Ich habe für einen langen Flug auf ein Switch-Spiel gesetzt und mich 9 Stunden lang geschämt

Him the Smile and Bloom Titel title

Da MeinMMO-Redakteurin Jasmin nicht mehr viele Spiele für die Nintendo Switch vor sich hat, hatte sie nur ein Spiel zur Auswahl, das für sie den langen Flug in ihren Urlaub überbrücken sollte. Doch am Ende hat sie es bereut, sich nur für dieses eine Game entschieden zu haben. 

Eigentlich sind mein Partner und ich immer super vorbereitet, bevor wir uns auf einen langen Flug begeben. Wir haben unser Tablet mit, auf dem wir unterschiedliche Filme herunterladen, und jeder hat seine eigene Konsole mit. 

Bei meinem Partner ist es das Steam Deck, das wir ab und zu abwechseln, und bei mir allein die Switch 1. Doch da sich der Zyklus der ersten Switch langsam dem Ende zuneigt, habe ich nicht mehr viele Spiele offen, die ich auf der Konsole noch zocken möchte.

Eines der letzten Games ist Him, the Smile & bloom. Dabei handelt es sich um ein Otome-Game. Gerade für lange Flüge finde ich Visual Novels gut, da man bei ihnen durch das ruhige Gameplay manchmal einschläft und so einige Stunden des Fluges überbrücken kann. 

Doch schlussendlich habe ich mich den gesamten Hin- und Rückflug einfach nur dafür geschämt, mich für dieses Spiel entschieden zu haben. Das Gameplay ist selbst auf Otome-Level äußerst cringe. 

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Him, the Smile & bloom: Trailer zum Switch-Spiel mit Blumen als Sprache der Liebe

Liebesbeziehung oder doch nur Freundschaft?

Wer mit dem Begriff Otome nichts anfangen kann: Dabei handelt es sich um ein Genre, das auf junge Frauen ausgerichtet ist. Im Spiel gibt es meist das Ziel, eine romantische Beziehung zwischen einer weiblichen Protagonistin und einer von mehreren männlichen Figuren aufzubauen. 

Der Ausgang ist bei manchen Spielen jedoch ungewiss. Es kann doch zu einer reinen Freundschaft kommen oder es kann auch spicy zugehen. 

Bei Him, the Smile & bloom Ist das Besondere, dass jeder männlichen Figur eine Protagonistin zugeordnet ist. Man entscheidet sich also nicht für einen von mehreren männlichen Liebhabern, sondern für die Geschichte eines bestimmten Pärchens. 

Hinzukommt, dass es drei unterschiedliche Enden gibt. Es kann schon nach Kurzem zu einer reinen Freundschaft kommen, wodurch ihr mehrere Kapitel verpasst, aber auf lange Sicht auch zur großen Liebe.

Zudem habe ich im Internet recherchiert, welche Otome-Games spielenswert sind. Dabei wurde häufiger Him, the Smile & bloom als große Empfehlung genannt. 

Deshalb habe ich mich für dieses Spiel als Reisebegleitung entschieden. Als ersten Pfad habe ich während meines Fluges die Liebesbeziehung von Tenya gewählt. Er sah mit seinen roten Haaren einfach am frechesten aus, weder zu bubihaft noch zu arrogant. 

Doch was dann als Gameplay folgte, darauf war ich einfach nicht vorbereitet. Und das, obwohl ich schon einige Otome-Games gespielt habe. 

Der perfekte Partner von Anfang an 

Während des Durchgangs bin ich auf Tenya im Blumenladen aufmerksam geworden. Er arbeitete dort als Verkäufer und hatte gute Kenntnisse über all die Pflanzen, die dort zum Verkauf angeboten wurden.

Wie sich später herausstellte, ist sein Interesse für Blumen auf ein einziges Ereignis aus der gemeinsamen Schulzeit zurückzuführen. Dort war die Protagonistin noch Klassensprecherin und ist Tenya beim Gießen der Pflanzen begegnet. Dort soll sie wohl eine neue Motivation zum Lernen in Tenya entfacht haben und seitdem soll sich auch die Liebe zu Pflanzen entwickelt haben. 

Dieses eine Treffen soll aber auch der Grund sein, wieso die Protagonistin Tenya nie wieder aus dem Kopf gegangen ist, auch nicht nach all den Jahren, in denen sie sich nicht mehr gesehen haben. Das Gespräch mit der Protagonistin muss wohl so gut gewesen sein, dass sich Tenya seitdem schwer in sie verliebt und seitdem keine neue Liebe zugelassen hat. 

