Die Flüchtlingskrise diente als Inspiration für Survival-MMO Conan Exiles

Beim Survival-MMO Conan Exiles geht es ums nackte Überleben in einer feindlichen Umgebung. Man spielt einen zum Tode Verurteilten, der Dank der Rettung des Barbaren Conan fortan durch die Länder streifen darf. Man ist ein Flüchtling – und die Inspiration für diesen Hintergrund liegt in der Realität der Gegenwart.

In einem Interview mit dem Magazin PC Gamer erklärt Games Director Joel Bylos, welche realen Einflüsse ihn zu den Hintergründen des Spiels inspiriert haben. Im Fokus dabei steht die Flüchtlingskrise, die Europa in den letzten Jahren ereilt hat.

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Die Realität als Ideenfundus

Als Bylos mit Funcom noch ganz am Anfang der Entwicklung von Conan Exiles stand, war die Flüchtlingskrise gerade überall in den Medien präsent. Hunderttausende Flüchtlinge und Migranten reisten durch und in europäische Länder.

Ein Ansturm, auf den man vielerorts nicht vorbereitet war und dem viele Einheimische noch immer skeptisch gegenüberstehen. Für Bylos, der gerade am Setting von Conan Exiles arbeitete, war das eine willkommene Inspiration:

„Ich dachte mir: Wir haben diese Leute, die sich im Exil eingeschanzt haben und plötzlich kommen diese Wellen an Flüchtlingen in ihr Land geschwappt. Beide Seiten der Geschichte sind hier sehr spannend – darauf wollte ich aufbauen. (…) Zuerst öffnen sie die Arme um die Flüchtlinge zu empfangen. Doch je mehr einströmen und sowohl Ressourcen beanspruchen, als auch Land einnehmen, desto bitterer werden die Gastgeber und wenden sich irgendwann gegen sie. Man hat das bis zu einem gewissen Grad auch in Europa gesehen.“

Der Spieler wird in Conan Exiles teilweise die Rolle des Flüchtlings einnehmen. Bylos sind darüberhinaus aber beide Seiten wichtig. Keine stehe im Recht und jede habe einen Grund für ihre Ansichten. Die Flüchtlingskrise markierte bei der Spielentwicklung einen Rahmen für das angestrebte Spielerlebnis.

Sollte weltliche Politik in Videospielen eine Rolle spielen?

Bylos glaubt, dass jeder (Spiele)-Autor seine Inspiration auch aus den Erfahrungen aus der Realität zieht.

Allerdings sollte man dabei immer beachten, dass man gegenüber seinen Figuren eine Verantwortung habe: Zu oft würde es Bylos so vorkommen, als würden die Autoren ihre eigene politische Meinung allzu offen in die Münder der Figuren legen, ohne dabei die andere Seite zu beleuchten.

„Manchmal, wenn ich ein Spiel spiele, denke ich: Hm, dem Autor schien es wichtig gewesen zu sein, dieses oder jenes zu sagen. Das trifft aber wohl nicht auf die Figur innerhalb dieser Welt und dieser Situation zu. Wenn ich etwa eine Geschichte über einen Flüchtling schreibe, der in ein fremdes Land kommt, muss ich diese Geschichte auf Basis dieser Figuren und deren Erlebnisse schreiben. Ich muss mich aber auch in die Sicht derjenigen versetzen, die bereits in dem betreffenden Land leben und mir überlegen, wie sie sich dabei fühlen.“

Die Konflikte zwischen den Figuren entstehen dann ganz natürlich. Graustufen sind laut Bylos das, was die Figuren interessant werden lässt – und die Tatsache, dass keine der beiden Seiten Recht hat.

Außerdem sei es eine Voraussetzung, dass Autoren über Dinge schreiben, die sie auch interessieren. Die stammen meist aus der Welt, in der sie leben. Mitsamt ihrer Politik, Personen und Streitigkeiten.

Die Vollversion von Conan-Exiles erscheint am 8.5.2018 auf PC, PS4 und Xbox One. Schon jetzt läuft das Spiel in einem Early Access auf Xbox One und dem PC.


Conan Exiles hat übrigens auch schon ein Release-Datum

Quelle(n): Interview PC Gamer
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