Das „Rote Kreuz“ in Spielen ist verboten – Entwickler haben kein Recht auf Verwendung

Lebenspunkte brauchen bald ein neues Symbol – rotes Kreuz auf weißem Grund ist nämlich rechtlich geschützt.

Bei der Vielzahl von Videospielen, die in den letzten Jahrzehnten erschaffen wurden, gibt es nur wenige Gemeinsamkeiten. Von Shootern über Rollenspiele bis hin zu Simulatoren gibt es zahlreiche Genres, die sich grundsätzlich unterscheiden. Einige Gemeinsamkeiten jedoch haben fast alle Spiele gemein: Etwa das „Rote Kreuz“-Symbol. Egal ob Tomb Raider, Halo, Left4Dead oder sogar World of Warcraft, das rote Kreuz steht überall für Heilung, die Wiederherstellung von Lebenspunkten oder eine andere regenerative Fähigkeit.

Doch erlaubt ist das nicht. Die Entwickler des Spiels „Prison Architect“ wurden vom Britischen Roten Kreuz angeschrieben und mit einer Klage bedroht. Im Gegensatz zur allgemeinen Wahrnehmung ist das rote Kreuz auf weißen Hintergrund nämlich kein Allgemeingut, sondern rechtlich geschützt für das „Internationale Komitee des Roten Kreuzes“.

Streng genommen haben die Entwickler nun gegen die Genfer Konventionen verstoßen – das nehmen sie allerdings noch mit Humor.

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Etwas seltsam ist das schon, dass es nun bei einem Spiel wie Prison Architect zu so einem Konflikt kam, nachdem das Zeichen bereits seit mehreren Dekaden immer wieder in Spielen auftauchte.

Healthpack Left4Dead

Besonders in alten Spielen, die schon lange nicht mehr durch Updates unterstützt werden, lässt sich das Zeichen immer wieder finden. Kotaku zeigt auf, dass Spiele wie die Halo-Reihe das Zeichen im Laufe der Jahre ausgetauscht haben – etwa gegen ein rotes „H“, was wohl für „Health“ steht und den gleichen Nutzen erfüllt.

Cortyn meint: Persönlich finde ich das Vorgehen hier ein wenig seltsam, denn das Symbol steht in fast allen Spielen für „Gesundheit“ oder „Hilfe“ – genau solche Werte, die eben auch durch das Rote Kreuz repräsentiert werden. Auf der anderen Seite will man vielleicht nicht, dass dieses Symbol in gewaltverherrlichenden Spielen vorkommt, was durchaus verständlich ist.
Grundsätzlich muss man aber sagen: Wenn das Symbol rechtlich geschützt ist, ist es das gute Recht der Rechteinhaber, dafür zu sorgen, dass andere es nicht nutzen.

Quelle(n): kotaku.com
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El Duderino

Das ist genau der Grund warum mir diese Organisation suspekt ist. Die sammeln Spendengelder für einen riesen Wasserkopf der über dem Unternehmen schwebt, z.B um sich mit obigen Unsinn beschäftigen zu können.

Sucoon

Ok, ist also das „rote Kreuz auf weißem Hintergrund“ geschützt. wie schauts mit gelben oder schwarzem hintergrund aus?

Erzkanzler

Es geht ja nicht um die Übertragung aus Videospielen die hier das Problem ist. Also kein „Die haben das Töten von Menschen mit Rotem Kreuz geübt!“ Sondern darum, dass ein Rotes Kreuz einzig und alleine eine Bedeutung haben darf die völkerrechtlich verbrieft ist.

Um es ganz deutlich und drastisch zu machen:

Wie soll ein Bomberpilot eine große Plakatwerbung für den „Sanitäter-Simulator“ von einem Kinderkrankenhaus unterscheiden wenn beide ein großes Rotes Kreuz als Abbildung nutzen.

Bombardiert er das Rebellenlager hinter der Werbetafel nicht, muss er sich vor seinem Vorgesetzten rechtfertigen.

