Ein Problem hängt über WoW Forever wie ein Damoklesschwert

WoW Forever Money Question Mark titel title 1280x720

MeinMMO-Dämon Cortyn sieht ein Problem in WoW Forever – und zwar eines, das wir erst nach dem Release erkennen werden. Und das hat einen Grund.

Bevor World of Warcraft Forever angekündigt wurde, dachte ich mir: Auf so ein Classic+ habe ich eigentlich gar keine Lust. Doch wie so oft bei Blizzard-Spielen, hat man sich dann im Freundeskreis gegenseitig hochgeschaukelt, bis doch irgendwie alle Lust darauf hatten.

Inzwischen bin ich mir sicher: Ich werde zwar nicht ewig bei WoW Forever bleiben, doch zumindest ein paar Wochen werde ich reinschauen und dann immer mal wieder, wenn mir das moderne WoW zu hektisch ist oder ich einfach die neuen Inhalte in Forever sehen möchte.

Video starten
World of Warcraft: Forever im Ankündigungs-Trailer von der BlizzCon 2026

Doch es gibt ein Problem an WoW Forever, das bisher viele noch nicht auf dem Schirm oder es in ihr Unterbewusstsein verdrängt haben. Denn wir wissen inzwischen ziemlich ausführlich, was World of Warcraft Forever sein wird. Wir haben einen guten Eindruck davon, welche Mentalität die Entwickler an den Tag legen, welches Spielgefühl sie übermitteln wollen und wie ihr Fahrplan für die Zukunft aussieht.

Doch eine Sache wissen wir noch nicht: Wie genau soll sich WoW Forever finanzieren?

Forever wird nicht über das Abo finanziert – nicht in 2026

Viele werden nun die Stirn runzeln und sich fragen: „Hä, WoW hat doch ein Abo? Reicht das nicht?“

Da muss man einfach ganz realistisch sagen: Nein, das wird für ein Blizzard in 2026 nicht reichen.

Immerhin sind die Abo-Kosten das, was alle bereits aktiven WoW-Spielerinnen und -Spieler ohnehin bereits zahlen. Klar, WoW Forever wird größer und auch viele neue Leute ansprechen, aber es ist ein weiteres, eigenständiges Spiel, deren Entwickler bezahlt werden müssen und das Blizzard natürlich Geld einspielen soll. Es ist ja kein „Geschenk“ an die potenzielle Spielerschaft. Es ist am Ende ein Produkt, das Geld verdienen muss.

Wow Gold Handel Regeln
Irgendwie muss Forever Geld verdienen – irgendetwas wird also kosten müssen.

Was ausgeschlossen ist

Doch wie könnte WoW Forever noch zusätzlich Geld einnehmen? Ein paar Optionen haben die Entwickler bereits ausgeschlossen:

  • Charakter-Boosts soll es nicht geben, die fallen also weg.
  • Die WoW-Marke würde das „Classic“-Gefühl beschädigen, ist also auch keine Option.

WoW Forever hat ein Transmog-System, daher würde es sich anbieten, ähnlich wie im modernen WoW, kosmetische Gegenstände im Shop zu verkaufen.

WoW Token Game Master No titel title 1280x720
Die WoW-Marke wird es in Forever wohl nicht geben.

Doch schon bei dem Punkt denke ich mir: Das könnte bereits auf Widerwillen stoßen, zumal Transmog ein optionales Feature in Forever ist. Man kann es aktivieren, muss es aber nicht.

Neue Spielerfahrungen für Cash – Eine mögliche Option

Wahrscheinlicher ist, das denke ich zumindest, dass Blizzard alle paar Monate einen größeren Patch rausbringt, der die Spielwelt erweitert. Diese Erweiterung bringt dann womöglich ein spielbares Volk oder gar eine neue Klasse mit sich.

Diese Völker oder diese Klassen könnten dann hinter einer Paywall zu finden sein. Wer weiß, ob man später nicht für die Hochelfen bezahlen muss oder sich die neue Klasse des Barden für 20 oder 30 Euro erkaufen muss. Immerhin werden viele neue Klassen bereits diskutiert.

Immerhin ist das schon bei den Himmelsgeborenen der Fall. Wer sie spielen will, muss Geld bezahlen. Das wird zwar auch schon kontrovers diskutiert, stört die allermeisten Leute aber nicht so sehr – denn für viele passen die Himmelsgeborenen ohnehin nicht in „ihr“ Classic und da es coole Alternativen gibt, wie einen untoten Paladin, fällt das noch nicht so ins Gewicht.

