Es gibt ein MOBA, das MeinMMO-Dämon Cortyn lange Jahre gespielt hat. Jetzt versucht es verzweifelt, irgendwie am Leben zu bleiben.
Wenn man an die großen Mobas des letzten Jahrzehnts denkt, dann haben die meisten vermutlich League of Legends oder DOTA 2 im Kopf. Manch einer denkt vielleicht noch an das „halbtote“ Heroes of the Storm, das zwar seit Jahren nicht mehr weiterentwickelt wird, aber zumindest noch gelegentlich kleine Balance-Patches bekommt.
Doch es gab noch ein anderes Moba, das zeitweise sogar recht groß und beliebt war: SMITE.
SMITE war ziemlich einzigartig, denn es besaß keine isometrische Ansicht, sondern man fühlte sich näher an der Action, da man den eigenen Charakter in einer 3rd-Person-Perspektive steuerte. Dadurch fühlte sich das Kampfgeschehen dynamischer an.
SMITE 2 – Ein Schritt in die Zukunft, zwei Schritte zurück in Mikrotransaktionen
Vor einer Weile kamen die Entwickler dann auf die Idee, die Entwicklung von SMITE einzustellen und SMITE 2 zu entwickeln. Immerhin gab es inzwischen mehrere neue Versionen der Unreal Engine, weshalb eine Kernsanierung durchaus Sinn ergab. Dabei konnte man auch die total überladenen Menüs endlich entschlacken und das ganze Spiel wieder attraktiver und zugänglicher machen. Ich habe diesen Schritt anfänglich auch gelobt.
In der Theorie ein guter Plan. Aber einer, der scheiterte. Denn wo SMITE 1 im Januar 2024 noch bis zu 24.000 Spieler gleichzeitig aufweisen konnte, ist SMITE 2 der Durchbruch einfach nicht gelungen. Klar, SMITE 2 ist noch im Early Access, kommt jedoch nicht über 6.400 gleichzeitige Spieler hinaus.

In dieser Zeit ist die Spielerschaft von SMITE 1 auf maximal 2.000 Spieler zusammengeschrumpft. Das heißt, dass der Übergang von SMITE 1 auf SMITE 2 knapp 70 % der Spieler gekostet hat.
Eine Veränderung, die von den Entwicklern so wohl nicht geplant war und zu fragwürdigen Entscheidungen in SMITE 2 geführt hat:
So ziemlich jeder neue Patch in SMITE 2 hat neue Mechaniken und Inhalte eingeführt, die Möglichkeiten bieten, Echtgeld für Mikrotransaktionen auszugeben. Wobei Mikrotransaktionen
hier der falsche Begriff sind, denn mikro ist nach einem Kauf nur noch das restliche Geld für meine Monatsplanung.
Waren die Menüs am Anfang noch sauber und aufgeräumt, gibt es inzwischen immer mehr Elemente im Interface, die auf eine von vielen Shop-Möglichkeiten verweisen.
Die Preise dabei sind auch jenseits von Gut und Böse. Die „Sagas“, also die edelsten Skins mit verschiedenen Farbvarianten, kosten rund 30 €, wenn man sie zum Zeitpunkt ihres Releases kauft. Wer sie einige Wochen später haben will, muss knapp 50 € auf den Tisch legen.
Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Alles, was irgendwie denkbar ist, wird mit einem Preis versehen.
- Ihr wollt mehr als ein einziges Emotes im Spiel gleichzeitig zur Auswahl haben? Gerne, aber dafür legt bitte 20 € auf den Tisch – pro Emote-Slot.
- Ihr wollt, dass euer Account-Name im Ladebildschirm mit einer lodernden Feuer-Animation angezeigt wird? Kein Ding, einfach mal 50 € bezahlen.
Dazu kommen dann noch so Späße wie „Events“, bei denen man durch Gameplay nur minimale Belohnungen oder sogar nur so wenig Event-Währung erspielen kann, dass man ohne Echtgeld-Einsatz gar nicht weiterkommt.