Bombardiert er das Kinderkrankenhaus weil er dachte es wäre eine Werbetafel gewesen, sterben Unschuldige und er muss sich wegen Kriegsverbrechen verantworten.

slowly0

Ich denke es geht eher darum das man in einem Spiel auch schnell mal den „Mann“ mit dem roten Kreuz umpustet damit er nicht mehr Heilen kann und sich dieses Verhalten dann übertragen könnte in echte Konfliktsituationen, frei nach dem Motto (in Spiel xxx hab ich den auch immer zuerst gekillt). Das ist zwar etwas weit hergeholt aber durchaus denkbar.

old dog

Lasst uns doch die waffen raus nehmen und statt dessen mit besenstiele aufeinander losgehn, die papierkugel verschießen. Lächerlich, die leute vergessen das es nur ein spiel ist und nicht mit RL zutun hat. Einfach nur lol

Erzkanzler

Und du übersiehst, das es hier nicht um ein Spiel geht.

old dog

Sorry, es geht natürlich um alle

Erzkanzler

Schweres Thema.
Von der gestalterischen Seite her ist das immer schon schwer. Aus eigener Erfahrung ist man am Schutz des eigenen Werkes natürlich interessiert, aber dass ich damals für TV-Newsbeiträge nicht einmal das Stadtwappen der Stadt Berlin verwenden durfte obwohl es um eine News mit Berlinbezug ging, war dann doch schon albern.

Bei der Nutzung des Roten Kreuzes sehe ich das aber anders. Hier geht es grundsätzlich um den Schutz von Leben, nicht von geistigem Eigentum. Wo ein rotes Kreuz drauf ist, sollte es auch entsprechend geachtet werden. Da es sich um ein völkerrechtlich relevantes Symbol handelt sollte man dessen Verwendung doch mit Bedacht wählen.

Klar, wir denken erst einmal alle wie affig das ist, und INNERHALB von Videospielen stimme ich da auch gern mit ein, doch geht es hier um eine generelle Aufweichung der Nutzungsrechte. Sobald Menschenrechtsverletzungen mit verwässerten Symbolverwendungen „verargumentiert“ werden könnten… wird´s eng. Frei nach dem Motto „Wir konnten ja nicht wissen ob es das echte rote Kreuz ist…“ Wird es schnell extem schwer den Nachweis zu führen, dass derjenige sehr wohl hätte wissen müssen das es „echt“ war.

Es fehlt wohl eher eine Neu- bzw Zusatzdefinition wie etwa: „Darf in digitalen Unterhaltungsmedien Verwendung finden, wenn eine vorsätzliche Irreführung des Betrachters auszuschließen ist.“

TheCatalyyyst

Und letztendlich ist es ja nicht schwer, die Sache zu umgehen: Farbe wechseln, fertig.
Ich meine mich zu erinnern, dass in Battlefield 3 die „Sanitäter-Klasse“ sowie dessen „Erste-Hilfe-Pakete“ mit einem grünen Kreuz gekennzeichnet waren. Auch Fallout (4) benutzt grüne Kreuze (ist vielleicht in den USA so üblich?). Fall gelöst.

elkrebso

Da denkt man gerade die „Ballerspiele“ sind auf einem guten Weg zu gesellschaftlicher Akzeptanz, da kommt der nächste Hansel um die Ecke.

Psycheater

Lass hier bei uns in Deutschland mal wieder so n Vollspakken mit nem Gewehr durch ne Schule rennen. Dann siehst du wie groß die „Akzeptanz“ dieser sogenannten „Killerspiele“ wirklich ist ????

Bodicore

Naja sie haben es ja selber geklaut die Logoidee vom roten Kreuz auf weissen Grund ist doch bereits geistiges Eigentum der Tempelrittern und als wäre das nicht genug haben die einfach die Schweizer Flagge abgeändert 😉

Psycheater

Die Frage ist da aber wer zuerst da war; die Templer oder die Schweiz? ????

Bodicore

Lass uns das nicht nicht auf Details runterbrechen !

Gerd Schuhmann

Es ist ja durch das Rote Kreuz mittlerweile ein allgemeines Zeichen für medizinische Versorgung (wie in der Meinung ja auch schon erwähnt wurde).
—-
Genau das will das Rote Kreuz aber nicht. Sondern das Rote Kreuz will, dass das Zeichen nur für sie und nichts anderes steht, damit es die Wirkung hat „Das ist das Rote Kreuz, die sind geschützt. Auf die schieße ich nicht. Das darf ich nicht.“
Um dieses Prinzip geht es ihnen.

