Über 50.000 Menschen zahlten wohl etwa 120.000 Euro für ein Leben auf der „Bitcoin-Insel“ namens Satoshi Island im Pazifik – real existiert bislang kaum etwas, Häuser und Wohnungen wurden nicht übergeben und nun droht sogar der Standort im Meer zu versinken.
Was steckt hinter dem Projekt? Lataro Island, eine 3,22 km² große Insel im südpazifischen Inselstaat Vanuatu, wurde ursprünglich von dem britischen Unternehmer Anthony Welch unter einem 75-jährigen Pachtvertrag genutzt. Seit 2007 lebte Welch auf der Insel, ehe er im Jahr 2022 bekanntgab, die Insel in eine digitale Krypto-Utopie namens „Satoshi Island“ zu verwandeln (via decripto).
Die Vision war groß: Gemeinsam mit seiner Partnerin Theresa wollte Welch eine Community aus über 20.000 Menschen aufbauen, die vollständig auf digitale Identitäten, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie setzen sollte (via TheGuardian).
Der Inselstaat Vanuatu östlich von Australien mit seinen steuerfreien Einkommensmodellen schien dafür der perfekte Standort zu sein.

Gebrochene Versprechen?
Was wurde versprochen und was kam wirklich? Die Idee war, Grundstücke in Form von NFTs zu verkaufen und modulare Smart Homes auf der Insel zu errichten. Diese sollten komplett energieautark sein und eine moderne Infrastruktur für ein zeitgemäßes digitales Leben bieten. Interessierte konnten NFT-Deeds (ein digitaler Eigentumsnachweis) erwerben, die ihnen Eigentumsrechte und Vorteile sichern sollten – ein ganzes Lebenspaket kostete zwischen 100.000 – 120.000 Euro (via bleepingcomputer).
Rund 50.000 Menschen weltweit investierten gemäß eigener Angaben in dieses Versprechen. Doch rund drei Jahre nach dem offiziellen Start steht die große Vision noch immer auf wackligen Beinen: Es gibt keine eindeutigen Hinweise darauf, dass auch nur ein einziges Wohnmodul ausgeliefert oder auf der Insel installiert wurde (via 3Djuegos).
Wie ist der aktuelle Stand? Im Juli 2025 zog das Projekt selbst die Notbremse: In einer offiziellen Mitteilung auf X erklärte die Satoshi Island DAO LLC, dass alle digitalen Assets – inklusive der NFT-Grundstücke – mit sofortiger Wirkung nicht mehr gehandelt werden dürfen.
Grund dafür ist ein Vertragsbruch in Bezug auf den ursprünglichen Landpachtvertrag. Drei Punkte wurden als Hauptgründe genannt: Zum einen wurde in den letzten drei Jahren keinerlei substanzielle Entwicklung auf der Insel vorangetrieben. Zweitens fehlen die finanziellen Mittel, um das Gelände überhaupt in einem sicheren und bewohnbaren Zustand zu halten. Und drittens gab es keinerlei wirtschaftliche Impulse, Arbeitsangebote oder soziale Programme für die lokale Bevölkerung von Vanuatu.
Die offizielle Website des Projekts ist mittlerweile nicht mehr abrufbar. Mittlerweile ist die Insel im tiefsten Pazifik zudem durch die Klimakrise und den steigenden Meeresspiegel bedroht.
Wie reagieren Anleger und Kritiker? Schon in den ersten Posts des Projekts meldeten sich immer wieder kritische Stimmen zu Wort. Einige warnten vor überzogenen und unrealistischen Erwartungen und verglichen das Vorhaben früh mit dem gescheiterten Scam-Luxusfestival „Fyre Festival“ (via lesperance).
Auch das angebliche Angebot einer Staatsbürgerschaft über NFTs war rechtlich nie eindeutig geklärt. Zwar bietet Vanuatu ein legitimes Citizenship-by-Investment-Programm, doch mit der Bitcoin-Insel von Welch hatte dieses Programm nichts zu tun (via Government of Vanuatu). Zudem stellte die Regierung Vanuatus klar, dass der Erwerb eines NFT kein Aufenthaltsrecht garantiere (via protos).
Ob und wenn ja, wie, Satoshi Island überhaupt weitergeführt wird, steht noch aus. Die Insel ist als möglicher Scam damit kein Einzelfall – immer wieder sorgen ambitionierte Krypto-Projekte für Schlagzeilen, wenn große Visionen auf die harte Realität treffen: Tausende sehen dem Chef von Nvidia dabei zu, wie dieser angeblich einen Krypto-Scam bewirbt

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Ausserdem, allein die wachende nachfrage nach Lebensmittel + Trinkwasser. Würde mit der Zeit auch ein Problem geworden sein. Erstmal allein schon die Arbeiter, die das alles Vorbereiten sollten. Brauchen mehr als nur Luft und Liebe um das alles zu bewerkstellen.
Als erstes sollte also besser ein Hafen gebaut werden oder wollten Sie das alles per Flugzeuge einführen? Kerosin Tanks? Jupp. Hafen first