Kickstarter lässt nach – Crowdfunding im freien Fall?

Beim Crowdfunding erzielt Kickstarter deutlich weniger Geld, als noch im Vorjahr. Doch was bedeutet das und woran liegt das?

Mangel an großen Projekten verringert Unterstützung

Seit einigen Jahren hat sich Crowdfunding als solide Methode etabliert, um ein Spieleprojekt auf die Beine zu stellen, ohne sich mit Publishern lange über die Finanzierung streiten zu müssen. Viele ambitionierte Projekte wurden ohnehin niemals angenommen, weil sie kein “Garant” für Gewinn waren – Experimente sind eben teuer. Viele Entwickler nutzten deshalb Kickstarter, um potenzielle Fans zu überzeugen und sich Geld spenden zu lassen, bis die Entwicklung des Spiels möglich sei.

Wie ICO Partners berichtet, sind die “Einnahmen” von Kickstarter in 2016 im Bereich der Videospiele aber alles andere als rosig. Von Januar bis Juni entschieden sich Backer dazu, ihre Projekte mit 8,2 Millionen Dollar zu unterstützen – im Vorjahr war es im selben Zeitraum doppelt so viel mit über 20 Millionen Dollar.

Keine Schwarzmalerei

Shenmue 3

Doch ganz so schrecklich ist das Bild dann doch nicht, das sich zeichnet. Der Rückgang lässt sich vor allem darauf zurückführen, dass wirklich “große” Projekte in diesem Jahr noch Mangelware sind. Im vergangenen Jahr machten alleine die beiden Spiele Shenmue 3 (6 Millionen) und Bloodstained: Ritual of the Night (5,5 Millionen) einen großen Teil der knapp 40 Millionen aus.

Das Ansehen vieler Kickstarter-Spiele ist über die Jahre auch gesunken, denn nachdem ein Spiel finanziert wurde, dauert es oft noch viele Jahre, bis die Unterstützer etwas zum Zocken erhalten. Im Schnitt dauert es knapp 29 Monate, bis ein Spiel wirklich veröffentlicht wird – prominente Beispiele sind hier Pillars of Eternity oder Wasteland 2.

Ein weiterer Grund für den Rückgang ist das Entstehen anderer Crowdfunding-Portale, die in direkter Konkurrenz zu Kickstarter stehen (etwa Startnext oder IndieGoGo). Doch ein Gutes hat die Sache auch: Die Anzahl der “Müllprojekte”, die bei 0$ hängen bleiben, nimmt drastisch ab. Offensichtlich sehen viele nun ein, dass ein Spiel auf Kickstarter nicht unbedingt einfacher finanziert wird – denn auch die Backer können kritisch und ablehnend sein.

Quelle(n): polygon.com
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Ectheltawar

Selbst mit “größeren” Titeln hoffe ich das es noch weiter zurück geht. Ich halte von dem ganzen Crowdfunding überhaupt nichts. Sinn des ganzen ist es die Entwicklungskosten für etwas, auf möglichst viele “Unwissende” abzuwälzen mit der Hoffnung das die Breite Masse nicht versteht, warum sie hier mit “kleinen” Beiträgen etwas unterstützen, das oftmals nicht grundlos keine andere Finanzquelle findet. Ein gutes und durchdachtes Projekt wird auch immer jemanden finden, der es finanziert. Das ergibt sich alleine aus der Logik heraus, das wer viel Geld besitzt, eben weit mehr davon hat wenn dieses für ihn arbeitet.

Viele Ideen die nun über Crowdfunding finanziert werden sollen, klingen zwar super, aber die reine Idee von etwas, ist selten Erfolgsversprechend. Neben der Idee selber gehören noch verdammt viele andere Aspekte dazu, etwas erfolgreich auf die Beine zu stellen. Leider hat man aber beim Crowdfunding nur einen Einblick in die Idee selber.

Ich denke es werden in den nächsten Jahren immer mehr und mehr Crowdfunding-Projekte platzen und mit jedem das eben am Ende nicht aufgeht, wird das ganze Betrugskonzept des Crowdfunding dann hoffentlich nach und nach zu Grabe getragen. Spätestens wenn die Saufenblase “Star Citizen” endlich platz, versteht hoffentlich auch der letzte Spieler das es zwar sicherlich einige Hersteller gibt die bewußt den Weg über Crowdfunding nehmen und hinter der Idee eben auch ein gutes Konzept, sowie ein Plan der Umsetzung stecken, selbiges aber für die meisten nicht gilt.

Und sollte sich nun einer der unzähligen “Star Citizen-Jünger” an meiner Erwähnung stoßen, dann bitte ich um Entschuldigung, ich respektiere euren Glauben an dieses tolle Projekt, aber erwarte eben auch das ihr respektiert das ich nicht daran glaube das da jemals das Spiel erscheinen wird, welches ihr seid Ewigkeiten mit eurem sauer verdienten Geld bewerft.

Loki

Für mich als nicht Crowdfunder sieht es oft so, als wäre das Crowdfunding das Mittel zum Zweck, damit alte Entwickler ihre Träume von vor 10 Jahren hinterherjagen können. Und Leute welche die Projekte unterstützen versuchen sich damit ein Stück Kindheit/Jugend wieder zu holen, weil sie mit den alten Games gefühlt mehr Spaß hatten. Ich werde nach wie vor kein Projekt unterstützen und den Entwickler damit einen kostenlosen Kredit geben für ein paar Goodies.

Psyclon

Die Clickbait-Schlagzeile, die sich bereits selber entschärft…^^
Ich halte nix von Crowdfunding. Es gibt zwei Dinge, die seit 10 Jahren negativ das Gaming beeinflussen: Crowdfunding und Pseudo-Retro-Spiele (Blockgrafik bei FullHD ist nicht “retro!”)

Ich hätte kein Problem damit, wenn sowohl Crowdfunding als auch die häufig damit finanzierten Billig-Games wieder verschwinden.

Cortyn

Es gibt durchaus postive Beispiele für Crowdfunding – wie etwa das oben erwähnte Wasteland 2, was ich für eines der besten Rollenspiele überhaupt halte.

Fly

Also dass das Gaming als solches davon negativ beeinflusst wird, würde ich nicht direkt sagen.
Ich selbst halte auch nicht allzuviel von Crowdfunding und da gibt’s sicherlich viele schwarze Schafe, aber solange auch gute Games bei rumkommen… Ich mein, selbst große Entwickler bringen Spiele raus, die Unsummen gekostet haben und trotzdem garantiert dass das nicht, das mir genau dieses Spiel jetzt Spaß machen muss. Fallout zB, hat mich nie gereizt. Ich hab jedem Teil eine Chance gegeben, aber da springt kein Funke über.
Und Blockgrafik, naja da versteh ich auch nicht so recht, inwieweit das einen negativen Einfluss hat. Ein “The Escapists” zum Beispiel würde – meiner Ansicht nach – in einer anderen Grafik nicht so gut funktionieren wie in der “Blockgrafik” die es nunmal hat. Sowas kann ja bei manchen Spielen auch den Charme ausmachen. Oder es funktioniert eben besser als eine “richtige” Darstellung. ^^

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