Free2Play rechtfertigt nicht alles
Und ja, ich weiß: SMITE 2 ist Free2Play. Aber Free2Play kann nicht alles rechtfertigen. Dass der Plan offenbar nicht aufgeht, sieht man an den Spielerzahlen deutlich.
Als SMITE 2 startete, wollte man die Spieler von SMITE 1 locken. Man führte nämlich „Legacy Gems“ ein. Wer sich in SMITE 1 Echtgeldwährung gekauft hatte, sollte in SMITE 2 die doppelte Menge dieser Juwelen bekommen. Die könne man dann zu 50 % nutzen, um neue Inhalte zu einem reduzierten Preis zu kaufen.
Schon nach wenigen Wochen kassierte man dieses Versprechen wieder ein. Was man mit den Legacy Gems kaufen kann, wurde immer weiter beschnitten und inzwischen sind wir bei so glorreichen Dingen wie „Icons“, „Hintergrundmusik“ und „Ansagern“ gelandet. Hin und wieder kann man damit auch noch einen Classic-Skin kaufen. Doch die versprochene Kosten-Reduktion für neue Inhalte hat man fast vollständig einkassiert.
Ich denke gerne an SMITE zurück und habe auch jetzt noch Spaß an SMITE 2. Das Gameplay ist nach wie vor gut, der „ARAM“-Modus (also „Assault“) ist weiterhin ein schöner Zeitvertreib, der gerade mit Freunden Spaß macht.
Doch zu sehen, wie verzweifelt die Entwickler versuchen, irgendwie Geld aus dem Spiel zu pressen, während die Spielerzahlen auf einem niedrigen Niveau taumeln, lässt mich immer mehr daran zweifeln, ob SMITE 2 wirklich eine gute Idee war. Denn ich glaube nicht, dass SMITE 2 sich aus diesem Loch noch befreien kann. Wer zum ersten Mal das Spiel startet, muss schon fast aufpassen, wo er hinklickt, um nicht irgendein Shop- oder Kauf-Angebot zu erwischen.
Auch wenn das natürlich ein bisschen negatives Glaskugel-Lesen ist, glaube ich, dass SMITE 2 das kommende Jahr nicht überstehen wird. Denn die „wir verlangen immer mehr Geld von immer weniger Spielern“-Idee ist einfach zum Scheitern verurteilt. Es tut weh zu sehen, wie ein einstmals recht erfolgreiches Spiel an der eigenen Erneuerung komplett scheitert und sich so mit Shop-Möglichkeiten zupflastert, dass Neulinge sich direkt denken: Nein, danke. Reicht.
Da würde ich mir ja schon beinahe lieber ein Abo-System wünschen und ziehe den Hut vor Spielen wie Runescape, die einfach mal ihre Community fragen, wie Echtgeld-Transaktionen aussehen sollen.

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Ich bin ein sehr stiller Verfolger auf sämtlichen Platformen, aber so viel halb Gares und rum Wundern ist doch zu viel.
Ich bleibe Sachlich, zunächst sollte man sich mit der derzeitigen Situation befassen bevor man solche Artikel verfasst, da es den Ruf von Smite einfach unnötig weiter Schädigt.
Es ist so HiRez selbst hat gesagt sie machen Smite 2 auf der UE5 und möchten es als ein neues Spiel behandeln daher auch Lagacy Gems als “Trost”, sie nahmen den Namen und Idee um die Marke Smite zu halten.
Das mit den Micro Transactions ist von Schema nichts anderes als zuvor nur in Sagas verpasst, der Apsekt mit den Namen und extra Emotes sind Angebote derer Welche die Gründer Edition besitzen und weiterhin Hirez gerne Unterstützen möchten. Es dient nur als Dankeschön zurück wie bei Patreon oder Kickstarter wo man Supoorten kann und zum Teil was zurück kriegt. (Weiß auch nicht warum viele den Sinn von Gründer Editionen nicht verstehen und dessen Prinzip)
Ein andere Punkt ist, dass die Entwickler etwa 1 mal die Woche live sond auf Twitch um auf Fragen und Feedback einzugehen von den Spielern und wenn was nicht passt hören sie mittlerweile drauf.
