World-of-Warcraft-Gold, Bitcoins oder Euros: Nur Spielgeld

In einem Interview spricht der Sachbuchautor Edward Castronova über die Rolle von digitaler Währung in MMORPGs, echter Währung und warum das eigentlich dasselbe ist. Für den Professor ist beides im Prinzip nur Spielgeld.

In einem Interview mit thenational spricht Edward Castronova, ein Professor für Kommunikation in Bloomington einige Themen an, die auch für MMORPG-Fans interessant sein könnten. Für ihn ist die Währung in MMORPGs, zum Beispiel World-of-Warcraft-Gold genauso real oder virtuell wie Dollar, Euro oder Yen.

Früher habe man mit Büscheln Getreide bezahlt oder mit Vieh, nur sei das dann zu umständlich geworden, weil man immer gleich eine Kuh hatte schlachten müssen, um Geld zu wechseln, scherzt Castronova. Aber seit dem Ende des Naturalienhandels hätten wir uns immer mehr von einer „echten“ Währung entfernt. Auch Gold sei ja nicht aus sich selbst heraus wertvoll, sondern nur weil wir es als wertvoll erachteten.

Gerade in unserer heutigen Zeit, wo alles digital werde und abstrakter, sei ein Zahlen mit Geldscheinen oder Münzen eigentlich ein Relikt aus einer vergangenen Zeit und werde bald verschwinden.

BitcoinBekannt wurde Castronova 2002, als er errechnete, dass die Welt von Everquest Norrath reicher als Bulgarien sei und nur etwas hinter der Wirtschaftsmacht von Russland zurückstehe. Dieser Trend vor einem Jahrzehnt habe sich seitdem aus den MMORPGs herausgelöst und noch weiter verstärkt.

Im Moment tauchten auch außerhalb von Spielen eine Art „Spielgeld“ auf, Phantasie-Währungen: BitCoins oder AmazonCoins. Die lägen außerhalb des „Steuer-Systems“, würden aber dazu genutzt, um echte Güter zu erwerben. Sicher hätten die Staaten schon bald etwas dagegen.

All diesen Währungen, ob BitCoin oder World-of-Warcraft-Goldmünze, wird ein gewisser Wert beigemessen. Castronova nennt diese Währungen „WildCat“ und hat ein Buch mit diesem Titel verfasst. Laut Castronova stünden wir gerade vor einigen Umwälzungen in der Art, wie wir Währungen betrachten. In welchem Tempo diese Veränderungen kämen, könne man nicht sagen. Manchmal kämen solche Veränderungen langsam wie fallender Schnee, manchmal aber brächen sie einfach aus wie ein Vulkan.

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Quelle(n): www.thenational.ae

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