Blade and Soul sagt all die richtigen Dinge zum Free2Play-Bezahlmodell

Das Wuxia-MMO Blade and Soul hat in der letzten Woche sein Bezahl-Modell vorgestellt und all die richtigen Dinge gesagt.

Asia-Free2Play-MMORPG genießen einen ausgesucht miesen Ruf, mit allen Tricks den Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch Blade and Soul ist ein großer Titel in Asien. Der Publisher NCSoft selbst einer aus der ersten Reihe. Kann man sich also vom miesen Leumund lösen, den so viele Games dem Free2Play aus Asien eingehandelt haben?

Generalverdacht bei Free2Play-Titeln, gerade aus Asien

Vielleicht kennt Ihr die Szene aus dem Film „Die etwas anderen Cops“, da besticht der Schurke die beiden schrägen Helden mit Konzertkarten und Tickets für Musicals und Sport-Events. Noch während er das tut, leugnet er, sie zu bestechen, indem er schlicht wiederholt: „Nein, das ist keine Bestechung. Das ist keine Bestechung.“

BladeandSoul-Bedenken

So ähnlich ist es mit dem gefürchteten Wort „Pay2Win“ bei Free2Play-Spielen und deren Bezahl-Modell. Da können die fiesesten psychologischen Tricks angewendet werden. Spieler, die viel investieren, sogenannte Wale, können gottgleich dominieren und unangetastet über virtuelle Welten wandeln – aus dem Mund der PR-Abteilung kommt: „Nein, es ist auf keinen Fall Pay2Win. Es ist alles optional. Es ist alles super.“ So wird im Prinzip jeder Free2Play-Titel angekündigt: Die fairen wie die nicht ganz so fairen. Keiner sagt: Ja, klar, kann man sich dicke Vorteile kaufen. Wir wollen ja auch von was leben.

Nun ist nicht jedes Free2Play-Spiel gleich schuldig, aber die Games stehen zumindest in der heutigen Zeit unter einem General-Verdacht. Gerade wenn sie aus Asien kommen.

Das Tückische ist nämlich, dass egal was im Vorfeld alles Nettes gesagt wird, man erst in der Praxis und dann erst im Endgame, wenn man schon viel Zeit investiert hat, entscheiden muss: „Ist das jetzt fair und koscher? Will ich mich darauf einlassen oder müffelt da irgendwas nach Fisch?“

BladeandSoul-Kampf

Die wesentlichen Punkte beim Bezahl-Modell von Blade and Soul

In der letzten Woche schickte NCSoft für Blade and Soul eine Pressemitteilung herum. Dort umriss man die gröbsten Punkte beim Bezahlmodell für das Wuxia-MMORPG:

  • Jeder Spieler wird Zugang zu allem Content haben, da ist nichts hinter einer Paywall versteckt, wie etwa bei Herr der Ringe Online (oder demnächst auch bei TESO), wo man sich Zugang zu neuen Inhalten erkaufen muss
  • Als Premium- oder Cash-Shop-Währung verwendet man NcCoin, die Münzen hat man auch schon in Aion benutzt. Mit denen sollen Spieler sich sogenannte „Convenience“-Items holen, also Erfahrungstränke oder Nahrungsmittel, außerdem auch Charakter- und Inventar-Slots. Zusätzlich wird es sogenannte „Vanity“-Items geben, also kosmetischer Kram
  • Neben den NcCoins soll es auch eine zweite Währung geben, die Spieler im Spiel verdienen und mit denen sie sich die Items kaufen können, die für NcCoins, also für Echtgeld, angeboten werden
  • Je mehr Spieler Dinge im Cash-Shop über NcCoins oder über die erspielbare Währung kaufen, desto höher steigt ihr „Premium-Rang.“ Mit diesem Premium-Rang sind stärker werdende Boni verbunden. NCSoft verspricht, die hätten keine Auswirkungen auf den Kampf.
  • Man möchte regelmäßig neue Spielinhalte bringen
  • Ab dem Sommer wird es das Spiel im Vorverkauf geben, wahrscheinlich mit den „Gründer-Paketen“

NCSoft sagt wirklich all die richtigen Dinge zum Bezahlmodell von Blade & Soul

Mein MMO meint: Es klingt nach einem sehr fairen Bezahl-Modell, vor allem scheint man auf den ersten Blick kein Quasi-Abo anzubieten, wie das die meisten anderen Games machen. Da ist zumindest keins erwähnt. Und die Idee mit: „Alles, was man kaufen kann, kann man sich auch verdienen“ ist immer sehr positiv.

Wie’s dann wirklich wird, kann man leider erst in der Praxis sagen. Wenn man merkt: „Das Spiel müllt mich so mit Items zu, dass ich fast genötigt werde, mehr Inventar zu kaufen“ etwa. Oder wenn sich die „Ersatz-Währung“ nur sehr zäh verdienen lässt. Erfahrungsgemäß geben auch die Beta-Phasen über die Details hier keine Auskunft und sogar zum Release lässt sich das noch nicht sagen. Erst mit den Monaten enthüllen Free2Play-Titel ihr „wahres“ Gesicht.

Aber das soll kein Unkenruf werden: NCSoft hat in der Hinsicht eigentlich einen sehr guten Ruf. Vielleicht gelingt es ja Blade & Soul die Vorbehalte der Fans zu zerstreuen, die diese gegen gerade asiatische Free2Play-Spiele hegen.


Mehr zum Titel selbst und zum geplanten West-Port lest Ihr hier: Alle Details zum West-Release – Zensiert oder nicht? Deutsche Übersetzung?

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