Ich finde sich hinzustellen und zu Trauern wie schrecklich alles seid dem Ende von Smite 1 zu 2 ist, ist einfach Trotz.
Ja es ist Schade, dass unsere Skins weg sind und all die “arbeit” die man investiert hat gleich mit.
Doch jedes spiel hat ein Limit und ob Smite 1 weg ist und schluss ist oder man sich sagt man lernt aus den Fehlern und macht nun deutliche Fortschritte nach vorne würde ich den zweiten weg nehmen für alle Spiele und Entwickler die es auch wollen.
HiRez hört nun auf das was wir sagen sofern es aich Sinn macht wie beim Antiheal, es ist ungewohnt aber Realistisch gesehen besser ohne die Items, das Spiel ist für Einsteiger von LOL etc. Deutlich einfacher.
Das Item System ist flexibler und lässt platz für mehr Kreativität.
Und wenn man den Entwicklern auch nur mal zugehört hätte und nicht im Trotz säße, hätte man gewusst, dass sie das Spiel erst fertig machen wollen ehe sie es Releasen und richtig Promoten.
Es ist halt immer noch ein Meinungsartikel.
Und schau ich mir die Zahlen von Smite 2 auf Steam an, kommt das ding nicht mal annähernd so gut weg wie Teil 1, eher das Gegenteil.
Wieso wird in dem Artikel nicht ein einziges Wort über Deadlock als Ursache verloren? Smite war mal was anderes mit der Perspektive und dem Aiming aber Deadlock hat das Ganze deutlich weiterentwickelt, so gut, dass es eigentlich keinen Grund gibt das mit Mikrotransaktionen verseuchte Smite zu spielen.
4000 Stunden in Smite1, ich habe Smite2 getestet, es ist ein gutes Spiel, es tut nur weh zu wissen was man alles hatte, alleine das Götter Packet noch mal kaufen zu müssen fühlt sich an als wären die letzten Jahre verschwendet. Klar man bekommt eine “Entschädigung” und ein paar Götter für umsonst durch die Tokens, es ist nur Schade vor allem für Leute deren Main Götter noch nicht im Spiel sind und man ja auch nicht weiß ob sie jemals kommen oder das Spiel vorher stirbt. Ich finde es nur Schade das halb fertige Spiel zu bringen, als sie ein recht gut laufendes Spiel hatten, auch Beta, Early Phase oder sonst was rechtfertigen, dieses Gefühl von ‘es ist nur semi gut’ nicht, immerhin basiert es auf einem Spiel was schon stark in der Entwicklung war, neue engine hin oder her, Smite2 steht noch recht stark im Schatten von Smite1 ich wünsche dem Spiel das es Erfolg hat, weil ich Smite liebe, die Trauer über den ‘Verlust’ der letzten Jahre tut trotzdem weh, das iann ja aber bei jedem Spiel passieren. Werde auf jeden Fall wieder rein gucken wenn meine Main Götter endlich da sind.
Der Satz “Klar, SMITE 2 ist noch im Early Access, kommt jedoch nicht über 6.400 gleichzeitige Spieler hinaus” klingt relativ komisch da dies Zahlen der letzten 30 Tage, von mir aus 45 Tage sind aber genau vor 1,5 Monate waren die DOCH ü 6,4k, dem Monat davor sogar 7,4k LUL
Wenn es langfristig/fortlaufend wäre dann ja ok, aber man kann doch nicht sagen das ein Spiel nicht zahl X überschreitet wenn es gerade quasi der aktuelle Monat ist und genau dem davor die zahlen sogar drüber waren.
Ist denn 7,4 + 2 mehr als die konstanten 20k die man vorher, als es nur SMITE gab, hatte? Das “alte” spielt “keiner” mehr, weil der komplette Fokus nur noch auf dem zweiten Teil liegt… und den spielt nur ca. 1/3 der Spieler, die das “alte” vor dem “neuen” hatte
Uund ich trauere noch “Paragon” hinterher.. 🙁
Schau mal auf Steam nach Predecessor. Wenn mich nicht alles täuscht ist das Paragon, ein Neuversuch dazu oder ein Klon