League of Legends: Jason, Hacker, 21, Asperger-Syndrom

Der Prozess für einen 21jährigen Australier, der im Alleingang das zurzeit erfolgreichste Onlinespiel der Welt, League of Legends, in Aufruhr versetzte, beginnt am 24. Juli.

Im August 2012 verschaffte sich ein Hacker, der als Jason bekannt wurde, Zugriff auf den nordamerikanischen League-of-Legends-Server und damit auf, nach eigenen Angaben, die Daten von 24,5 Millionen Accounts. Riots Präsident Marc Merill beschwichtigte damals, es seien keine Zahlungs- oder Rechnungsinformationen betroffen, bat die User dennoch darum, ihre Passwörter zu ändern.

Berühmter Streamer „Phantomlord“ live aus dem Spiel gekickt

Ein Jahr später, im August 2013, zeigte sich der Hacker dann das erste Mal. Der zu dieser Zeit populäre Streamer James „Phantomlord“ Varga verlor live auf Sendung Zugang zu seinem Account. Der wurde dann nach Brasilien transferiert, was „Phantomlord“ dazu zwang mit Lag zu spielen, sowie mit und gegen Brasilianer. Und das passierte, obwohl er mit seinen Account-Informationen vorsichtig gewesen war, sie nie jemandem gegeben oder sonstwie die eigene Account-Sicherheit vernachlässigt hatte. Das musste er auch nicht, denn der Hacker, als „Jason“ bekannt, hatte sie sich im August 2012 geholt und plante damit, nun Kasse zu machen oder sich wenigstens zu amüsieren.

Er tyrannisierte Chat-Räume und Foren, transferierte die Accounts von wohlbekannten Spielern nach Brasilien und signierte als Jason (wahlweise mit dem bescheidenen Zusatz-Titel Gott oder König). Er machte ein Vermögen damit, Skins an Spieler zu verkaufen, die gar nicht mehr im Spiel erhältlich waren, sogenannte Legacy-Skins.

League of Legends Legacy Skins

Twitter-Account des Riot-Präsidenten übernommen

Als er dann noch den Twitter-Account des Riot Präsidenten Marc Merill übernahm und für einigen Ärger sorgte, weil er ein von Riot geplantes Kartenspiel leakte, hatte er den Bogen wohl überspannt. Zwar einigte er sich angeblich hinter verschlossenen Chat-Türen mit Merill über eine Rückgabe des Twitter-Accounts, doch war die Polizei ihm nun auf den Fersen, spürte ihn auf, ließ ihn aber vorläufig auf freiem Fuß, bis zu einer Anhörung.

Noch in dieser Übergangszeit eröffnete der Hacker die Webseite LoLIP-op.com, bei der man Probleme für die Accounts anderer Spieler bestellen konnte. Entweder wurden sie aus dem System geworfen oder mit DDOS-Attacken während eines wichtigen Spiels drangsaliert. Dieser Service florierte. Angeblich nahm der Hacker 1.000 Dollar am Tag damit ein. Als er im reddit-Forum mit seiner Macht angab (gerne stellte er sich auf eine Stufe mit Gott), wurden die Community und einige eSport-Journalisten auf den „Service“ aufmerksam und leiteten das an die Polizei weiter.

Der Hacker bekam von einem Richter Internetverbot bis zum Beginn seines Prozesses am 24. Juli.

Seine Mutter hält ihn für kein kriminelles Superhirn

Die genauen Umstände werden sich dann klären – im Moment widersprechen sich die Aussagen des Hackers und der Riot-Arbeiter in einigen wichtigen Teilen und auch die Quellen sind nicht ganz schlüssig. So ist im Gespräch der Hacker habe, zumindest zeitweise, alleine und auf eigene Faust gehandelt. Andernorts wird darüber gesprochen, Jason sei Teil einer größeren Organisation, einer Hackergruppe, mit noch unbekannten Mitgliedern. Für seine Mutter ist der Hacker kein kriminelles Superhirn mit großer krimineller Energie, sondern er habe lediglich Informationen genutzt, die frei im Internet verfügbar seien. Einige Medien glauben zumindest eine Teilschuld bei Riot-Mitarbeiter ausgemacht zu haben, die, nachdem der Hack bekannt wurde, ihre Passwörter nicht änderten, so dass es „Jason“ über eine Backdoor gelang, sich Zugriff in heikle Systeme zu verschaffen.

Manche denken, er habe aus purer Geltungssucht gehandelt; er selbst redete wiederholt davon, er wolle Riot auf ihre Sicherheitslücken hinweisen und sie dazu bringen, diese öffentlich einzugestehen.

Nach Informationen von polygon handelt es sich beim Hacker „Jason“ um einen 21jährigen Australier, der in einem ländlichen Dorf lebt und unter dem Asperger-Syndrom leidet. Das ist die Persönlichkeitsstörung, die Jim Parsons als Grundlage seiner Rolle als „Dr. Sheldon Cooper“ in der Serie „The Big Bang Theory“ gewählt hat.

Quelle(n): www.dailydot.com, www.polygon.com
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