Wie konnte der dreiste Chat-Exploit in Final Fantasy XIV gelangen?

In einem Forum-Post erklärte der Direktor und Produzent von Final Fantasy XIV Naoki Yoshida wie es dazu kam, dass der Ungarmax-Glitch es durch die QA-Tests ins fertige Spiel schaffte. Mit dem konnten Spieler durch einen simplen Chatbefehl richtig Schaden verursachen. Eigentlich ein unglaublicher Exploit.

Ende Februar wurde durch einen Reddit-Thread ein starker Exploit in FFXIV in der Community bekannt.

Der Ungarmax Limit Break ermöglichte es den Spielern durch einen einfachen Chat-Befehl ihren Schadens-Output für kurze Zeit extrem zu steigern.

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Der Exploit war so dreist und so auffällig, dass sich viele gefragt haben: Wie konnte das denn durchrutschen? Und warum wurde der Exploit nicht sofort behoben, nachdem er gemeldet worden war?

Nun äußert sich der Direktor von FFXIV Naoki Yoshida zu dem Vorfall. In einem überraschend transparenten Post erklärt er gekommen, wie es zu dem Glitch gekommen ist und was nun dagegen unternommen wird. Auch die Strafen für die Exploiter werden genau aufgeführt.

Wie funktioniert Ungarmax? 

Ursprünglich wurde der Exploit im Oktober 2017 zusammen mit dem Content-Patch 4.1 ins Spiel implementiert. Um Zugang zu diesem NPC Limit Break zu erhalten, mussten die Spieler zunächst die NPC Kommando-Einsätze freischalten.

Im Vergleich zum normalen Limit Break, verfügt Ungarmax über mehrere Besonderheiten:

  • Es verbraucht nur einen Limit-Balken von maximal 3 möglichen und kann in Boss-Kämpfen mehrmals benutzt werden.
  • Es steigert den Schadens-Output der Gruppe um satte 50% für 15 Sekunden.
  • Die Dauer des Effekts kann durch die Fähigkeit “Opposition” des Astrologen-Jobs auf 25 Sekunden verlängert werden. Bei einem einzelnen Spieler auf bis zu 40 Sekunden.

Einige Zeit nach der Veröffentlichung des Content-Patches 4.1 stellten die Spieler fest, dass man Ungarmax mit Hilfe eines Chat-Befehls auch außerhalb der dafür vorgesehenen Instanzen nutzen konnte.

Einige Spieler haben den starken Buff-Effekt des Limits dann dafür benutzt, um die schwersten Raids in FFXIV zu meistern.

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Als der Exploit durch einen Reddit-Post am 27.02.2018 große Aufmerksamkeit erregte, meldeten sich mehrere Spieler, die behauptet haben, dass sie den Glitch schon vor mehreren Monaten an das GM-Team gemeldet hatten.

Um festzustellen, wie der Fehler zustande gekommen ist und ob er tatsächlich mehrfach gemeldet wurde, wurden entsprechende Untersuchungen eingeleitet.

Der Routinecheck durch den Server fand nicht statt

Die Untersuchungen haben ergeben, dass ein Spieler für die illegitime Nutzung des NPC Limit Breaks tatsächlich mehrfach an die GMs gemeldet wurde.

Ein spezielles Team, das Sonderkommando, hat darauf begonnen den Spieler zu beobachten. Da allerdings keine Nutzung von Drittprogrammen festgestellt wurde, wurden die Beobachtungen eingestellt.

Der Glitch blieb dabei unentdeckt, da sich das Sonderkommando zu sehr auf den Betrug durch Drittprogramme und Botting spezialisiert hatte.

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Dabei war der Fehler an sich absolut trivial: Im Fall von Ungarmax fehlte die Absicherung seitens des Servers. 

Es handelt sich dabei um einen Routine-Check, der beim Einsatz aller Fähigkeiten stattfindet und sie auf ihre Legitimität überprüft.

Der Chat-Befehl, der Ungarmax auslöste, wurde von dem Server nicht kontrolliert und konnte somit außerhalb der vorgesehenen Instanzen eingesetzt werden.

Arbeitsabläufe der Dev- und QA-Teams werden angepasst

Die Schuld an dem Fehler sieht der Direktor von FFXIV bei sich und dem Entwicklerteam.

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So wurden laut ihm bestimmte Mindeststandards und Routinevorgänge bei der Entwicklung nicht eingehalten. Zudem wurden einige Team-Mitglieder über die Notwendigkeit des serverseitigen Checks nicht ordentlich informiert.

Um vorzubeugen, dass ein solcher Fehler in Zukunft noch mal auftritt, werden Fehlerberichte dieser Art werden ausführlicher untersucht, als es bis jetzt der Fall war.

Außerdem wird das das QA-Team seine Richtlinien überarbeiten, um in Zukunft bessere Überprüfungen gewährleisten zu können.

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Grundsätzlich soll sich keins der GM-Teams zu stark spezialisieren und dadurch die Fehleberichte wie Ungarmax übersehen.

Und was passiert mit den Cheatern?

Nachdem der Exploit am 27.02 auf Reddit publik wurde, hat ein spezielles Team begonnen die Kampf-Logs aller Spieler zu untersuchen, um festzustellen, ob diese den Ungarmax Chat-Befehl benutzt haben mit folgenden Ergebnissen:

  • Bis Mitternacht (JST) am 27. Februar, wurde „Ungarmax“ von 25 Charakteren aus 21 Accounts in 8-Spieler-Inhalten eingesetzt.
  • Nach Mitternacht (JST) am 27. Februar, wurde “Ungarmax“ von 1110 Charakteren unter fehlerhaften Umständen eingesetzt.

Die Untersuchungen ergaben, dass die Besitzer der 21 Accounts den Chat-Befehl mehrfach außerhalb der vorgesehenen Inhalte benutzt haben. Zusätzlich haben sie den Exploit vor anderen Spielern geheim gehalten, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

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Ein Großteil der 1110 Charaktere, die den Exploit nach der Bekanntmachung ausprobiert haben, haben ihn überwiegend in öffentlichen Bereichen benutzt oder in Instanzen, in denen sie keinen Vorteil von dem Buff erhalten konnten.

Diese Spieler, die ihn nur ein Mal „aus Neugier“ benutzt haben, müssen keine Strafen befürchten.

Wie Yoshida gegen die anderen Spieler vorgehen wird, ist noch unbekannt.

Diese Art von Transparenz über die internen Vorgänge bei Square Enix ist selten und wurde positiv empfangen.

Im Anschluss entschuldigte sich der Direktor bei den Spielern für das Versäumnis und bat ausdrücklich darum Glitches wie Ungarmax nicht auszunutzen, da es gegen die Richtlinien des Spiels verstößt.


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Autor(in)
Quelle(n): Offizielle FFXIV Foren
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