Bekannter Tech-YouTuber bringt mit gesponsertem Video seine Community gegen sich auf, eine Aktion darin könnte sogar die Polizei interessieren

Bekannter Tech-YouTuber bringt mit gesponsertem Video seine Community gegen sich auf, eine Aktion darin könnte sogar die Polizei interessieren

Es ist nicht sein erster Fehltritt und zudem gleich ein doppelter: Marques Brownlee verärgert seine 20 Millionen Abonnenten als Raser und mit Werbung.

Um welchen YouTuber geht es? Marques Brownlee ist Tech-YouTuber mit fast 20 Millionen Abonnenten. In seinem Video „How My Video Gear is Changing!“ stellt er eine neue Kamera vor, vergisst dabei aber abseits einer kurzen Erwähnung nach wenigen Minuten im Video klarzustellen, dass es sich hierbei um ein gesponsertes Format handelt. Der Hersteller der über den Klee gelobten Kamera hatte ihn bezahlt.

Und dann wäre da noch die Sequenz, in der er mit einem Sportwagen auf einer Straße mit einem Limit von 35 Meilen pro Stunde (etwa 60 km/h), mit satten 96 (ca. 155 km/h) unterwegs ist. Seine Community geht ihn dafür hart an. Laut Beobachtungen von Zuschauern handelt es sich dabei um ein Gebiet nahe einer Schule:

96 Meilen in der Stunde in der Nähe einer Schule? Was zur Hölle?

Youtube, WilliamTM

Kommentare dieser Art inklusive von Berichten durch Betroffene von Verkehrsunfällen häufen sich unter seinem Video. Er griff daraufhin zur digitalen Schere.

Wer lesen möchte, wie Studenten zum Aufzeigen von Gefährten der Technik eine Spionagebrille gebaut haben, findet dazu hier einen Artikel von uns oder gleich das Video der Studenten:

Entschuldigung durch Marques Brownlee

Wie verhält sich Marques Brownlee? Inzwischen ist der wenige Sekunden lange Part durch den YouTuber entfernt worden, aber Bilder daraus sind noch auf Reddit einzusehen. Zudem entschuldigte er sich per Post auf X:

Im letzten Video habe ich etwas ziemlich Dummes gemacht. […] Es gab einen Clip mit der Action-Cam, in dem ich eine Probefahrt mit einem Auto machte und dabei viel zu schnell fuhr. Absolut unentschuldbar und gefährlich.

Ich habe es inzwischen […] herausgeschnitten. Ich verstehe auch, dass das so aussieht, als würde man es vertuschen, aber ich denke, es ist das Richtige. Es gibt keinen Grund, diesen Clip drin zu lassen (es gab von vornherein keinen Grund, ihn einzubinden) und ich würde niemals den Eindruck erwecken wollen, dass er in Ordnung ist, indem ich ihn im Video belasse. […]

Ich kann mich nur entschuldigen und versprechen, nie wieder so etwas Dummes zu tun. Das ist ein schreckliches Beispiel und es tut mir leid.

Allerdings kann er damit wohl kaum seinen Ruf retten, denn wie Kougeru auf YouTube schreibt: Das Verbrechen rauszuschneiden, lässt es nicht verschwinden.

Auf die nur unzureichend offengelegte Bezahlung durch den Hersteller geht er nicht näher ein. Verweist nur unter seinem Video darauf, dass er das Feedback zu „sponsored Videos“ wahrnehme.

Marques Brownlee fiel derweil nicht zum ersten Mal negativ auf. Vor Kurzem berichteten wir über einen bis heute andauernden Versuch, eine Wallpaper-App zu vermarkten. Der Knackpunkt ist: Bildschirmhintergründe finden sich zuhauf kostenlos im Internet. Er aber versucht daraus Profit zu schlagen, indem er sie in Form eines Abos anbietet.

Wer im Anschluss noch tiefer in die Welt der Tech-Youtuber eintauchen möchte, findet Interessantes bei den obig verlinkten Artikeln. Oder ihr lest, wie JayzTwoCents ein PC-Schnäppchen auf dem Gebrauchtmarkt schießt und ihn mittels zwei simpler Einstellungen erstaunlich beschleunigt. Vielleicht liegen die hier verwendeten Optionen ja auch bei euch bisher unangerührt im UEFI vergraben.

Quelle(n): Titelbild: Youtube, Marques Brownlee
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K-ax85

Marques Brownlee ist ein Paradebeispiel für den abgehobenen Tech-Influencer, der in seiner eigenen, durch Sponsor-Deals finanzierten Blase schwebt. Das ist nicht sein erster “Aussetzer” – so erzählt er 2021 stolz, dass sein jährlicher Stromverbrauch von etwa 40.000 kWh für sein Haus „relativ wenig“ sei. Klar, so viel wie ein ganzer Wohnblock mit 10 Wohneinheiten – aber das sieht er wohl als Umweltbewusstsein. Aber gut, wer braucht schon Realitätssinn, wenn man in einem Pool aus Gratis-Gadgets schwimmt?

Vom typischen „Unboxing“ bis hin zur Präsentation von überteuertem Technik-Spielzeug für seine Follower lebt er perfekt die Verantwortungslosigkeit vor, die in der Influencer-Welt gefeiert wird. Statt in irgendeiner Form zur Nachhaltigkeit beizutragen, zeigt er lieber, wie viele Elektroautos man besitzen kann – ganz ohne zu erwähnen, wie viel Energie und Rohstoffe der Spaß eigentlich kostet. Ein echter Held der Konsumkultur.

Am Ende bleibt nur eins klar: Brownlee und seinesgleichen demonstrieren mit ihren ach so inspirierenden Tech-Reisen und Elektro-Luxusleben, wie man völlige Ignoranz als „Lifestyle“ verkauft. Ein wirklich bemerkenswertes Vorbild…

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