Videospiele als Sündenbock: Das Ende einer Legende?

Welcher Gamer erinnert sich nicht schmerzhaft an die ganzen TV-Reportagen zurück, die unser liebstes Hobby vollkommen verunglimpften? Inzwischen denke ich mit einem amüsierten Schmunzeln zurück an Reportagen von “Frontal 21” oder einige Theorien des Professors Christian Pfeiffers.

Knapp 10 Jahre lang waren Videospiele der Sündenbock für traurige Ereignisse, wie etwa die Amokläufe an Schulen oder die gesteigerte Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen. Da man in Deutschland gerne dazu neigt immer einen einzigen Grund zu finden und nur ungerne über multikausale Zusammenhänge nachdenkt, war es für die Medien natürlich einfach, sich darauf zu stürzen.

Doch genau diese Ära scheint nun endlich ihr Ende zu finden, da immer mehr Langzeitstudien zu dieser Thematik langsam ihre Vollendung finden. Eine der jüngsten Studien von Christopher Ferguson aus den USA hat erneut keinerlei Zusammenhänge zwischen dem Konsumieren von (gewalthaltigen) Videospielen und realer Gewaltbereitschaft feststellen können. Von den reinen Zahlen ausgehend ist sogar das Gegenteil eingetreten: Mit der Einführung von Videospielen ist das Gewaltpotenzial unter Jugendlichen sogar etwas zurückgegangen – auch wenn Ferguson dort keinen direkten Zusammenhang herstellen will.

Planetside 2 Ego-Shooter

Interessant ist auch, dass er die vorangegangenen Kurzzeitstudien stark kritisiert. Diese wären nämlich meistens unter Laborbedingungen mit kurzen Videoclips ausgeführt worden und damit fernab der Realität eines jeden Videospielers.

Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich das Vorurteil von “Killerspielen” und “Amokgefahr” aus den Köpfen der älteren Generation gelöst hat, Studien wie diese sind aber wichtige Bausteine, um unser aller Hobby wieder in das richtige Licht zu rücken.

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Zur Erinnerung eine Frontal 21 Reportage.

Quelle(n): www.independent.co.uk, www.gamespilot.de
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Zankoku Na Tenshi

Man gesteht den Eltern auch ungerne Versagen in der Fürsorgepflicht ein.
Nen Muster bei Amokläufen ist halt das die Kinde rvon den ELtern Verwahrlost waren.
Nicht im Sinne von den Körperlichen bedürfnissen, sondern von den Emotionalen.
Man hat das Kind nicht geschlagen, man hat ihm ein Haus und Essen gegeben.
tja, etwa wie nem Hund/nem Hausteir. Und selbst mit nem Haustier beschäftigt man isch, mit nem Hund geht man bspw gassi.
Man sagt halt das isch das kind selbst beschäfitgen kann und geht seiner eigenen Wege.

Wenn das Kind nun außenseiter und mobbingopfer ist hat man halt kein Rückzugsort. Keinen Ort an dem man sich sicher und geborgen fühlt.
Das schürt Verzweiflung und hass.

Ob es in selbstmord oder AMoklauf endet hängt mMn. stark davon ab in welche Richtung sich der Hass dreht.
Selbsthass endet meist in Selbstmord. Man selbst ist die Ursache für das Mobbing. Es wird sich nach der Schule nichts ändern, im Beruf oder im privatleben. Man selbst ist das Problem.
Hass nach außen resultiert eher in Amokläufen, da anderen die Schuld gegeben wird. der Amokläufer realisiert im verlaufe des Amoklaufes seine Taten wodurch der Hass sich wieder auf sich selbst richtet und in VErzweiflung und Selbstmord endet.

Man schiebt es gerne mal auf die medien etc. Man möchte den Eltern nicht sagen das sie versagt haben und den überlebenden nicht klarmachen das sie die schuld tragen, war ja nur Spaß… ja, für die Mobber, für den gemobbten sicher nicht.

ich schreibe aus eigener erfahrung und würde mich zum 2. Typ zählen. Das was mich abgehalten wird war das mir bewusst war was ich tun würde und in was es resultiert.
Und für diese Idioten bin ich mir zu schade, acuh wenn ich einer person weiterhin das existenzrecht abspreche!

Coreleon

Das Videospiele offenbar NICHT zu erhöhter Gewaltbereitschaft führen,hätte man sich auch seinerzeit “erlesen” können. Die USA haben dazu zig Experimente gemacht um selbiges für ihre Truppen nutzen zu können, das ergebnis war ziemlich ernüchternd, denn die Gewaltbereitschaft nahm “leider” nicht wie gewünscht zu. Das die Testpersonen ihre reaktionszeit u.a. verbesserten war zwar nett aber nicht Ziel.
Das is nun nix unfassbar geheimes und war auch damals schon bekannt, wenn aber Dinge wie Amokläufe geschehen,neigen Menschen dazu DEN einen Grund zu suchen.
Um das ganze ad absurdum zu führen könnte man ebenfalls feststellen, dass “der Täter” Brot zu Hause hat und daraus dann schließen, dass selbiges zu Amokläufen führt. ^^
Hab mich damals schon furchtbar über diese selbsternannten Experten aufgeregt, zumal das noch ziemlich offensichtlich war das viele die ihre Meinung in jede Kamera keiften absolut keine Ahnung hatten wovon sie reden.
Inzwischen ist das deutlich abgeflaut und ich hoffe das die Leute inzwischen klüger geworden sind,aber da spricht wohl eher der optimist aus mir 😉
MfG

Kashmo

Klar es gibt gewaltätige Spiele, aber darauf sollte man dieses Medium nicht Reduzieren. Wennn man ins Kino geht und sich dort ausschließlich zB. SAW anschaut und mich fragen würde was ich vom Kino halte könnte man auch sagen, das Kino das schlechteste, widerlichste und gewaltverherrlichste Sache überhaupt ist. Und das machen die Medien, sie fokussieren einige wenige Titel (zB CoD, BF4, CounterStrike etc.) und definieren darüber die gesamte Spielewelt.
Oder auch: Leute die an die Politiker heran treten und sagen “Unsere Kinder & Jugendliche werden verdorben!” – Genau! Eure Kinder, ihr solltet sie nicht verderben, ihr lasst sie 10 Std am Tag alleine zuhause, das ist wie wenn man die Playboys vom Vater unterm Bett findet und dann Playboy beschuldigt. Das ist so als würde man sagen die meiste Gewalt findet im Sommer statt und im Sommer wird am meisten Eis verkauft, also führt Eis zu Gewalt. Und so funktioniert die Wissenschaftliche Forschung sicherlich nicht. Hitler hat ja zB auch kein CoD gespielt, oder Djingis khan Xbox gespielt.
Ich frage mich wieso Länder mit den selben Videospielen nicht genauso viel Waffenkriminalität haben wie zB in den USA 😉
Die Gesellschaft hat nicht immer das richtige Bild und das wird leider nicht von alleine weggehen

Alastor Lakiska Lines

Wie uns das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters lehrt:
Die globale Erwärmung rührt daher, dass es weltweit kaum noch Piraten gibt (Pirates are cool!= Piraten sind kühl!). Somalia, das Land mit den meisten Piraten hat den geringsten CO2-Ausstoß weltweit.

Gerd Schuhmann

Und die Erderwärmung ist ans Alter der Königin von England gekoppelt. Beide nehmen stetig zu.

Kashmo

ohje xD

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