APB: Neuer Publisher will das Game retten – Fans skeptisch, froh, amüsiert
In der Gaming-Industrie bekommen Spiele selten eine zweite Chance, geschweige denn eine Dritte.

Der Entwickler und Publisher Little Orbit hat den Multiplayer-Shooter All-Points Bulletin: Reloaded (APB) aufgekauft und plant nun das praktisch tote Game APB wieder auf die Beine zu stellen. Einige Fans sind froh, andere skeptisch und wiederum andere begegnen dem mit Galgenhumor.

Nachdem es bereits schon einmal von Reloaded Games reanimiert wurde, schien es so, als ob APB: Reloaded jetzt seine letzten Monate vor dem endgültigen Shutdown erleben würde.

Die Spielerzahl schwand immer weiter, der letzte Update wurde laut Steam im Mai 2016 veröffentlicht und Reloaded Games reagierte nicht auf die Fragen der Community. Doch jetzt zeichnet sich am Horizont eine Rettung ab.

Zum Sterben verdammt?

Was ist APB: Reloaded? Der Multiplayer-Shooter von Realtime Worlds ist angesiedelt in der fiktionalen Stadt Sao Paro, in der sich die beiden Fraktionen der Polizisten und Kriminellen erbitterte Kämpfe um die Kontrolle über die Stadt liefern. Darauf basiert das Grundprinzip von APB: Reloaded.

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Die Spieler müssen sich für eine Seite entscheiden und erhalten im Verlauf des Spiels verschiedene Aufgaben, die mit ihrer Fraktion zusammenhängen. So könnte eine Gruppe von Kriminellen zum Beispiel einen Laden ausrauben und die ihnen entgegen gestellte Gruppe der Polizisten müsse sie entsprechend daran hindern.

Dabei steht den Spielern ein riesiges Arsenal an Waffen, Fahrzeugen, Klamotten, etc. zur Verfügung, mit denen sie ihren Charakter bis ins kleinste Detail individuell gestalten können.

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Allerdings wurde das Spiel mit den eher niedrigen Wertungen von ca. 6/10 bis 7/10 Punkte zum Desaster für den ursprünglichen Entwickler Realtime Worlds. 

Die Verkaufszahlen waren zu niedrig und führten dazu, dass APB von Reloaded Games aufgekauft und free-to-play gemacht wurde.

Von Kung Fu Panda zu Multiplayer Shootern

Wer sind Little Orbit? Dafür, dass er schon seit über 10 Jahren in der Gaming-Industrie aktiv ist, ist der Publisher mit dem Namen „Little Orbit“ nicht gerade bekannt.

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Die Firma hat sich in der Vergangenheit ausschließlich auf lizensierte Spiele wie Kung Fu Panda oder Adventure Time-Games spezialisiert, doch damit ist laut CEO Matthew Scott jetzt Schluss.

Als Besitzer der IP von APB: Reloaded ist Little Orbit nun sein eigener Herr und muss sich nicht nach den Vorgaben und Deadlines der Lizenzinhaber richten. Das nähme dem Entwicklerteam eine große Last von den Schultern, so Scott.

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Mit der Übernahme von Titeln wie APB: Reloaded, aber auch dem Kickstarter-Tactic-RPG Unsung Story, will Little Orbit jetzt zu dem Publisher werden, der sie immer sein wollten.

Ein großes Vorhaben für einen kleinen Publisher

Was sind die Probleme von APB? 

Ein erheblicher Teil der Probleme von dem vorherigen Entwickler Reloaded Games direkt verursacht, nachdem APB Free-to-Play ging.

Dazu zählen in erster Linie:

  • Grauenhafter Kunden-Support
  • Zwielichtige Vorgehensweise bei Sperren, die die Spieler ihre gebannten Accounts „zurückkaufen“ lässt
  • Wirkungslose Anti-Cheating-Software
  • Pay-2-Win-Spielsystem

Obendrauf kommt die miese Optimierung des Spiels mit Memory Leaks und FPS-Drops.

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Laut der Aussage des CEO von Little Orbit läuft es zum Teil auf zwei unterschiedlichen Engines: der Unreal Enginge 3 und 3.5 Die Liste geht weiter, doch dagegen soll jetzt schrittweise vorgegangen werden.

Welche Maßnahmen sind geplant? Little Orbit hat große Pläne für APB: Reloaded und die Plattform GamersFirst.

