Voice-Chat in Heroes of the Storm könnte Minderheiten benachteiligen

Lang erwartet und nun endlich auf den Testservern von Heroes of the Storm: der Voice Chat. Doch während der von den einen gefeiert wird, blicken die anderen pessimistisch in die Zukunft. Wird der Voice Chat toxisches Verhalten vor allem gegen Minderheiten befeuern?

Auf der BlizzCon letzten Jahres angekündigt, ist er nun endlich auch auf den Testservern zu bewundern: Der Voice Chat, der die Kommunikation in den Teams stark vereinfachen soll. Einige allerdings sehen darin eine Gefahr und Futter für belästigende Spieler.

Steph Voice Chat HotS Tweet

Minderheiten werden zur Zielscheibe

Sprachrohr für die Sorgen bezüglich des Voice Chats ist insbesondere die HotS-Streamerin FerociouslySteph geworden. Sie selbst steht offen zu ihrer Transsexualität, wurde jedoch in der Vergangenheit deshalb nicht selten diffamiert. Als Angehörige einer Minderheit macht sie auf Twitter, in ihren Streams und in Artikeln darauf aufmerksam, was ein Voice Chat alles anrichten kann.

So sei es zwar super, sich mit den bekannten Teamkollegen unterhalten zu können, erzählt sie auf Polygon. Doch in zufällig zusammengewürfelten Teams würden sich Angehörige von Minderheiten dessen offenbaren und schnell zur Zielscheibe werden. Am Beispiel der Frauen sieht man in Studien, dass diese im Voice Chat bis zu drei Mal mehr Häme und Spott in Empfang nehmen müssen als ihre männlichen Mitspieler.

Dabei sieht FerociouslySteph durchaus auch die Vorteile eines Voice Chats auch in random Gruppen. Nur für die lebendigen Zielscheiben – für die sei es nicht so witzig.

„Jedes Mal, wenn gezwungen bist, den toxischen Spieler stummzuschalten, störst du dadurch den Informationsfluss, den die betreffenden Spielern vielleicht noch den anderen geben. Und selbst wenn der belästigende Spieler nur noch auf das Beleidigen fokussiert ist, wird das dem Team nicht helfen. Beides ist ungünstig. Zahlenmäßig gibt es wenige Minderheiten, sodass sie für den Durchschnittsspieler kaum präsent sind. Aber alle meine Spiele werden mindestens einen Minderheiten-Spieler haben und dadurch Nachteile durch Belästigungen erhalten.“

Wenn sie spricht, wird sie aufgrund ihrer Stimme benachteiligt. Wenn sie nicht spricht, kann sie wesentlich schlechter zum Gelingen des Matches beitragen. Ein Stummschalten schade nicht dem toxischen Spieler, sondern dem Opfer.

Den Chat zu limitieren würde helfen

FerociouslySteph zweifelt an der Wirksamkeit des Meldesystems, das ihr noch zu unausgereift erscheint. Auch dass sich die anderen Spieler gegen toxische Spieler auflehnen würden, bezweifelt sie.

Vorgeschlagene Lösungen

  • Eine Limitierung des Chats auf befreundete Spieler, auch wenn selbst das nicht ideal ist.
  • Härtere Bestrafungen für die Unruhestifter.
  • Prinzipientreuere Mitspieler.
  • Blizzard sollte öffentlich über toxisches Verhalten sprechen und es verurteilen, um ein Statement zu setzen.

Wie friedlich der Voice Chat laufen wird und ob er so toxisch sein wird, wie befürchtet, wird man sehen. Für FerociouslySteph und andere scheint es auf Kosten der Diversität zu gehen. Denn wo man beleidigt wird, zeigt man weder sich, noch Flagge.

Was meint ihr? Freut ihr euch auf den Voice Chat? Oder steht ihr dem auch kritisch gegenüber?


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Quelle(n): Polygon
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