Razer Tartarus V2 im Test: Das perfekte Keypad für MMORPGs?

Die Tartarus V2 von Razer ist ein Keypad, der seinen größten Nutzen im MMORPG-Genre entfaltet. Doch man muss viel Arbeit investieren, um sich an die Steuerung zu gewöhnen. Dies zahlt sich allerdings am Ende aus. Wir haben die Razer Tartarus V2 im Einsatz getestet.

Während die Keypads vor gar nicht so langer Zeit noch etwas Exotisches waren, sind sie mittlerweile ein fester Bestandteil vieler Gaming-Setups, vor allem wenn man in der kompetitiven Szene unterwegs ist.

razer tartarus v2 unboxing

Mit der Tartarus V2 hat Razer ein Keypad-Modell auf den Markt gebracht, das vor allem bei MMORPGs so richtig zeigen kann was es drauf hat.

Wir haben getestet, wie es sich im Einsatz schlägt. Als Testobjekt dient das MMORPG Final Fantasy XIV.

Razer Tartarus V2 Review – Erster Eindruck

Bei der Tartarus handelt es sich um ein Keypad mit 32 Tasten, einem Analogsteuerkreuz und der mittlerweile obligatorischen Razer Chroma RGB-Hintergrundbeleuchtung, mit der man um die 18 Millionen verschiedene Farben einstellen kann, wenn man lustig ist.

  • Man kann es einerseits als ein Upgrade zur Razer Nostromo betrachten, mit dem die Reaktionszeit der Eingaben verbessert und eine weitere Reihe von Tasten hinzugefügt wurde.
  • Andererseits bietet die Tartarus eine günstigere Alternative zum teuren Orb Weaver, der in seinem Aufbau allerdings flexibler und vielseitig verstellbar ist.

razer tartarus v2 box

Die Tasten selbst werden auf Mid-Height ausgelöst, was schnellere Bedienung ermöglicht und was ich persönlich sehr geil fand. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um mechanische Tasten.

Stattdessen nutzt Razer die Mecha-Membran-Technologie, die bereits bei der Ornata-Tastatur verwendet wurde, um das Gefühl des Tactical Feedbacks zu imitieren.

Zwar kommt die Imitation trotzdem nicht ganz an eine richtige mechanische Tastatur ran, man muss für das Keypad an dieser Stelle aber doch die Lanze brechen: Es fühlt sich nicht matschig an wie es bei normalen Membran-Tastaturen üblich ist.

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Die Verarbeitung ist an sich stabil und solide, wie man es von Razer-Produkten gewohnt ist. Allerdings lässt sich schwer voraussagen, wie gut das weiche Kunstleder der Handablage dauerhafte Nutzung übersteht.

Razer Synapse ist ein Muss

Wenn man alle Vorteile der Tartarus nutzen will, kommt man um die Installation der hauseigenen Razer Software „Synapse“ nicht drumherum.

Mit ihrer Hilfe werden alle Razer–Geräte automatisch erkannt und sobald sie registriert wurden, kann man sie direkt nutzen und nach Belieben anpassen.

razer synapse software front

Dabei sind die Anpassungsoptionen außerordentlich vielfältig. Die Tasten können so angelegt werden, dass sie diverse Funktionen der Maus, Tastatur oder Controller übernehmen.

Erstellung von komplexen Macros ist ebenfalls simpel und flexibel, man braucht lediglich die gewünschte Tastenkombination aufzunehmen.

Dann kann zum Beispiel man die Sekundenintervalle zwischen den Tastenbetätigungen bis auf die dritte Stelle nach dem Komma anpassen, um das richtige Timing perfekt zu treffen.

Die Macros werden zentral gespeichert und können bei Bedarf auch auf anderen Razer-Geräten verwendet werden.

razer tartarus v2 synapse macros

Der eine große Vorteil davon gegenüber normalen Tastaturen ist, dass die Tastaturen innerhalb der Spiele pro Taste mehrere Funktionen übernehmen.

Der Keypad ist davon komplett abgetrennt und kann so programmiert werden, wie man will, ohne dass man befürchten muss aus Versehen eine andere Funktion zu überschreiben oder duplizieren.

Es gibt die Option sich mehrere verschiedene Sets von Tastenbelegungen zu speichern und sie nach Belieben zu rotieren, was sehr praktisch ist, wenn man mehrere verschiedene Klassen spielt oder vielleicht auch beschlossen hat, die Tartarus für andere Spiele zu verwenden.

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Die verschiedenen Setups werden im eigenen Razer-Profil gespeichert und gehen nicht verloren, wenn man etwa den PC formatieren muss.

Das führt allerdings auch dazu, dass Tartarus sofort alle seine Funktionen verliert,  falls Synapse mal den Löffel abgeben sollte.

Wer gut sein will, muss leiden

Wenn man darüber nachdenkt in MMORPGs auf einem hohen Level zu raiden, dann sollte man seine Klasse so weit beherrschen, dass die Rotationen locker von der Hand gehen ohne dass man überprüfen muss, ob man gerade die richtige Taste drückt.

Das Muskelgedächtnis ist dafür äußerst wichtig, das wurde bei MMORPG-Raider über Jahre mit anderen Geräten geschult. Entsprechend ist die Lernkurve für den ordentlichen Umgang mit Tartarus extrem steil.

Einer der Gründe dafür ist der Thumbstick, den man anstelle von WSAD für Fortbewegung nutzt. Dadurch werden zusätzliche Finger frei, mit denen man während der Bewegung andere Tasten betätigen kann.

