Casuals können draußen bleiben – LoL will Gamer als Mitarbeiter, keine Candy-Crush-Spieler

Riot, die Macher hinter League of Legends (LoL), suchen Gamer als Mitarbeiter.

Auf der Business-Seite Linkedin hat Benjamin Pommeraud nun die eigenwillige Rekrutierungs-Politik von Riot skizziert. Pommeraud ist der General Manager für Riot Games in Singapur und Malaysia.

Das wichtigste, um für Riot zu arbeiten, sei es ein „Gamer“ zu sein. Nur wenn man ein Gamer ist, kann man Spiele für andere Gamer bauen.

Bei Riot mache man Spiele für „Core Gamer.“ Man glaubt zwar, dass jeder Spieler, der ein Spiel spielt, auch irgendwie ein Gamer ist, aber für die baut man halt bei Riot keine Spiele.

LoL sei ein Multiplayer-Spiel – einfach zu lernen, schwierig zu meistern. Es sei kompetitiv. Wer nur Candy Crush spielen will, der sei auch ein Gamer. Und das sei ja auch ein gutes Spiel. Es sei aber nicht das Spiel, das man bei Riot mache.

LoL Kayle Skin RiotSpieler, die Games von Riot mögen, spielen die richtig viel. Sie haben hohe Erwartungen, denn Gaming ist ihre Leidenschaft, ein wichtiger Teil ihres Lebens. Um Spiele für diese Art Spieler zu entwickeln, muss man wie sie ticken, denken und fühlen, glaubt Pommeraud.

Auch ein Buchhalter bei Riot profitiert davon Gamer zu sein, weil er so die Firma viel besser verstehen kann. Von Game-Design müsse er aber keine Ahnung haben.

Casual vs. Core-Gamer: Es gibt solche Gamer und solche Gamer

Mein MMO meint: Man muss schon schmunzeln bei dem Text, weil man Pommeraud anmerkt, dass er auf keinen Fall jemandem auf die Füße treten will, aber die Botschaft ist klar.

Das ist der „politisch korrekte“ Versuch zu sagen: Es gibt Gamer und Gamer und die anderen Gamer spielen vielleicht, aber … wir spielen richtig. Candy-Crush dient als Symbol für die „Casuals“, die Gelegenheitsspieler – auch wenn Pommeraud das böse „C“-Wort nie in den Mund nimmt.

Die schönste Stelle ist hier:

At Riot, we make games for what we call „core gamers“. Not that we don’t think that anybody who plays games is a gamer, but we build a specific type of games.

Man hört da schon raus: Nicht dass wir was gegen Casual-Spieler haben, aber …

Es ist Teil einer Kultur und ein Lebensgefühl, „Gamer zu sein“ und das als Teil seiner Identität anzunehmen, der mit einer Wertigkeit des Hobbys zu tun hat. Core-Gamer spielen nicht, sondern sie leben das Spielen und diesen Life-Style. Es ist identitätsstiftend.

LoL Warwick Skin SplashDas ist natürlich elitär, arrogant und etwas verschroben – aber herrje, so sind viele Leidenschaften. Ein fanatischer Anhänger von einem Fußballverein, ein Ultra, sieht sich auch anders als der Familienvater, der von zu Hause aus mal ein Spiel guckt. Und so sehen leidenschaftliche LoL-Spieler sich auch anders als welche, die mal zu Candy-Crush greifen.

Dieses „Gamer sein“ ist  ein Trend, der sich schon hässlich geäußert hat: „Games gehören uns, ihr könnt draußen bleiben.“ Bei Riot allerdings scheint man das in positive Bahnen gelenkt zu haben. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Riot gilt als verschworene Gemeinschaft, als eine Art Familie. Und nur Leute reinzulassen, die zu der Familie passen, ist eine legitime Rekrutierungsphilosophie.

Riot hat es übrigens schon mehrfach auf die Liste der besten Arbeitsplätze in den USA gebracht:

LoL: Traumjob gesucht? Riot schlägt Blizzard auf der Liste der „Besten Arbeitsplätze“

Autor(in)
Quelle(n): linkedinpcgamesn
Deine Meinung?
Level Up (0) Kommentieren (10)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.