WOW Shadowlands keine Hochelfen undead lacht titel
Hochelfen nur gegen Geld? Das könnte passieren.

Doch wenn ich im Kopf alle Optionen durchgehe, bleibt letztlich nur das. WoW Forever wird zwar „ewig“ weiterentwickelt und bekommt neue Gebiete, Ruf-Fraktionen und Aufgaben – doch die großen Highlights, wie neue Klassen oder Völker, könnte ich mir gut hinter Kauf-Angeboten vorstellen (so wenig mir das auch gefällt).

Gepaart werden könnte das wieder mit Bundles, die dann noch mehr kosten, im Sinne von: „Kaufe hier das Volk der Hochelfen und erhalte dafür im modernen WoW noch ein Housing-Item und in HotS den Hochelfen-Skin für Xal’atath.“

Die Schmerzgrenze der Community muss ausgetestet werden

Womöglich nimmt Blizzard auch einen Mittelweg, den die meisten eher zähneknirschend hinnehmen würden: Vorabzugang. Wer bezahlt, kann die neue Klasse oder das neue Volk schon ein paar Tage vorher spielen. In einem Forever, bei dem der Weg das Ziel ist, wäre das nicht so schlimm – dann spielt man die neue Klasse halt ein paar Tage später.

Vielleicht irre ich mich ja auch. Vielleicht lockt WoW Forever ja tatsächlich so viele Spieler an, dass Blizzard sich mit den Abokosten vollkommen zufrieden gibt. Doch je länger ich über diese Möglichkeit nachdenke, desto eher denke ich: Das ist zu schön, um wirklich wahr zu sein.

Es ist auf jeden Fall clever von Blizzard, das nicht schon im Vorfeld zu verraten. Denn so werden alle interessierten Spielerinnen und Spieler erst einmal in WoW Forever durchstarten und einige Wochen zocken. Da baut man dann schon ordentlich „Sunk Cost Falacy“ auf – also das „eskalierende Commitment“: Je mehr Zeit oder Ressourcen man schon investiert hat, desto schwieriger wird es, wieder aufzuhören, auch wenn einem bestimmte Dinge nicht gefallen.

Aber wie seht ihr das? Was glaubt ihr, wie wird WoW Forever monetarisiert und wo will Blizzard das Geld reinholen? Welche Art von Monetarisierung fändet ihr in Ordnung und welche wäre problematisch oder würde euch gar zum Aufhören bewegen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.
Manche Spieler sind in WoW Forever ohnehin kurios: Sie kaufen schon während der Beta Gold.

Kommentare

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Damian

Ich halte es für ein ziemliches Problem, dass Blizzard gerade einen Riesenhype um WoW forever aufbaut und dass viele Spieler, bereits nach kurzer Zeit nach dem Release vom Game enttäuscht sein werden, da es sich wirklich so viel extrem zäher als Retail spielt und kaum Spießfluss entsteht. Das Leveln fühlt sich wirklich wie eine quälende Arbeit an.

Ich bezweifle, dass es soviele puristische Classic-Spieler gibt, die das Game refinanzieren werden. Entweder wird Blizzard dann das Game versuchen über Veränderungen zugänglicher zu gestalten, was die Classic-Fans abstoßen wird oder es wird nicht verändert und eine ganze Menge bisheriger Retail-Spieler mit viel Hoffnung auf ein neues MMO-Konzept werden wieder verschwinden. Es ist ein riskantes Manöver von Blizzard.

Katsuno

Mach mich damit vielleicht noch unbeliebter, aber sowohl Transmoggs im Shop sowie Rassen und Klassen per Paket freizuschalten, sind für mich absolut in Ordnung und ich empfinde es auch nicht als unfair.
Alles ist optional und damit absolut freiwillig und das ist schon wieder ein Risiko für ein Unternehmen, da man nie weiß, was wird wirklich gekauft wird und was
nicht.

Das man auf biegen und brechen gewinn machen MUSS ist leider ein übler Teufel in der heutigen Zeit, ein Unternehmen was nach Abschluss aller geforderten Zahlungen, Löhne, Gewinnerwartungen usw auf 0€ kommt und dafür Tausende, Hunderttausende oder gar Millionen Spieler glücklich macht, würde theoretisch auch mehr als ausreichen. Meist geht es ja nur noch darum Übergewinne zu produzieren um damit Investoren zu befriedigen, die aber auch mit einem Erfolgreichem Produkt bei den geplanten Erwartungen, Gewinne machen.
Am Ende ist es also dann doch nur pure Gier? ^^

2
0
Sag uns Deine Meinungx