EVE Online: Stagnation wird zum Problem

Beim SF-MMO EVE Online wird die starre Machtstruktur zwischen riesigen Allianzen zum Problem. Treibt das Universum ohne Kriege und Konflikte auf den Stillstand zu?

Kriege sind wohl doch für etwas gut …

EVE Online - Krieg der Halbgötter

Das SF-MMO EVE Online liefert normalerweise im Quartals-Rhythmus irgendeine fantastische Geschichte, die uneingeweihten Lesern wie ein Bericht aus einer fremden Welt vorkommen muss. Einmal vergaß eine Allianz die Miete für ihr Sternensystem zu bezahlen – die daraus resultierenden Kämpfe umfassten Tausende Spieler, die sich ihre in langen Wochen und Monaten zusammengebauten Schiffe gegenseitig zu Schrott schossen. In einer anderen Story vertippt sich der Pilot eines riesigen Weltraumtitanen, gibt den falschen Kurs ein und landet mit dem so wertvollen Schiff mitten in einer Weltraumregion, die eine andere Allianz für sich beansprucht: Die lädt ihn nicht zum Tee ein, sondern sammelt die Truppen. Dem Unglückspiloten eilen seinerseits die Verbündeten zur Hilfe. Eine riesige Raumschlacht lässt das All bald brennen.

Es gibt andere Geschichte, in denen eine Bande Weltraumpiraten über Jahre hinweg das Verhalten eines Spielers verfolgt, von dem sie vermuten, er habe ein wertvolles Schiff irgendwo versteckt und müsse sich nun irgendwann, wenn er es versilbern wolle, dort einloggen. Dann würde man da und bereit ein, egal wie lange es dauere. Und es gibt Intrigen, Geschichten von Fehl-Informationen, falschen Accounts, Spionen in der Allianz der Gegner, die – nach Jahren als Doppelagent an der Spitze der Hierachie angekommen -, endlich ihren Maulwurf-Auftrag erfüllen und die gegnerische Allianz massiv schädigen können.

Treibt das Universum von EVE Online auf den Stillstand zu?

Aber solche Geschichten sind in letzter Zeit rar geworden. Stattdessen liest man bedächtige Analysen, woran es liegen könne, dass im Weltall von EVE Online auf einmal so wenig los ist. In einer Kolumne von massively spricht der Autor das an, was wohl der Konsens vieler Beobachter ist: Im Null-Sec, der Sandbox-Arena des Spiels, haben sich mit der N3/PL und der CFC zwei derart große Machtblöcke geformt, dass niemand mehr Krieg untereinander führen kann, will er nicht von der eigenen Allianz wie eine Fliege zerquetscht werden. Und gegen den Gegner vorzugehen, würde einen unfassbar großen Konflikt auslösen, den wohl keiner möchte, weil er dabei zu viel zu verlieren und zu wenig zu gewinnen hat.

EVE Online

Aus der früheren Anarchie mit vielen Kleinkämpfen sei, laut dem Beobachter, eine starre Angelegenheit geworden. Er macht dafür die Capital-Schiffe und eine zu große Mobilität der einzelnen Flotten verantwortlich. Dadurch sei es heute möglich, am anderen Ende des Universums Krieg zu frühen, ohne sich selbst verwundbar zu lassen.

Die Situation ist deshalb so pikant, da CCP, die Entwickler von EVE Online, immer wieder betont haben, das Geschichtenerzählen in ihrem Universum den Spielern zu überlassen und nicht in diese Abläufe eingreifen zu wollen. Was also tun, wenn die Situation so festgefahren scheint?

Quelle(n): massively.joystiq.com
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Stefan D.

Die letzten großen Fights

Battle of Asakai, Ende Januar 2013
http://themittani.com/news/

Battle of B-R5RB, Ende Januar 2014
http://themittani.com/news/

Der aus dem WInterschlaf erwachte und dann abgeschossene Titan: Ende April 2014
http://www.rockpapershotgun

Das sind eher die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit. Im Sommer kehrt oft mehr Ruhe ein, auch in EVE.

Trotzdem finden auch im Sommer Gefechte statt:
http://themittani.com/news/

Asakai und B-R5RB waren außerdem beides absolute Ausnahmefälle. Die Anzahl zerstörten Schiffe der Titan Klasse In der zweiten Schlacht zeigt dies:
http://i.imgur.com/33FcN0B.png

Gorden858

Das gibt doch zu hoffen, dass wenn man Schlüsse aus virtuellen Welten für andere Konflikte ziehen kann, die reale Welt auch irgendwann einmal Ruhe findet.

Zord

Das hatten wir schon, nannte sich kalter Krieg

Gerd Schuhmann

Das ist tatsächlich schon seit fast 200 Jahren so, dass es die großen Machtbündnisse gab und dass keiner isoliert Krieg führen kann, ohne dass andere Staaten eingreifen. Als Bismarck damals Frankreich angriff, musste er tausend Winkelzüge vorher planen, damit daraus kein Riesen-Krieg wurde, sondern dass Frankreich isoliert blieb (Emser Depesche), sonst wären die ganzen Bündnisse aktiv geworden.
Genau diese Aktivierung der Bündnisse ist in der Weltgeschichte danach noch zweimal passiert – mit unvorstellbarem Leid für den ganzen Erdball eigentlich.

Im Kalten Krieg, wie Zord sagt, hat es dann tatsächlich so – toi, toi, toi – funktioniert, dass die gegenseitige Abschreckung so groß war, dass keiner was gemacht hat.

Im Verhältnis zum Mittelalter vorher, als es diese Allianzen und Koalitionen noch nicht so ausgeprägt gab und als jeder gegen jeden Krieg führen konnte, waren das “stabilere” Positionen.

Heute sind die meisten Konflikte auf der Welt, die unsere Erde nicht zur Ruhe kommen lassen, mehr oder weniger Bürgerkriege innerhalb eines Landes, bei denen die Staatengemeinschaft beschließt, nicht einzugreifen.

Wir versuchen diese “ernsten” Themen bei den Spielen so gut wie’s geht rauszulassen: Aber wir machen uns natürlich darum auch einen Kopf. Ich hab jedesmal, wenn ich über Wargaming schreibe oder über den Artikel mit Warface und Russland da hab ich auch eine Stimme im Hinterkopf. Das wären sicher gute Themen für ernstere, längere Artikel.

Gorden858

Ich finde es immer wahnsinnig faszinierend, wenn sich solche realen, psychologischen oder politischen Entwicklungen in virtuellen Welten nachbilden. Das ist auch ein Thema, was die ganze Welle der aktuellen Zombie-Survival-Shooter so interessant macht.

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