Mecker Mittwoch: Die einzig wahre Skillung

Nachdem ich mich nun knapp zwei Wochen lang exzessiv und intensiv durch “Witcher 3” geschlagen habe, ist mir mal wieder ein Punkt aufgefallen, den ich in so vielen Onlinspielen vermisse: Eine wirkliche Wahl. Dabei geht es mir nicht um storytechnische Entscheidungen, sondern vielmehr darum, wie ich meinen Charakter oder meine eigene Spielart formen kann.

Ich habe keine Wahl trotz großer Auswahl

SWTOR - Neues Klassensystem
Bei SWTOR gibt man die Skillung nun fast vollständig vor, denn letzten Endes haben die meisten ohnehin nur die besten Skillungen gewählt.

Fast jedes Spiel lässt mich meinen Charakter oder mein Spielverhalten in der Theorie individualisieren. In Smite kann ich durch unterschiedliche Gegenstände einen Fokus auf bestimmte Werte legen, in Diablo 3 durch die Wahl der Talente Einfluss nehmen und in Hearthstone sogar ein ganzes Deck aus über 500 Karten wählen. Würden alle Spieler von dieser Kartenmenge auch wirklich Gebrauch machen, wäre es deutlich unwahrscheinlicher seinem eigenen Deck zu begegnen, als einen 6er im Lotto zu erzielen.

Nüchtern formuliert bleiben mir aber, um beim Hearthstone-Beispiel zu bleiben, nur drei Möglichkeiten:

  • Will ich Erfolg haben? Dann spiele ich ein bewährtes Deck.
  • Will ich “nur” Spaß haben? Dann bastel ich mir ein Fundeck und verliere oft.
  • … oder ich gehöre zu den 0,1% der Spieler, die selber ein neues, effektives Deck basteln.

Langfristig ist die Entscheidung ungefähr so schwierig vorherzusehen, wie die Handlung eines Kindes, nachdem die Eltern gesagt haben: “Räume dein Zimmer auf oder du hast eine Woche Hausarrest.” Da räumt man natürlich sein Zimmer auf, sprich: Ich wähle das, was alle skillen, denn Verlieren macht auch mit einem lustigen Deck nur eine bestimmte Zeit lang Spaß. Und nach dem 57. Versuch, ein Sukkubus-Deck zu etablieren, kam ich dann auch zu der Erkenntnis, dass ich wohl nicht zu den 0,1% der Elitespieler gehöre.

Singleplayerspiele haben es leichter

In “Witcher 3” gab es auch ein Talentsystem und ich konnte wirklich experimentieren, ohne mich genötigt zu fühlen, eine ganz spezielle Auswahl zu treffen. Warum das so ist, liegt auf der Hand: Es gibt keinen kompetitiven Druck. Es ist vollkommen unerheblich, ob mein Geralt 2,5% mehr oder weniger Schaden macht und vielleicht nicht so gut parieren kann. Ich schade niemandem, wenn ich nicht die absolut optimierte Skillung wähle, außer mir selbst.

The Witcher 3

Sobald andere Mitspieler in irgendeiner Weise beteiligt sind, egal, ob als Teamkollegen oder Feinde, wird eine exakte mathematische Berechnung schon fast zur Pflicht. Wer sich nicht an die “beste Skillung” hält, wird oft – ganz unabhängig vom Spielausgang – schon vorher geächtet. “Look at that build, lol noob”, “Lies dir erst mal die Wiki durch und komm dann wieder”. Dass solche Äußerungen auch deutlich unfreundlicher formuliert werden können, weiß wohl jeder.

Ich finde diesen Zwang zur Optimierung schrecklich, sehe aber auch kaum Lösungswege, wie man aus diesen starren, mathematischen Berechnungen entkommen kann. Ich kann es niemandem verübeln, dass er verlangt Mitspieler sollen gefälligst die effektivste Spielmethode wählen – und doch ärgert es mich, wenn ich in Heroes of the Storm jedes Mal 4 Talente wählen könnte, aber nur 2 davon auch vom Team akzeptiert werden. Denn was nützt eine Auswahl, wenn man doch eigentlich gar keine Wahl hat?

Wie seht Ihr das Ganze? Googlet Ihr immer nach dem effektivsten Build und der “besten” Skillung? Oder ermutigt Ihr andere gar, auch mal komplett ungewohnte Dinge auszuprobieren? Sind Euch die Worte eurer Mitspieler gar vollkommen egal? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

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Gorden858

Ich finde den Screenshot aus deinem Titelbild tatsächlich viel interessanter 😀 Was zum Teufel ist da denn passiert? Das gehört vermutlich in die Kategorie Fundeck, oder? 😉

Subjunkie

Ich kann nur für ESO sprechen, braucht man dort die optimale Skillung: Wenn man vorwiegend PVP spielt, wenn man alle Weltenbosse und alle Anker alleine bewältigen will, wahrscheinlich schon. Wenn man hauptsächlich PVE spielt (wie ich) definitiv nicht, dass Spiel ist leicht genug, um es auch ohne die optimale Skillung zu meistern!

