Keine Initiative für mehr Initiative – und mehr Action
Wo wir gerade bei Kampfmechaniken sind: Ein weiterer wirklich großer und ausschlaggebender Unterschied zu Dungeons & Dragons ist das Fehlen der Initiative und Aktionen. Was jetzt gerade für D&D-Veteranen erstmal klingt, wie die reinste Anarchie ist für das System einer der größten, gewinnbringendsten Faktoren.
Denn hier ist Teamwork und Gespür für Fairness und die Geschichte gefragt. Ihr entscheidet selbst, wer wann dran ist, wie viele Aktionen ihr für realistisch haltet und was zeitgleich oder was nacheinander passiert. Das mag an Anfang gerade für regelliebende Spieler überfordernd sein, bietet aber unendlich viele Möglichkeiten für wirklich extrem coole Kämpfe und Synergien.
Denn so habt ihr die Möglichkeit auch gemeinsame Taktiken umzusetzen, Fähigkeiten kreativ zu kombinieren und filmreife Situationen zu erschaffen und seid mehr dazu angehalten authentisch zu reagieren, anstatt in den Untiefen eurer gefühlt tausend Fähigkeiten zu wühlen. Das Spiel belohnt hier Kreativität und gemeinsame Ansätze und lässt euch auch den Raum dafür.
Dadurch sind alle Mitspieler auch deutlich konzentrierter und automatisch mehr involviert, weil jederzeit etwas passieren könnte, worauf man direkt reagieren kann oder muss. Man bleib in Kommunikation und driftet nicht in Gedanken ab, weil vor einem gesichert noch 3 andere Spieler und gefühlte 20 Gegner dran sind und eigene Pläne in der Zwischenzeit ohnehin wieder hinfällig sein können.
Auch neben Daggerheart und Dungeons & Dragons gibt es einen Haufen weiterer Rollenspielsysteme, die sich mal mehr mal weniger unterscheiden und sich häufig auch auf verschiedene Genres fokussieren. Wir haben deshalb für euch eine Liste mit jenen Systemen angefertigt, die mindestens genauso gut sind, wie die Klassiker: Hier sind 8 Rollenspiele, die mindestens genauso gut sind, wie Dungeons & Dragons
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Toller Artikel zu meinem aktuellen Lieblingssystem. Würde am liebsten meine beiden aktuellen DSA Kampagnen darauf umschreiben 😅
Danke schön, das freut mich sehr 😀 Wir sind auch ziemlich begeistert davon, weil unsere Haupttruppe aber auch super gern Roleplay-heavy spielt. Wir genießen die Freiheit sehr, ich kann aber auch verstehen, wenn das erstmal überfordert, wenn man sonst gerade regeltiefe Systeme wie DSA zum Beispiel gewohnt ist.
Zu uns passt das System sehr gut und hat uns bereits sehr gut dazu bewegt, deutlich weniger zu überdenken und realistischer zu reagieren.
Warum gefällt dir das System so gut?
Kann ich klar sagen: Ich liebe das schnelle, dynamische System einfach, das mit einem Wurf und kurzem Check quasi alles gemacht ist, dass man dank der Karten und dem sehr kompakten Sheet sofort weiß, was man alles kann, das jede Klasse wirklich nützlich und einzigartig ist und dass das Kampfsystem so herrlich wild und dynamisch ist. Anders als bei DSA, D&D und Co, wo man in der Zeit zwischen dem jeweiligen Zug auch noch nebenher sich was zu Essen machen kann oder sonst was, ist man in Daggerheart quasi immer irgendwie potenziell an der Reihe und ist involviert und fiebert mit. Und man ist auch als Klasse, die nicht auf Kampf spezialisiert ist, extrem nützlich, und wenn es nur um Support Actions geht.
Und dann liebe ich es, dass in Daggerheart der SL quasi auch ein Spieler ist und nicht akribisch alles im Detail plant, sondern auf die Aktionen der Spieler dynamisch reagiert und Szenen ganz anders laufen, als vorgesehen. Da kommt ja diese Fear & Hope Dynamik optimal zum Tragen, weil man als SL ja dann ständig interpretieren muss, wie z.B. der Erfolg mit Fear jetzt die Sache komplizierter macht oder welchen Lichtblick der Fehlschlag mit Hoffnung bringt usw. Das macht mir irre viel Spaß!
Ah ja, und das man als SL die Spieler ermutigt, das sie selbst Aspekte des SLs übernehmen, indem sie z.B. einen NPC Kontakt, den sie haben, direkt selbst beschrieben oder bestimmte Aspekte der Welt einfach spontan festlegen.