CS:GO: Transgender-Team nicht bei deutschem Frauen-Turnier erlaubt

Eine Gruppe von Transgender-Frauen wurde daran gehindert, an einem Online-Gaming-Turnier zu CS:GO teilzunehmen. Vorsichtsmaßnahmen gegen männliche Trolle hindern sie daran.

Am 30. April fand ein Turnier der ESL in CS:GO statt. Es wurde von „Munich Finest Gaming“ in Deutschland ausgerichtet. Das Turnier hieß „Female Open“ und war nur für Frauen zugänglich.

Transgender-Frauen glauben, sie sehen „nicht weiblich“ genug auf Foto aus

Eine Gruppe von Transgender-Frauen wollte an dem Turnier teilnehmen, wurde aber abgelehnt. Als Begründung erhielten sie die eMail: „Es sind keine Männer erlaubt. Das Geschlecht vorzutäuschen, kann bestraft werden.“

Die italienische Spielerin Sly Buehl Rigilio glaubt, die Ablehnung basiere auf einem Foto des Teams, das man hingeschickt hat.

Das Team hat Kontakt zu einer großen US-Seite aufgenommen, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Die italienische Spielerin fühlt sich durch die Abweisung verletzt. Der US-Seite gegenüber klagt Rigilio, sie sei Gamerin, seit sie 10 Jahre alt ist. Das Gaming war ihr immer eine wichtige Stütze. Als Transgender-Frau habe sie es schwer gehabt, in der Community akzeptiert zu werden. Das habe sich geändert, als sie eine Gruppe von Transgender-Mädchen getroffen hat.

Die Abweisung nun trifft sie hart. Sie sei beinahe in Tränen ausgebrochen. Sie dachte, man hätte als Team nun die Gelegenheit zu glänzen, aber die Gaming-Welt habe in der Ablehnung ihr wahres Gesicht gezeigt. Aus ihrer Perspektive sei man abgelehnt worden, weil die Frauen aus dem Team nicht „weiblich“ genug aussahen.

CS GO Screenshot 2In Deutschland bestimmt der Ausweis, welches Geschlecht man hat

Das Ganze ist eine vertrackte Situation. Denn „Munich Finest Gaming“ sagt: Wir haben Probleme damit, dass Männer sich für das Turnier anmelden, um uns zu trollen. Wenn wir uns nicht sicher sind, was für ein Geschlecht die Leute haben, die sich anmelden, dann lassen wir uns einen Ausweis zeigen. Wenn da „männlich“ im Ausweis steht, dann sind uns die Hände gebunden.

Die Sprecherin der ESL springt ihnen hier bei: Das entspreche auch den deutschen Gesetzen. Das offizielle Geschlecht eines Menschen werde vom Ausweis festgelegt.

Rigilio hadert mit diesen Aussagen. Für sie wird das Geschlecht nicht in einem Ausweis festgelegt, sondern da hängt mehr dran. Einige Mädchen im Team hätten bereits mit der Hormon-Ersatz-Therapie begonnen, für andere sei es noch recht neu, sich als Frau auszudrücken. Daher müssten sich noch einige die Mühe machen, das Geschlecht in den Ausweisen zu ändern.

Bei der ESL scheint man Verständnis für diese Situation zu haben. Man glaubt auch nicht, dass das Team der Transgender-Frauen sie trollen wollte, aber man hat ein System eingeführt, die Identität zu prüfen, und wendet das nun an, um die Integrität des Turniers zu schützen.


CS:GO ist eines der Online-Spiele mit der größten Spieler-Basis. Hier zeigen sich immer wieder gesellschaftliche Konflikte um Themen wieder Diskriminierung, Rassismus oder Sexismus in der Praxis.

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Quelle(n): buzzfeedmunich finest gaming Facebook
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