Die GTA-Reihe begleitet uns bereits seit fast 30 Jahren. Doch was bedeutet der Titel eigentlich und warum hat er eigentlich nur noch am Rande etwas mit der Spielerfahrung zu tun, die euch im kommenden GTA 6 erwartet?
Was bedeutet GTA? GTA steht für Grand Theft Auto. Ein „Grand Theft“ ist in den USA die juristische Bezeichnung für einen schweren Diebstahl. Im Gegensatz dazu steht der „Petty Theft“, also der geringfügige Diebstahl. Die Bezeichnung „Grand Theft Auto“ steht so zwar nicht im Gesetz, hat sich aber als Jargon-Begriff für einen schweren Autodiebstahl etabliert.
Was ist der Unterschied zwischen Petty und Grand? Dabei spielt vor allem der Wert sowie die Art des geklauten Gegenstands eine Rolle – wobei sich der Wert von Bundesstaat zu Bundesstaat unterscheiden kann. In Florida liegt der Grenzwert etwa bei 750 US-Dollar, in Kalifornien bei 950 US-Dollar.
GTA hätte auch ganz anders heißen können
Wie passt das zur GTA-Reihe? Der Begriff „Grand Theft Auto“ kam in der Entwicklungsphase des ersten Teils aus 1997 auf. Damals hatte das Spiel noch den Arbeitstitel „Race’n’Chase“ und es sollte vor allem darum gehen, Autos zu klauen, mit diesen durch die Stadt zu heizen und sich Verfolgungsjagden mit der Polizei zu leisten.
Im Laufe der Entwicklung wurde das Spielprinzip offener, durch den Fokus auf die kriminelle Karriere. Das Klauen von Autos blieb aber eine zentrale Mechanik, um sich auf der Karte fortbewegen und Missionen starten zu können. Der Titel „Grand Theft Auto“ sollte das untermauern, obwohl er eigentlich gar nicht so gut passt, wie man annehmen könnte.
In GTA klaut man nämlich ganz oft Autos, in denen noch der Besitzer sitzt. Man muss also Gewalt anwenden, um am Steuer Platz nehmen und losfahren zu können. Das ist in den USA dann aber kein Diebstahl mehr, sondern „Carjacking“ und damit ein Gewaltverbrechen.
Spätestens ab GTA 3 entwickelte sich die Reihe dann bekanntlich weg von der arcadigen Spielerfahrung hin zu einer komplexen Kriminal- und Gesellschaftssatire mit riesiger Open World und zahllosen Nebenaktivitäten. Der Diebstahl von Autos ist weiterhin möglich, steht aber lange nicht mehr so im Fokus der Spielerfahrung.
Dennoch würden Take-Two und Rockstar niemals über eine Umbenennung ihrer Reihe nachdenken. Dafür ist die Markenidentität von GTA einfach zu stark und wertvoll. Wer GTA hört, denkt sofort an die Spiele von Rockstar.
Fun Fact zum Abschluss: Zwar sitzt der Publisher Rockstar Games in den USA, doch stammt der Entwickler der GTA-Reihe ursprünglich aus Großbritannien. Dort gibt es bei Diebstählen keine Aufteilung in schwer und geringfügig. Dafür spielt die Intention des Diebstahls eine Rolle:
- Wenn ein Dieb ein Auto stiehlt, um es dauerhaft zu behalten, zu verkaufen oder auszuschlachten, spricht man von „Theft of a motor vehicle“
- Wenn jemand ein Auto ohne Erlaubnis für eine Spritztour mitnimmt, es danach aber einfach am Straßenrand stehen lässt, lautet das Vergehen „Taking Without Owner’s Consent“, kurz: TWOC
Letzteres scheint bei der Jugend durchaus beliebt zu sein, weswegen sich in entsprechenden Kreisen das Verb „to twock“ beziehungsweise das Substantiv „twocking“ etabliert hat. Hätte Rockstar ihr Spiel also nach hiesigem Recht und Slang benannt, würde die Reihe heute vielleicht TWOC oder Twocking heißen.
Kennt ihr noch weitere launige Trivia-Fakten zur GTA-Reihe? Haut sie gern in die Kommentare! Als Verbrechen sollten auch die harten Crunch-Phasen bewertet werden, mit denen Rockstar leider sehr regelmäßig seine Blockbuster über die Ziellinie bringt: Ehemaliger Rockstar-Mitarbeiter ist froh darüber, nicht an GTA 6 mitzuwirken: „Dafür muss man sie nicht in den Burnout treiben“
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