Staatsministerin überspitzt: Facebook für Rentner, Twitter für Psychos

Die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, präsentiert sich kontrovers und überspitzt einige Aussagen. Schon nach wenigen Tagen hat sie mehrere Shitstorms überlebt – waren die berechtigt? Wir schauen genauer hin.

Dorothee Bär von der CSU ist Deutschlands neue Staatsministerin für Digitales und hat damit auch für uns Gamer eine wohl nicht ganz unerhebliche Bedeutung. Und zumindest, wenn es um die Aufmerksamkeit des Internets geht, dann hat Frau Bär schon alles richtig gemacht – denn in den letzten Tagen war sie immer wieder Thema.

Das Titelbild stammt von dorothee-baer.de

Die „Flugtaxi“-Debatte

Bär hatte in der vergangenen Woche schon viel Hohn und Spott ertragen müssen, nachdem sie in einem Fernseh-Interview zum Thema Digitalisierung und Breitbandausbau etwas abwich. Denn ihrer Meinung nach sei Digitalisierung mehr als nur die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet. Für Bär gehören zur Digitalisierung auch klare Anwendungsmöglichkeiten, wie etwa das Autonome Fahren oder die Verwendung von Flugtaxis.

Besonders der letzte Punkt ließ das Internet förmlich überkochen und sorgte für schallendes Gelächter. Zu Hauf regnete es Aussagen wie „Frau Bär hat wohl zu viel Star Wars gesehen“ oder Betitelungen wie „Ministerin für Hirngespinste“.

Was die meisten der Spötter aber wohl nicht wussten: Flugtaxis sind keine „abgedrehte Sci-Fi-Idee“, sondern werden gegenwärtig in Dubai getestet. Die Ideen dazu kommen zu weiten Teilen aus Deutschland. Frau Bär bezog sich damit auf ein konkretes Anwendungsfeld, das alles andere als ein Hirngespinst ist.

Auf Twitter sind Verrückte, auf Facebook nur Alte

In einem Interview mit der Welt gab es dann gleich die nächsten Aussagen von ihr, die vielen Leuten nicht gefielen. Sie bezog sich dabei auf die Kritiker und Spötter, erklärte, dass „Twitter nun auch nicht der Hort der Innovation in Deutschland [sei]“. Für sie sind die Reaktionen in den sozialen Medien ein klarer Beweis dafür, dass noch viel Arbeit vor ihr liegt.

Dorothee Bär hat darüber hinaus ohnehin eine starke Meinung zu den sozialen Medien wie Twitter und Facebook. Beide Plattformen seien wohl nicht sonderlich zukunftsträchtig, denn die jüngeren Generationen würden sich mehr und mehr davon zurückziehen. Dazu sagt sie:

„Die Jüngeren [wollen] nicht mehr auf einem Forum unterwegs sein, das ihre Eltern und Großeltern cool finden. Facebook wird zu einem Seniorennetzwerk. Auf Twitter sind ohnehin nur Politiker, Journalisten und Psychopathen unterwegs. Eigentlich müsste ich jetzt meinen Twitter-Account löschen. Das würde mein Leben leichter machen.“

Zumindest die Aussagen zu Facebook lassen sich belegen und schon seit Monaten beklagt man dort eine langsame „Vergreisung“. Die jüngeren Generationen ziehen ab.

Die Aussagen zu Twitter sorgten aber – wer hätte es vermutet – für einen weiteren Shitstorm. Dass ihre Aussagen zu Twitter aber wohl mit einer Prise Humor zu betrachten sind, beweist alleine der Fakt, dass sie regelmäßig postet – und das durchaus mit Humor.

https://twitter.com/DoroBaer/status/972598819933315072

Cortyn meint: Ich würde mich wirklich freuen, wenn „das Internet“ damit aufhören würde, ständig einzelne Begriffe und Aussagen aus dem Kontext zu reißen und auf die größtmögliche Art und Weise zu verdrehen. Denn meiner Meinung nach hat Frau Bär im Gesamtkontext nichts gesagt, was solche Reaktionen erlaubt.

Sicher kann man die Aussage über Twitter kritisch sehen und von einer großen Verallgemeinerung sprechen – aber damit hat sie letztlich nur das reflektiert, was ihr in den letzten Tagen entgegen geschlagen ist. Von daher denke ich: Lasst die Frau erstmal machen, kritisieren kann man sie im Zweifelsfall dann immer noch.

Wie ist eure Meinung zu Dorothee Bär und ihren Aussagen über Twitter, Flugtaxis und Co?

Autor(in)
Quelle(n): gamestar.dewelt.de
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