Comp4ny

Unwahrscheinlich dass sie damit durchkommen werden.
Denk in so gut wie jedem Spiel gibt es das Rote Kreuz.
Das würde bedeutet dass etliche Tausend Spiele geändert werden müssen.

old dog

Wenn das rote kreuz die kosten dafür trägt…

old dog

Das liebe geld… wenn es geschützt ist kann man daraus profitieren. Wenn das die guten sind gehöre ich lieber zu dunklen seite.

N0ma

„Die Genfer Konventionen, auch Genfer Abkommen genannt, sind zwischenstaatliche Abkommen und eine essentielle Komponente des humanitären Völkerrechts. Sie enthalten *** für den Fall eines Krieges oder eines internationalen oder nicht-internationalen bewaffneten Konflikts *** Regeln für den Schutz von Personen, die nicht oder nicht mehr an den Kampfhandlungen teilnehmen. Die Bestimmungen der vier Konventionen von 1949 betreffen die Verwundeten und Kranken der bewaffneten Kräfte im Felde (Genfer Abkommen I), die Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der bewaffneten Kräfte zur See (Genfer Abkommen II), die Kriegsgefangenen (Genfer Abkommen III) und die Zivilpersonen in Kriegszeiten (Genfer Abkommen IV).“ wikipedia

Habs mal mit * markiert, wie man da Regeln für Computerspiele ableiten will, ist mir ein Rätsel. Damit hats wohl nichts zu tun. Ich denke eher da hat jemand aus Langeweile gesehen ups das Symbol haben wir ja geschützt, dann solls auch keiner verwenden den wir nicht kennen, wer weiss schon was der damit macht.

Ich halte das aber für kontraproduktiv und nicht im Sinne der Erfinder. Stellen wir uns mal vor man kreiert jetzt für Spiele ein anderes Symbol, Das setzt sich im Spielebereich durch. Nach 40 Jahren Frieden kommt dann mal Krieg und alle suchen nach dem falschen Symbol.
Im Gegenteil jeder soll das Symbol kennen um intuitiv zu wissen da soll ich nicht drauf schiessen, und wenn ich Hilfe brauch renne ich dahin, und das auch ohne Hochschulausbildung.

dRyK

Darauf kommen die jetzt nach all den Jahren? LoL

Nookiezilla

Mein allererster Gedanke…Etwas befremdlich.

Ralf Pk

Was ist denn das für eine wischi waschi „Meinung“?! Selten sowas unnötiges gelesen. Eine Meinung soll doch etwas aussagen und nicht auf so vielen Hochzeiten wie möglich tanzen..

Cortyn

Eine Meinung kann auch einfach verdeutlichen, dass man als Autor beide Seiten der Debatte versteht und selbst sich nicht einwandfrei einer Seite zuordnen kann. Aber schon okay, ich verzeihe dir.

m4st3rchi3f

Rechtlich gesehen ja schon richtig dass die Verwendung des Roten Kreuzes verboten ist.
Ich frage mich nur ob die die Darstellung in Spielen/Filmen etc. wirklich eine „Verwendung“ darstellt.
Man kann das ja genauso sehen wie mit der Verwendung von verfassungsfeindlichen Symbolen sehen, die ja auch unter gewissen Aspekten verwendet werden dürfen.

Cortyn

Das Problem ist, dass das Rote Kreuz (und alle Darstellungen davon) inzwischen Teil der Genfer Konventionen sind. Damit ist das unerlaubte Abdrucken strenggenommen ein Kriegsverbrechen

m4st3rchi3f

Joa ich verstehe ja schon die Bedeutung und dass ein Missbrauch davon (z.B. man malt ´n paar davon auf ´n Kampfpanzer) Konsequenzen hätte.
Ich kann nur nicht so ganz nachvollziehen wie die Darstellung in einem digitalen Produkt diesen Missbrauch darstellen soll.
Kommt mir eher so vor als wäre da wieder einem Anwalt langweilig gewesen und sieht in der Spieleindustrie jetzt jemanden den man dafür gut anscheißen (und es bis auch die „paar“ Gamer niemanden interessiert) und melken kann.

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