Allerdings führt die jahrelange Nutzung von WSAD bei vielen PC-Spielern (auch bei mir) dazu, dass sich diese Steuerung mittlerweile in die DNA eingebrannt hat.

Aber auch andere Aspekte wie zum Beispiel die Entfernung zwischen den Tasten sind ebenfalls arg gewöhnungsbedürftig. Man merkt die Umstellung oft schon beim Kauf einer neuen Tastatur; bei der Tartarus ist es noch ein gutes Stück schwieriger.

Dadurch, dass die Tasten in einem geraden Gitter angeordnet sind und nicht leicht versetzt wie bei einer normalen Tastatur, ist es schwierig durch reine Berührung festzustellen, wo man sich gerade befindet.

razer tartarus v2 vergleich tastatur layout

Dazu kommt die Tatsache, dass die Handauflage sehr starr ist: Man kann seine Hand nicht anders positionieren, um zum Beispiel näher an bestimmten Tasten zu sein.

Entsprechend habe ich mich im MMORPG Final Fantasy XIV zunächst Mal vor eine Trainingspuppe hingestellt und diese für die nächsten zwei Stunden ausgiebig verprügelt, um ein Gefühl für die Entfernung zwischen den Tasten und den neuen Rhythmus der Rotation zu bekommen.

Es hat für mich mehrere Tage Testen und Training in normalen Dungeons gebraucht, bis ich mich wohl genug gefühlt habe mit der Tartarus in einen richtigen Savage-Raid zu gehen.

final fantasy xiv trainings dummy

Umstellung von normaler Tastatur auf Keypad fällt anfangs schwer

Ihr solltet also definitiv davon ausgehen, dass eure Performance im Raid zunächst den Boden abknutschen wird, weil sich die alten Reflexe für WSAD-Steuerung, nicht so einfach austreiben lassen.

Sobald es aber anfängt sich zu bessern, wird der Unterschied richtig spürbar.

Normalerweise lassen sich blöde RNG-Situationen im Raid nicht vermeiden und wenn man vom Boss gezwungen wird, einen oder sogar zwei Global-Cooldowns auszulassen, weil man mit WSAD einem Angriff ausweichen muss. Das führt zum DPS-Verlust, der der Gruppe den Kill kosten könnte.

final fantasy xiv endlose schatten von bahamut

Dank des Thumbsticks kommen diese Situationen gar nicht mehr vor, weil man nun genug Finger frei hat, um zur selben Zeit andere Tasten zu bedienen. Und das ist nur ein Beispiel, wie die Funktionen der Tartarus einem das Leben im Raid leichter machen können.

Grundsätzlich ist es ein echt cooles Spielzeug, das den Spieler belohnt, wenn er sich damit ordentlich auseinander setzt.

Wenn die Größe doch wichtig wird

Leider, und das war ein großer Nachteil für mich, ist Tartarus bei weitem nicht so bequem wie sie sein könnte.

Die Handstütze ist nur minimal verstellbar und an die erste Reihe der Tasten kommt man nur dann komfortabel ran, wenn man ziemlich lange Finger hat.

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Und da ich ein kleiner Mensch mit kleinen Händen bin, wurde die dauerhafte Nutzung der Tartarus für mich eher zu einem Problem. Das ging tatsächlich so weit, dass ich Schmerzen im Gelenk gespürt habe, weil die Hand anstatt sich zu entspannen, die ganze Zeit angestrengt war.

Während kurzer 20 – 30 minütiger Runs mit Pausen ist das zwar unproblematisch, wenn man aber tatsächlich in der High End Raiding-Szene von MMORPGs unterwegs ist, dann stehen lange Raid-Sessions von 6 und 16 Stunden an der Tagesordnung.

razer tartarus v2 ansicht

Wenn ihr euch also nicht sicher seid, ob die Tartarus euch von der Größe her passt, würde ich empfehlen sie vor dem Kauf erst in einem Elektroladen eures Vertrauens zu testen. Bequemlichkeit ist ein Faktor, den man definitiv nicht vernachlässigen sollte.

Wenn es aber passt, dann übertrifft es vom Komfort-Gefühl die normalen Tastaturen um einiges, weil die Handablage sich angenehm anfühlt und das Handgelenk entspannt. 

Fazit: Tartarus V2 im MMORPG-Test

Grundsätzlich ist der Nutzungsfaktor der Tartarus im Gaming zwar hauptsächlich auf MMORPGs beschränkt, was aber nicht bedeutet, dass in anderen Genres nicht nützlich sein kann.

Dennoch denke ich, dass das Keypad mit all seine Features erst in einem MMORPG so richtig glänzen kann.

Es kombiniert den Thumbstick eines Controllers mit der flexiblen und vielfältigen Tastenbelegung einer Tastatur und hat außerhalb des Spiels keine anderen Funktionen, außer man will es so.

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Das volle Potenzial des Keypads kann man aber nur dann nutzen, wenn man bereit ist, viel Zeit zu investieren, um es zu programmieren und sich an die ungewöhnliche Steuerung zu gewöhnen.

Sobald man aber gelernt hat, mit der Tartarus umzugehen, zahlt sich die Mühe durch flexible und bequeme Steuerung aus und ist obendrauf günstiger als zum Beispiel der Orb Weaver.

Ob der Preis von knapp 100€ für einen nicht-mechanischen Keypad gerechtfertigt ist, sollte allerdings jeder für sich entscheiden.

Vorteile Nachteile
Leichte Installation und Bedienung Nicht mechanisch
Extrem vielseitige Nutzung der Tastenbelegung Sehr steile Lernkurve
Gut für „high end raiding“ in MMORPGs Handlehne nur gering verstellbar

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