Goodgame Studios entlassen Mitarbeiter – Will das Unternehmen die Gründung eines Betriebsrats verhindern?

Die Hamburger Goodgame Studios sind durch Browser- und Free2Play-Games bekannt. Nun hagelt es aber Kritik für das Unternehmen, da man einige Mitarbeiter entlassen hat und der Vorwurf im Raum steht, dass damit die Gründung eines Betriebsrats verhindert werden solle.

In Unternehmen kommt es immer wieder zu Umstrukturierungen und Entlassungen. Daher wäre die Kündigung von 28 Mitarbeitern bei den Goodgame Studios eigentlich nicht ungewöhnlich. Hätte sich nicht ein ehemaliger Mitarbeiter zu Wort gemeldet, der nun behauptet, dass von diesen 28 Mitarbeitern 15 die Gründung eines Betriebsrats anstreben wollten. Im Dezember 2015/Januar 2016 hätte der Betriebsrat installiert werden sollen. Da ist es schon verwunderlich, dass ausgerechnet jetzt diese Entlassungen stattgefunden haben. Weiterhin behauptet der Ex-Angestellte, dass sich unter den gekündigten Mitarbeitern auch welche befinden sollen, die sich der Firma gegenüber kritisch geäußert hätten.

Wollen die Goodgame Studios keinen Betriebsrat?

Goodgame Empire
Das wohl bekannteste Spiel des Studios: Goodgame Empire

Nun könnte dies natürlich nur die Aussage eines gefrusteten ehemaligen Angestellten sein, der seinem Ex-Arbeitgeber eins auswischen möchte. Schaut man sich allerdings die Bewertungen der Goodgame Studios auf der Plattform Kununu an, so bekommt man den Eindruck, dass an der Geschichte doch etwas dran sein könnte. Denn auf Kununu liest man die Meinung vieler unzufriedener Angestellter der Firma, die sich einen Betriebsrat wünschen. Warum es keinen gibt, ist die große Frage. Eine Verpflichtung zur Gründung eines Betriebsrats besteht nicht und doch zeugt es schon von Respekt gegenüber den Angestellten, wenn man einen solchen im Unternehmen installiert.

Stellungnahme des Unternehmens

Goodgame-Studios-Camp
Das Gelände wird vorerst wohl leerer.

Die Goodgame Studios haben sich zu den Entlassungen geäußert, gehen aber nicht auf den Vorwurf der Torpedierung der Gründung eines Betriebsrats ein, sondern meinen lediglich: „Nach eingehender Prüfung hat das Unternehmen entschieden, sich aus betrieblichen Gründen, wie z.B. Leistungsdefiziten, von 28 Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen mit umgehender Wirkung zu trennen.“ Ob da nicht doch mehr dahinter steckt?

Quelle(n): mediabiz.de
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misquito78

Peter, deine Kommentare sind einfach lächerlich.

Ralf Lange

Zwei Gehaltserhöhungen in diesem Jahr und einen symbolischen Treuebonus für einen der betroffenen Mitarbeiter statt einer bei Schlechtleistung notwendigen Abmahnung sprechen eindeutig für Leistungsdefizite, die zu einer Kündigung führen mußten. Diese Tatsache führt die Aussage des PR Managers ad absurdum. Daneben gehört der Mitarbeiter zum Personenkreis mit besonderem Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz. Dies wurde einfach ignoriert. Weil der Mitarbeiter zum Personenkreis der Betriebsratsgründer gehört oder weil das Unternehmen tatsächlich über ausgesprochen schwache Führungskräfte verfügt??. Sei es wie es will, ich hoffe auf viele erfolgreiche Klagen vor dem Arbeitsgericht und evtl. Ermittlungen gegen das Unternehmen wegen der aktiven Behinderung der Gründung eines Betriebsrates. Das Vorzeigeunternehmen der Hansestadt Hamburg hat alle Gründe, sich lieber nicht vorzuzeigen, sondern sich gut zu verstecken.

Sebastian Paul

Und dann tritt Goodgame Studios auch noch nach, indem sie den Gekündigten nun öffentlich Leistungsdefizite nachsagen.

Wohl eines dieser typischen Startups die nur durch Ausbeutung der Arbeitnehmer erfolgreich sind und angemessene Bezahlung durch „hippe Atmosphäre“ ersetzen wollen.

M

Lasst euch doch nicht so verarschen, Arbeitnehmer.

Wenn ein Arbeitgeber die Gründung eines Betriebsrats aktiv zu verhindern sucht, macht er sich nach § 119 I Nr. 1 BetrVG strafbar. (Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr)
Ab zur Polizei.

