstmal Schluss mit großer Piraten-Action. Wir stranden auf einer einsamen Insel und zimmern uns nach bester Survival-Art unsere erste, bescheidene Base zusammen. Dabei erfindet Windrose das (Steuer)rad zwar nicht neu, setzt bekannte Elemente aber gut um.
- Sobald man eine neue Ressource sammelt, werden zugehörige Rezepte freigeschaltet.
- Durch Quests und Erkundung verdient man Erfahrung, mit der Charakter-Stats und Talente gelevelt werden können.
- Waffen und Ausrüstung können nicht nur gecraftet, sondern auch verbessert werden.
Nach kurzer Zeit ist es dann endlich so weit: Ich bekomme mein erstes Schiff. Naja, Schiff kann man das eigentlich nicht nennen – eher einen kleinen Kahn. Eine Seeschlacht werde ich damit nicht gewinnen. Aber zumindest kann ich jetzt auch die umliegenden Inseln erkunden.
Das macht wirklich Spaß. Vor allem, weil das Spiel einfach toll aussieht. Auf der Karte werden mir interessante Orte wie Ruinen, Erz-Minen oder Piraten-Lager markiert. Habe ich alle wichtigen Objekte gelootet, wird die Markierung auf der Karte direkt abgehakt – wirklich praktisch.


Soulslite-Kämpfe mit Musketen
Unterwegs treffe ich auch schnell auf die ersten Gegner: Dodos und Wildschweine. Die Entwickler beschreiben die Kämpfe als „Soulslite“, was ich durchaus unterschreiben würde. Selbst die niedlichen Flattertiere, die ich aus meiner Erfahrung mit anderen Spielen als ziemlich ungefährlich einschätze, drücken ganz schön Schaden. Richtiges Timing, Blocken und Ausweichen sind daher unerlässlich.
Neben Säbeln, Rapieren und Hellebarden gibt es auch Fernkampfwaffen. Die fühlen sich überraschend realistisch an – lange Nachladezeiten mit inbegriffen. Wie wild umherballern kann ich also nicht. Gerade das gefällt mir aber gut, da es mich dazu zwingt, etwas überlegter vorzugehen. Ich entscheide mich für eine Kombination aus Muskete und Säbel, die ich abwechselnd einsetze.
Insgesamt sind die Kämpfe herausfordernd, aber nicht frustrierend. Sie passen gut ins Setting und fühlen sich schön piratig an.


Für die Seeschlachten muss ich niemanden verpflichten
Nach ein paar Spielstunden als Landratte geht es dann endlich in die erste große Seeschlacht. Inzwischen habe ich mir ein richtiges, kampffähiges Schiff zusammengezimmert und ein paar NPCs als Crew angeheuert.
Da auch mein Partner im Koop mit dabei ist, teilen wir noch schnell die Rollen ein: ich am Steuer, er an der Kanone. Schnell merken wir aber, dass unser Plan nicht ganz aufgeht. Wir können zwar auf dem Schiff umherlaufen. Eine wirkliche Interaktion ist aber nur vom Steuer aus möglich.
Das ist einerseits die größte Stärke, aber auch die größte Schwäche von Windrose.
In anderen Piraten-Spielen, vor allem Sea of Thieves, hatte ich häufig das Gefühl, als Singleplayer oder im Duo mit meinem Partner im Nachteil zu sein. Die richtig coolen, großen Schiffe lassen sich dort nämlich nur mit mehreren Leuten fahren.
In Windrose ist das nicht so. Hier kann ich auch im Singleplayer meine Träume vom Kapitäns-Dasein ausleben, ohne drei meiner Freunde als Crew-Mitglieder verpflichten zu müssen. Ich fahre, schieße und repariere das Schiff komplett selbst, bequem vom Steuer aus.
Mir persönlich gefällt das gut. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass einige von den Seeschlachten enttäuscht sein könnten, die im Koop lieber auf einem Schiff zusammen losziehen wollen.

Ich baue mein eigenes Tortuga
In eine große Piraten-Stadt kam ich in der Demo von Windrose leider noch nicht. Doch wenn ich nicht nach Tortuga komme, bringe ich Tortuga einfach zu mir!
Der Bau-Modus ist nämlich überraschend gut und bietet schon jetzt eine ordentliche Auswahl an Strukturen und Deko-Gegenständen. Die sehen nicht nur hübsch aus, sondern erhöhen auch unser Comfort-Level, durch das wir einen kleinen Buff erhalten.
Auf Material in unseren Truhen greifen wir praktischerweise automatisch zu. Und auch die Upgrades der Werkbänke können nach Belieben platziert werden, solange sie sich irgendwo im Radius der Base befinden. Solche Features sind gerade in einer Demo nicht selbstverständlich, erleichtern das Spiel aber ungemein.
Schnell verliere ich mich im Bau meiner eigenen, kleinen Piraten-Siedlung. Mein anfänglich eher mickriges Haus wird erweitert und durch weitere Gebäude sowie einen Pier ergänzt.


Obwohl ich schon knapp 10 Stunden in der Demo verbracht habe, juckt es mich in den Fingern, noch weiter an meiner Siedlung zu basteln. Damit bin ich übrigens nicht alleine. Der Bau-Modus ist anscheinend so beliebt, dass die Entwickler einen Bau-Contest gestartet haben (via Steam). Wer Base-Building liebt, wird in Windrose auf jeden Fall seinen Spaß haben.
Mehr Survival- als Piratenspiel?
Windrose fühlt sich schon jetzt in der Demo wie ein wirklich solides Survival-Spiel an. Bekannte Konzepte funktionieren gut und werden durch ein cooles Thema abgerundet. Wer Spiele wie Ark oder Conan Exiles mochte, wird auch hier vermutlich seinen Spaß haben.
Gleichzeitig könnte gerade das für manche Spieler eine Enttäuschung sein. Es handelt sich eben nicht um ein reines Piraten-Abenteuer, sondern bleibt im Kern ein klassischer Survival-Titel, wie man ihn kennt. Auch MeinMMO-Autor Ody hat sich in Windrose mehr gefühlt wie ein Fisch auf dem Trockenen. In seinem Erfahrungsbericht erzählt er, warum das Spiel für ihn eher ein Flop war: Ich wollte mich fühlen wie ein Pirat, doch ein neues Survival-Spiel auf Steam machte mich zum gestrandeten Tom Hanks
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