Und das habe ich auch leider in jedem einzelnen Gespräch gemerkt:

  • Es war direkt von Anfang an klar, dass Tenja romantische Gefühle für mich hat. Das Tempo, das er in der Beziehung vorgegeben hat, war extrem hoch.
  • Es hat an jeder Ecke nur so vor Schmeichelei und Lob getrieft. Die Gespräche waren einfach ekelhaft kitschig, sodass ich mich schon bei einfachem Händchenhalten mit diesem Typen unwohl gefühlt habe. 
  • Damit sich die Protagonisten bei dem Tempo noch wohlfühlen konnten, hat sie ein Zeitmodell entworfen. Demnach waren die beiden drei Tage in der Woche nur Freunde, drei Tage ein Liebespaar und den letzten Tag konnte die Protagonistin bestimmen. Also, ich.

Die Flirts könnt ihr euch ungefähr auf dem Niveau vorstellen von: „Oh, du hast da einen Fleck im Gesicht und ich wische ihn dir weg“ oder „Seit diesem Treffen bist du nicht mehr aus meinem Kopf gegangen, ich würde sterben, wenn wir nur Freunde bleiben“. 

Er hat mal einfach jeden Wunsch von den Lippen abgelesen und wurde als strahlender Held inszeniert, der für seine Freundin alles tun würde. Und das, obwohl die beiden nur ein Gespräch in ihrem Leben hatten. 

Es war ziemlich einfach, das allerbeste Ende mit Tenya freizuschalten, in dem sogar noch eine Spezial-Episode mit den beiden zu sehen ist. Denn ich musste einfach nur auf die Flirts von Tenya eingehen und ihm sagen, dass ich am letzten Tag keine reine Freundschaft, sondern eine echte Beziehung haben möchte. 

Dabei habe ich mich aber so schmierig gefühlt, dass ich gehofft habe, dass mein Sitznachbar im Flug kein Englisch konnte und dieses Fiasko an lobender Liebelei mitbekam. Im wahren Leben wäre ich nicht auf die übertriebenen Flirts eines Fremden eingegangen, aber für das Perfect Ending im Switch-Spiel musste ich da halt durch. 

Das Allerschlimmste hätte er jedoch nie mitbekommen können, da ich mit Kopfhörern gespielt habe, denn die Dialoge von Tenya waren komplett in japanischer Sprache vertont. Und. Zwar. Alles.

Bei einer wilden Knutscherei habe ich nur noch Schmatzgeräusche und Gestöhne gehört. Das Schlimmste dabei war, dass das Geknutsche über mehrere Dialogzeilen hinweg ging. Ich bin mit knallrotem Kopf im Sessel versunken und war zeitgleich wütend, dass es dabei nicht einmal juicy zugegangen ist, als dass sich diese Fremdscham gelohnt hätte.

Ich fand es einfach super schade, dass überhaupt keine Entwicklung der Beziehung stattgefunden hat. Der Partner hat mich von Anfang an ins Visier genommen und mich mit Komplimenten überschüttet, ohne dass ich selbst irgendwie Arbeit leisten musste. Das finde ich bei anderen Otome-Games deutlich besser gelöst. Hier hat mir der Reiz gefehlt, überhaupt um die Gunst des Partners zu kämpfen.

Deshalb ist mir auch die Lust auf einen zweiten Spieldurchgang vergangen. Ich weiß gar nicht, ob die anderen Männer auch so aggressiv gewesen wären, aber schon der erste hat mich in der Art abgeschreckt, dass ich das Spiel nie wieder anfassen werde.

Hattet ihr schon mal ein Spiel, bei dem ihr gehofft habt, dass euer Sitznachbar nicht auf euren Bildschirm schaut? Schreibt es mir gerne in die Kommentare. 

Auch mein MMO-Redakteur Nikolas Hernes berichtet regelmäßig über seine Gaming-Fails und was ihm für peinliche oder traurige Momente passiert sind. Kingdom Hearts hat beispielsweise einen ewigen Platz in seinem Herzen, doch er verbindet die Reihe auch mit einem extrem niederschmetternden Fehler: Eins meiner liebsten Action-RPGs habe ich jahrelang nicht angerührt, weil ich eine legendäre Waffe nach 60 Stunden versehentlich gelöscht habe

Quelle(n):
  1. Nintendo

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