13-Jähriger kauft für 1250€ Booster – Mutter muss nicht zahlen

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs spart der Mutter eines 13-Jährigen 1250€. Der hatte in einem Ego-Shooter kräftig Booster eingekauft.

21-Mal hat ein 13-Jähriger über einen „Pay-to-call“-Service eingekauft, um in einem Game stärker zu werden. Eine Rechnung über 1250€ flatterte ins Haus. Die muss aber nicht bezahlt werden. Eine Sonderregelung greift.

Telefon Junge

Symbolbild.

Wie der Spiegel schreibt, hat ein Junge (13) ein anfangs kostenloses Computerspiel gezockt. In dem Spiel, das weltweit von Millionen gespielt werde, gebe es die Möglichkeit, Ausrüstungsgegenstände zu erwerben. Aber das kostet – und ist mit sogenannten Mikrotransaktionen verknüpft.

Die Bezahlung könne man etwa über eine Kreditkarte erledigen. Der Junge wählte aber den Weg über eine 0900-Nummer. Er bezahlt über das sogenannte „Pay by call“-Verfahren. 21-mal rief er die Nummer an, um seinen Kämpfer stärker werden zu lassen. Schließlich flatterte seiner Mutter eine Rechnung über 1250€ ins Haus.

Nach Amtsgericht und Landgericht ging es vor den Bundesgerichtshof

Seine Mutter weigerte sich, die Rechnung zu bezahlen. Der Rechnungssteller klagte und der Fall ging vor Gericht.

Am 12. Mai 2015 gab’s ein Urteil des Amtsgerichts in Delmenhorst. Das gab der Klage Recht, die Mutter hätte zahlen müssen. Dagegen legte sie aber Berufung ein. Am 30. Juni 2016 erging ein Urteil des Landgerichts Oldenburg: Das wies die Berufung ab: Sie hätte also immer noch zahlen müssen.

Jetzt hat am Donnerstag der Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu Gunsten der Mutter entschieden. Der Junge habe keine Vollmacht seiner Mutter gehabt, diese Ausgaben zu tätigen.

Es gibt zwar Sonderregelungen für Zahlungsdienste. Die griffen hier aber nicht, weil die Freischaltung der Ausrüstung nicht unmittelbar im Spiel geschieht, sondern über einen Umweg mit dem Dienstanbieter.

Für einen Sex-Anruf des Sohns hätten die Eltern zahlen müssen, hierfür aber nicht

Die Lage sähe anders aus, wenn der Junge bei einer Sex-Hotline angerufen hätte. Da werde die Leistung, für die man mit dem Telefonanruf bezahlt, direkt am Telefon erbracht. Hier hätte die Mutter zahlen müssen, wenn ihr Sohn so eine 0900-Nummer anruft.


Wir wissen nicht, um welchen Shooter es in diesem Fall genau ging. In 2016 gab’s aber einen ähnlichen Fall, da ging es um FIFA:

FIFA 16: FUT – 17-Jähriger öffnet für knapp 5000 Euro Packs – mit der Kreditkarte seines Vaters

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Quelle(n): spiegel
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