Sollte man gekündigt werden, ab zum Anwalt.
In Deutschland gilt das Kündigungsschutzgesetz, das ab 10 Arbeitnehmern im Betrieb und 6 monatiger, ununterbrochener Beschäftigungsdauer Anwendung findet. Einfach mal so kündigen, ist dann nicht mehr möglich.
Es ist viel eher so, dass eine zu 100% gerichtsfeste Kündigung auszusprechen nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist. Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerrechten berechtigt den Arbeitgeber niemals deswegen zu kündigen.
Zu diesen Arbeitnehmerrechten gehört auch die Gründung eines Betriebsrats.

Nochmal:
Ab zur Polizei, und dann zum Anwalt, wenn man den Verdacht hat, dass man nur gekündigt wurde, weil man einen Betriebsrat gründen wollte!

Theojin

Mit solchen Bossen unterhält man sich dann nach Feierabend auf dem Parkplatz. Wäre nicht das erste und wohl auch nicht das letzte Mal.

Mal ganz davon abgesehen, daß die Spiele eh der größte Rotz sind.

misquito78

Mit den Bösschen würden das einige machen 🙂

Und ja, die Spielekopien sind echt der letzte Rotz.

Postfrosch1984

Es ist traurig zu sehen wie das gesetzt von manchen Arbeitgebern mit Füßen getreten wird. Sie begehen eine Straftat wenn sie das verhindern und verbieten können Sie es eigentlich nicht.

Natürlich würde ich auch nicht meinen Job dafür wegwerfen. Aber ich hoffe das von den gefeuerten Mitarbeitern wenigstens einige die Eier in der Hose haben und sie anzeigen. Solch ein Verhalten muss man bekämpfen.

Zifnab

Schon hart wenn das stimmen sollte. Kann ich mir aber gut vorstellen da sowohl im Unternehmen in dem ich arbeite als auch im Unternehmen eines Kumpels die Gründung eines Betriebsrats von der Geschäftsführung „verboten“ wurde – unter Androhung von fristlosen Entlassungen…

M

Sorry, aber sowas lässt man sich nicht gefallen.

Alleine durch die Androhung der Kündigung hat sich der Drohende nach § 119 I Nr. 1 BetrVG mit sehr großer Wahrscheinlichkeit strafbar gemacht.
(Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr)
Ab zur Polizei und den Betriebsrat trotzdem gründen.

Sollte trotz der Anzeige eine Kündigung zugehen, hält diese vor Gericht niemals stand.

Zefix

Und dann bist in ner Firma wo dich der Chef dermassen aufm Kieker hat dass du nach 2 Wochen freiwillig gehst, ob es das wert ist? Ein Arbeitsverhältnis gerichtlich zu erstreiten ist für beide Parteien meist unangenehm in der Folge

Psyclon

Ja, das ist egal. Wenn Du im BR bist hast Du Schutz. Verlässt Du ihn sogar noch 1 Jahr. Kündigungen (rechtmäßige, also die, die keinem Delikt oder ähnlichem anhängen) müssen durch den Betriebsrat – der lehnt das ganz einfach ab. Wenn Dich der Chef auf dem Kieker hat dann erstreite einfach eine Freistellung – dann ist er nicht greifbar. Oder sage einfach, du musst was für den BR tun. Das kann und darf er nicht verhindern. Da Du aber so Personalkosten verursachst und ihn ständig vor Gericht zerrst, ist es in seinem Interesse, das nicht zu tun 🙂

Das BetrVG ist sehr umfangreich. Das ist das Schöne an Deutschland.

Psyclon

Wurde bei uns auch so gemacht. Man hat sogar in den Aushängen am Schwarzen Brett (vorgeschrieben) einen kleinen grammatikalischen Fehler gefunden, der als Formfehler gewertet und somit die ganze BR-Wahl verzögert wurde. Mitarbeitern auf Teilzeit hat man Vollzeit angeboten, wenn sie das sabotieren und die Arbeitgeber-freundliche Mitgliederliste wählen etc.

Am Ende haben „wir“ guten gewonnen. Und ich war Schriftführer 🙂
Die sollten sofort dagegen angehen. Leistungsdefizit = Fristlose Kündigung? Nie sowas gehört. Wo soll das hinführen? Schlechten Tag gehabt, nicht alles geschafft -> Weg bisste?! Nee. Abmahnungen haben eine Daseinsberechtigung, und auch die werden sehr häufig vom Arbeitsgericht einkassiert.

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