Daggerheart bringt seine eigene Version vom Hexenmeister und ein Fan mit Herzblut meint: Die ist so viel besser als D&D

Critical Role Daggerheart Hope and Fear Warlock Titel


Mit „Hope and Fear“ bekommt Daggerheart seine erste offizielle Erweiterung. Eine der wichtigsten Neuerungen ist der Hexenmeister als neue Klasse. Unser Kollege Jürgen Horn ist absolut begeistert.

Jürgen Horn kennen einige von euch vielleicht noch als einen unserer Autoren hier auf MeinMMO, seit einiger Zeit arbeitet er jedoch in einem anderen Bereich der Firma. Beim Thema Daggerheart wollte er aber trotzdem unbedingt seine Meinung abgeben.

Jürgen spielt seit Release Daggerheart und ist absolut in das System verliebt, seiner Meinung nach das ideale System für Einsteiger und deutlich spannender als D&D. Seine Einschätzung zum Hexenmeister:

In D&D (5E) fand ich den Warlock immer schon cool. Er ist einfach der ultimative Antiheld, der mit düsteren Mächten paktiert, um am Ende Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Alles an ihm ist einfach edgy und cool. Bis man sich anschaut, was er so kann, und da kam für mich die große Ernüchterung:

Eine Handvoll Zauberslots und sonst vor allem Eldritch Blast bis zum Abwinken. Klar, später gibt’s ein paar Alternativen, aber so richtig spannend spielt sich der Hexenmeister einfach nicht. Am Ende bleibt er einfach eine Kanone für grüne Energie-Geschosse.

Daher war ich auch extrem neugierig, als in meinem neuen Lieblings-RPG Daggerheart mit der Hope & Fear-Erweiterung ebenfalls ein Warlock ins Spiel kam. Daggerheart bewies ja schon bei den Grundklassen, wie sie bekannte D&D-Elemente aufnehmen und deutlich cooler machen konnten.

Und sie haben auch hier wieder abgeliefert! Dieses Mal entspricht die Klasse deutlich mehr meiner Vorstellung von einem coolen, düsteren Antihelden und Günstling dunkler Mächte!

Das liegt vor allem an der schieren Auswahl an wirklich coolen Fähigkeiten, die der Warlock hat. Anstatt nur den immer selben Zaubertrick zu spammen, kann der Warlock hier seine zum Patron passenden Würfe ordentlich buffen und sogar als ultimative Fähigkeit einen gescheiterten Wurf mit Vorteil nochmal würfeln.

Die beiden bisherigen Subklassen wiederum machen den an sich sehr fragilen Hexenmeister entweder zu einem pervers guten Tank, der kaum tot zu kriegen ist, oder zu einem teuflischen Schadensausteiler, der seine Waffen mit der schaurigen Macht des Patrons erfüllt.

Dazu kommt noch die meiner Meinung nach wirklich gute Mischung seiner zusätzlichen Skills und Spells. In Daggerheart wählt ihr die aus je zwei Domänen, beim Warlock ist das die eher auf Täuschung und soziale Konflikte ausgelegte Domäne Grace sowie die nagelneue Domäne Dread.

Letztere hat es in sich und passt perfekt zum Warlock, denn sie kehrt im Prinzip die Spielmechanik von Daggerheart um. Für gewöhnlich will man als Spieler immer das positive Hope-Würfelergebnis, um dem Spielleiter keine Munition für schlimme Dinge zu liefern und seine eigenen Ressourcen aufzuladen.

Der Warlock dagegen will, dass Würfe stattdessen mit dem an sich negativen Fear-Ergebnis gelingen, denn viele seiner Skills werden dann deutlich besser. So kam es schon zu Szenen bei mir am Tisch, wo die Gruppe über einen Wurf mit Furcht stöhnte und die Spielerin des Warlocks sich schon sadistisch grinsend die Hände rieb.

Das passt einfach herrlich zum düsteren, negativen und nihilistischen Flair des Hexenmeisters und macht ihn zu einer völlig anderen Art von Spellcaster neben den schon bekannten Druiden, Zauberern und Magiern.

In Daggerheart bekommt ihr mit dem Hexenmeister also endlich den düsteren, charismatischen und schaurigen Antihelden voller versteckter Macht, der er immer sein sollte. Und kein klischeehaftes Katapult für „schaurige Strahlen“.

Jürgen Horn, riesiger Fan von Daggerheart

Übrigens ist Jürgen nicht unser einziger Patron für Daggerheart. Auch MeinMMO-Redakteur Alexander Mehrwald, der hunderte Stunden in D&D und Co. investiert hat, zeigt sich von der Konkurrenz begeistert – mit ähnlichen Pluspunkten, die auch Jürgen schon angebracht hat: Das Rollenspielsystem von Critical Role ist perfekt für alle, denen Dungeons & Dragons zu wenig Action hat

Kommentare

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2 Kommentare
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evilsohn

Auf den Warlock bin ich auch schon gespannt – habe mir das Buch direkt zur Ankündigung vorbestellt.

Am liebsten spiele ich allerdings GeneSys von Edge (ursprünglich von Fantasy Flight Games), die logische Fortsetzung des Star Wars 3er-gespanns von FFG als Universal-Regelsystem: mit seinen Erzähler-Würfeln bekommt man so viel mehr als nur ein binäres Erfolg/Fehlschlag von seinem Wurf und das hat mich bei Star Wars von der ersten Sekunde an schwer beeindruckt und direkt überzeugt.
Auch Critical Role gaben im Daggerhart Regelbuch GeneSys als eine der Inspirationen für ihr System an, und beim Hope/Fear System merkt man das deutlich.

Tatsächlich gespielt wird aktuell aber ein anderes System:
Ironsworn: Starforged, ein Sci-Fi System, dass man sowohl Solo, Co-Op oder mit Spielleiter spielen kann. Wir versuchen uns gerade am Co-Op. Das kommt bei der Gruppe, die das klassische D&D Spielen mit Spielleiter gewohnt sind, eher durchwachsen an. Mir persönlich (80% meiner Zeit mit TTRPGs als Spielleiter zugebracht) kommt das erfrischend anders vor, gemeinsam eine Geschichte zu formen und zu erzählen. Etwas, das ja auch Daggerheart versucht zu ermöglichen.

Juergen

Wenn du Hope & Fear vorbestellt hast, dann guck mal auf die Bestellseite des CR-Shops zu deiner Vorbestellung, da solltest du einen Download-Link fürs PDF seit dieser Woche finden. Da kannst du es schonmal herunterladen und dir den Warlock sowie die anderen neuen Klassen und weiteren Goodies ansehen. Es ist ein wirklich gelungenes Buch geworden.

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