N0ma

Bei unserer Riftgilde steht aktuell an der Gildenwand
“Leute übt eure Dmg Specs”
😀

Bei optimalen Balancing sollten eigentlich alle Specs gleich sein, das beisst sich aber leider mit zunehmender Komplexität des Skillsystems. Ich hab allerdings lieber ein komplexes Skillsystem und lebe dann mit dem Nachteil. Ein gutes Game erkennt man zumindest daran das es möglichst viele spielbare Builds gibt.
Dann hat man schonmal mehr Sachen mit denen man variieren kann. Ich bastle selbst gern an Builds, aber irgendwelche Funbuilds möchte ich nicht in der Gruppe haben. Man kann ja erstmal mit leichten Variationen anfangen und sich dann weiterentwickeln.

Inge Koschmidder

Ich habe bei Destiny einen in der freundesliste, der guckt am Anfang des Raids wer wie was gestillt hat und legt dann los: “Mach dies rein, das raus, da lieber so und das wieder ganz anders”… Nervt schrecklich.
Manche nehmen das einfach hin, aber ich will so spielen, wie ich es am besten kann, ob der jetzt eine Sphäre des Lichts mehr hat oder nicht ist mir egal, die anderen generieren ja auch ausreichend.

Dieser “Druck” kann schon ziemlich nerven…

Bei Skyrim habe ich mir Zettel und Stift geschnappt und mir alle 81 Punkte, die ich setzen kann, vorher schon notiert, um mir den bestmöglichen Magier zu erschaffen!
Ende von Lied–> er war so mächtig, dass das langweilig war… ^^

LonesomeRider87

Ich finde das kommt immer drauf an wie man so was sagt.
Wenn mir jemand sagt “Hey, das würde ich ändern, weil uns das hier im Raid diesen und jenen Vorteil bringt” dann kann man da gerne mit mir drüber reden. Aber ein “Hey, mach das mal so, wir machen das schon immer so und du hast ja sowieso keine Ahnung” kann man sich gleich sparen. Letztlich muss jeder mit dem Skill spielen mit dem er am besten ist. Wenn man mit andrem Skill spielt und dann nicht mehr klar kommt hat da auch keiner was von.

Inge Koschmidder

Genau so etwas sage ich dann zu dem auch! “Ich komme so, wie es grad geskillt ist, gut zurecht und Änderungen daran könnten unter Umständen zu Problemen führen”
Aber wir haben die Diskussion jedes Mal… Bei mir sagt er schon nichts mehr, hab mich durchgesetzt, nervt aber…

flohbiss

Ich bin bei Destiny ganz entspannt unterwegs. Ich stimme mich bloß mit nem Kumpel ab wer als Sonnensänger-Warlock unterwegs ist und wer mit Nova-Bomben umsich wirft.
Vor dem Start wird noch kurz abgeklärt mit welcher Waffe jeder spielt. Ist dann einfacher bei bestimmten Schilden der Mobs.
Ja, man kann bestimmt effektiver spielen. Aber ich spiele nicht in der “Liga der Oberen” und möchte, wenn ich nach einem langen Arbeitstag an der Konsole sitze nur Spaß haben.

ERnieee

Dann raus mit dem aus der F-Liste^^

Wenn man, wie ich, die richtiggen Leute dabei hat, mit denen ich teilweise seit Release, haben wir das Problem nicht.

Hatten mal nen Random dabei ,bei Atheon, der dachte er wäre der Destiny Gott. Stirbt dann aber mit dem SChwert bei den Orakeln^^
Der ging uns so dermaßen auf die Nerven, …. kurz vor Ende einfach rausgekickt ;D

F2P-Nerd

Nun, kommt immer drauf an, wie du spielen willst:

Bist du Casual, kannste zocken, was du willst. Wenn es sich selbst frustriert, dann musst du dir ne neue Skillung suchen. Die findet man dann meistens im Web ^^

Machst du Progress, gibt dein Klassen/Raid/Squad/Teamleiter die Skillung X vor, mit der Boss Y am einfachsten umfallen soll. Bist du unwillig, umzuskillen, fliegst du aus den meisten Raids raus

Machst du PvP und bist wirklich gut, dann nimmst du eine Skillung, die den Gegner überrascht und vom Standard abweicht, ohne Performance zu verlieren.

Legendär ist für mich immer noch Super Street Fighter IV, der EVO Fight 2013, in dem Infiltration plötzlich mit Hakan gegen Balrog das gesamte Match dreht. Ein totaler Underdog-Charakter, aber richtig gespielt einfach nur abgeht.

Hier ist das Video:
https://www.youtube.com/wat

Im PvP musst du kreativ sein. Mit dem aktuellen Cookie-Cutter wirst du schon hoch kommen, aber es wird immer einen Counter gegen dich geben 😉

Der da

Schrotflinten sind das beste im pvp am besten die feli da brezelst du alle mit nem onehit um

ERnieee

Leider laufen viele NUR mit Schrot rum.
Klar, oft braucht man eben SChrot, in engen Gängen usw.

Aber manche leute die Zielen ja wirklich darauf , den Gegner, egal wie weit weg, nahzukommen und wegzupumpen. Ist für mich’n Armutszeugnis….

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