Vor 38 Jahren brach Batman vielleicht seine wichtigste Regel und es wurde zu einer seiner besten Storys aller Zeiten

Batman The Killing Joke Trailer Joker

Es gibt viele legendäre Batman-Comics, doch eine Geschichte ist auch nach 38 Jahren besonders. Dort lacht Batman nicht nur über einen Witz des Jokers, die Story lotet sogar aus, wie weit Batman gehen würde.

Wenn man sich anschaut, welche Batman-Comics die besten sind, dann stößt man schnell auf The Killing Joke (1988), vom legendären Autor Alan Moore, der sich mit Werken wie Watchmen oder V wie Vendetta in der Comic-Geschichte verfestigt hat.

Dabei ist der Comic gar nicht mal so lang und er erzählt auch keine komplexe Geschichte. The Killing Joke zeigt aber den wohl besten Joker, den ihr jemals sehen werdet.

Es gibt auch einen Film zum Comic, der aber nicht an das legendäre Werk heranreicht:

Video starten
Ein verrückter Joker im Trailer zu “Batman: The Killing Joke”

Der Fokus auf den Joker

Achtung: Es folgen Spoiler zu The Killing Joke. Wer den Comic komplett frisch erleben möchte, sollte den Artikel später lesen.

Auf dem Papier ist die Story recht simpel. Der Joker will Gordon quälen, um etwas zu beweisen, und Batman hält ihn auf. Bis heute einzigartig ist die Geschichte aber, weil The Killing Joke schon fast eine Charakterstudie ist. Der Comic besteht aus 2 Teilen, die sich abwechseln.

Zum einen sieht man den Joker in der Gegenwart, zum anderen aber auch eine Art Vergangenheit, wie er angeblich zu dem wurde, was er ist. Und da schafft es der Comic, dass einem die Figur leidtut. Er wollte nur seine Liebsten ernähren und einen Raub durchziehen, weil das Komikersein nicht funktioniert. Doch stirbt seine Frau. Er selbst landet bei der Flucht vor Batman in einer Chemikalie und wird zum Joker.

Daran orientiert sich auch der Joker-Film, doch The Killing Joke kreiert einen Kontrast, der einen emotionalen Konflikt erschafft.

Brian Bolland, der Zeichner des Comics, schafft es in den Flashback-Szenen, den Joker tragisch darzustellen. Vor allem seine Zeichen-Arbeit bei den Gesichtszügen schenkt der Figur ihre Menschlichkeit. Aber auch die andere Seite kann er. Wenn der Joker Barbara Gordon in die Hüfte schießt, sieht er dämonisch aus, ohne jeden Hauch von Menschlichkeit.

Dadurch erzeugt der Schurke beim Leser eine Ambivalenz. Man bemitleidet den Mann, der zum Joker wurde, verabscheut aber das Wesen, das der Joker ist. Das verstärkt Bolland dann noch am Ende, wenn Batman den Joker konfrontiert. Fast schon weinerlich schaut der Joker aus dem Panel sogar den Leser an und sagt: Es ist alles ein Witz! Alles, wofür wir kämpfen, leiden … ist nicht mehr als ein kranker, monströser Witz! Warum erkennst du nicht, wie witzig das ist? Warum lachst du nicht?

Neben dem Joker selbst ist seine Beziehung zu Batman ein wichtiger Teil von The Killing Joke.

Batman selbst erkennt, dass es nicht weitergeht

The Killing Joke beginnt mit Batman, der mit dem Joker im Gefängnis sprechen will. Es geht nicht weiter, die beiden werden sich irgendwann gegenseitig töten. Doch der Typ im Knast ist nicht der Joker und damit beginnt die Geschichte.

Batman tötet nicht, das ist seine wichtigste Regel. Er steht für Wiedergutmachung, dass jeder gerettet werden kann. Deshalb haben die meisten seiner Schurken eine tragische Vorgeschichte, die zeigt: Sie waren mal anders. Und The Killing Joke scheint das Gleiche zu machen – aber letztlich auch nicht.

Der Joker selbst dementiert seine Vergangenheit hier und sagt: Wenn ich eine Vergangenheit habe, dann bitte verschiedene Optionen. So wie Nolan das in The Dark Knight macht, bestätigt auch Moore nicht, wie er wirklich zum Joker wurde. Damit ist der Joker kein Schurke wie die anderen. Batman selbst gibt zu: Er kenne ihn so lange, wisse aber kaum was von ihm.

Deshalb steht auch die Frage im Raum, ob Joker vielleicht der einzige Mensch ist, bei dem Batmans Grundsatz einfach nicht funktionieren kann. Damit spielt auch das Ende. Batman versucht noch einmal, dem Joker zuzureden. Er könne ihm helfen. Der Joker, der aus seiner Rolle gefallen und wie ein anderer Mensch wirkt, erklärt dem Helden aber, dass es zu spät ist.

Er erzählt einen Witz und diesmal lacht sogar Batman. Er packt ihn, man sieht Gelächter, aber die Panels schneiden weg. Das Lachen erlischt und man sieht nur noch den durch Regen getränkten Boden. Alan Moore lässt dem Leser offen, ob Batman seine Regel gebrochen hat und den Joker tötet. Auch wenn die Comics ihn später lebend zeigen, bleibt auch 38 Jahre nach The Killing Joke die Frage, ob kein Weg an seinem Tod vorbeiführt.

Alan Moore und Brian Bolland haben mit The Killing Joke etwas Besonderes geschaffen, das trotz relativ weniger Seiten trotzdem mehr erzählt als so manche gigantische Storyline und sich tief mit dem Joker und Batman beschäftigt.

Aber was sagt ihr dazu? Habt ihr den Comic gelesen und welche Comic-Favoriten habt ihr? Schreibt uns eure Empfehlungen gerne in die Kommentare. Der Joker ist der bekannteste Schurke von Batman, aber es gibt auch andere vielversprechende Kandidaten: 7 Schurken von Batman, die endlich statt des Jokers einen großen Auftritt im Kino bekommen sollten

Kommentare

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
0
Sag uns Deine Meinungx