In einem offenen Brief an die APB-Community auf GamersFirst.com hat der CEO Matthew Scott einige der bereits geplanten Updates und Verbesserungen aufgezählt, mit denen das Team in naher Zukunft beginnen will.

In erster Linie will Little Orbit einen stabilen Kontakt zu der Spielerschaft aufbauen. Die ersten Schritte werden daher folgende sein:

  • Säuberung und Umstrukturierung der Social Media-Kanäle von APB
  • Implementierung von neuen offiziellen Foren
  • Update des User Agreement und der Privacy Policies
  • Neue Verhaltensregeln für die Foren
  • Update der allgemeinen Bann- und Cheat-Regelwerke

Scott trat sogar dem inoffiziellen Discord-Server der APB-Community bei und beantwortete dort einige Fragen der Spieler.

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Innerhalb der nächsten 30 Tage soll eine grobe Roadmap für die Updates aufgestellt werden, die der Community eine ungefähre Vorstellung geben wird welche Änderungen wann auf sie zukommen werden.

Das Hauptziel davon ist, dass die Spieler stetig mit live Updates versorgt werden. Das umfasst unter anderem:

  • Balance-Änderungen für Enforcer und Criminals, der beiden Fraktionen im Spiel
  • Vereinheitlichung der PC-Version auf der Unreal Enginge 3.5 und anschließender Wechsel auf die Unreal Engine 4
  • Verbesserung des Matchmaking-Systems
  • Zusätzliche Spielmodi
  • Maps
  • Outfits
  • Waffen
  • Und Fahrzeuge

Mit der Zeit sollen neben APB: Reloaded noch weitere Spiele der GamersFirst hinzugefügt werden, doch Little Orbit hat es in der Hinsicht nicht eilig. Die Gaming-Plattform soll langsam und organisch wachsen.

Mischung aus Hoffnung, Skepsis und Zynismus

Was sagt die Community? Obwohl APB: Reloaded im Laufe der unglücklichen Jahre immer weiter geschrumpft ist, so hat es dennoch eine treue Community, die weiterhin zu dem Spiel steht.

Auf den Kauf des Spiels und den offenen Brief vom CEO reagierten die Spieler gemischt.

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Nach den starken negativen Erfahrungen mit dem vorherigen Entwickler Reloaded Games, der aus APB: Reloaded eine „Cash Cow“ gemacht hatte, reagierten viele zynisch oder zumindest misstrauisch.

So schrieb der User DecadentMadness auf Reddit „LOL HEY LEUTE DIE NEUE ENGINE KOMMT!“, als Seitenhieb auf die ewigen Versprechen von Reloaded Games das Spiel auf die Unreal Enginre 4 umzustellen.

Es fielen auch mehrere Witze über einen Battle Royale Modus, als schnelle Cash-Grab-Option, die in einigen Monaten wieder von der Bildfläche verschwinden und APB endgültig ruinieren würde.

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Ein anderer Teil der Spieler allerdings etwas hoffnungsvoller.

Seit der Veröffentlichung des offenen Briefes sind auf Reddit bereits diverse Threads mit Verbesserungsvorschlägen und auch in dem inoffiziellen Discord wendeten sich Fans an den CEO von Little Orbit mit Fragen und Hinweisen.

Dieser Teil der Community nimmt Scott beim Wort, dass die Kommunikation sich ab jetzt bessern wird und ihr Feedback Gehör findet.

Die Hoffnungen sind dabei, dass der neue Entwickler es tatsächlich schafft APB: Reloaded vor dem vollständigen Untergang zu retten.

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Werden die Updates ausreichend sein? Die Preisfrage, die sich bei einem so großen Vorhaben stellt, ist es, ob Little Orbit sich da nicht etwas zu viel vorgenommen hat. Viele Stimmen aus der Community sagen daher, dass der Publisher wahnsinnig sein muss ein sterbendes Spiel wie APB: Reloaded aufzukaufen.

Gerade auf dem Shooter-Markt ist die Konkurrenz der etablierten Titel wie Fortnite, GTA 5 und Overwatch extrem stark.

Little Orbit wird daher etwas finden müssen, was APB: Reloaded auf Dauer von der grauen Masse abhebt und für neue Spieler interessant macht.


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Autor(in)
Quelle(n): VentureBeatRedditPCGamesInsiderEuroGamer

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