Ein Landwirt in Neuseeland hat eine App entwickelt, die Kühe wie bei Tinder verkuppelt. Was als Versuch begann, ist heute ein Werkzeug, das Bauern im ganzen Land bei der Zucht hilft.
Wie kam es zu der Idee? Der Rundfunk Neuseelands berichtet, dass Matthew Zonderop, Milchbauer in der Region Waikato, jahrelang mehrere Tabellen und einen eigenen Code nutzte, um seine Kuh-Herde zu verwalten. So konnte er festhalten, welche Kühe mit welchen Bullen gepaart werden sollten, um Inzucht zu vermeiden und gewünschte Eigenschaften zu fördern.
Eines Tages führte jedoch ein Fehler im Code dazu, dass das gesamte System ausfiel, die aufwändig gepflegten Zuchtdaten waren nicht mehr nutzbar. Zonderop wandte sich an ChatGPT, um das Problem zu beheben. Als die KI den Fehler korrigierte und er seine Daten hochlud, kam ihm die Idee, dass ChatGPT nicht nur Code reparieren, sondern auch perfekte Zuchtpaarungen vorschlagen könnte.
Aus diesem Gedanken entwickelte er zunächst ein internes Tool für den eigenen Betrieb. Als er merkte, wie viel Zeit und Arbeit er damit sparte, baute er daraus gemeinsam mit Partnern eine vollwertige App – Perfect Cow Breeding Solutions. Eine App, mit der Kühe ihr passendes Gegenstück finden sollen.
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Wie Daten und Weiden sich kreuzen
Wie funktioniert die App? Fast alle Milchkühe in Neuseeland sind DNA-profiliert. Laut dem Rundfunk Neuseelands greift die App auf die monatlich aktualisierte RAS-Liste (Rangliste aktiver Zuchtbullen) mit rund 27.000 Bullen zu. Sie analysiert genetische Profile, Gesundheitswerte und Produktionsdaten der Kühe. Mitunter Fett- und Proteingehalt, Gestationsdauer (Tragzeit), Körpergewicht oder Fruchtbarkeit und findet so die besten Bullen für jedes Tier.
„Jeder Samenröhrchen sollte deine Herde voranbringen, wir sorgen dafür, dass es so ist“, lautet der Slogan. Laut Zonderop dauert es heute weniger als 40 Sekunden, um für 400 Kühe passende Partner zu finden. Etwas, das früher Wochen in Anspruch nahm. So können Landwirte nicht nur gezielt auf Leistungsmerkmale züchten, sondern auch spezielle Ziele setzen.
Warum ist die App so wichtig? In großen Ländern wie den USA können Landwirte leicht Zuchttiere aus weit entfernten Regionen holen, um die genetische Vielfalt zu sichern. Neuseeland dagegen ist eine abgelegene Inselnation mit begrenztem Viehbestand.
Daher müssen Bauern gezielt planen, oft importieren sie sogar Samen von Bullen aus dem Ausland, um frisches Erbgut einzubringen. Eine App, die diese Planung automatisiert und optimiert, spart Zeit, verringert Fehler und verhindert teure Fehlpaarungen.
Wie sieht der Zukunft der App aus? Laut der Rural News Group ist Perfect Cow Breeding Solutions ein kommerzieller Service mit Abo-Modell. Zonderop zahlt selbst monatlich für die KI-Nutzung und berechnet seinen Kunden eine Gebühr für die Dateneingabe und Bullenauswahl.
Bisher richtet sich das Angebot vor allem an neuseeländische Milchbauern, doch die Idee könnte auch in anderen Regionen mit eingeschränkter Zuchtauswahl interessant sein, etwa auf entlegenen Inseln oder in sehr abgeschlossenen Zuchtgebieten.
Kühe und ungewöhnliche Geschichten scheinen gerne Hand in Hand zu gehen. Während in Neuseeland eine App das Liebesleben der Tiere digitalisiert, sorgt anderswo ein kurioses Experiment für Aufsehen: Forscher werfen eine Kuh ins tiefe Wasser und stoßen dabei auf Meeresbewohner, die es eigentlich gar nicht geben dürfte.
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