Die Beta von WoW Forever ist vorbei. Die Stimmung ist gut, aber es gibt noch viele offene Fragen.
Ziemlich genau einen Monat lang lief die Beta-Version von World of Warcraft Forever. Das war der perfekte Zeitraum, um schon einen Blick auf die neue WoW-Variante zu werfen, aber auch viele Fragen zu beantworten. Wir wissen, welche Vision die Entwickler verfolgen, wie ihre Meinung zu modernen Features wie dem Housing ist oder auch, wie rigoros sie gegen Goldhandel vorgehen und sich dafür sogar eine neue Art der Accountsperre überlegt haben.
Kaum jemand wird bezweifeln, dass Blizzard mit World of Warcraft Forever eine buchstäbliche Goldgrube erfunden hat. Egal ob aktuelle oder ehemalige Spielerinnen und Spieler oder sogar jene, die bisher nie den Schritt gewagt haben: Das Interesse an WoW Forever ist riesig.
Schaut man sich verschiedene Schätzungen an, gehen die meisten davon aus, dass Forever die Spielerschaft des MMORPGs um 50 % bis 100 % steigern könnte – wenn auch wohl nur temporär.
Klar ist nämlich auch, dass WoW Forever eine Menge „Touristen“ anlocken wird. Jene Spielerinnen und Spieler, die nur zum Launch einige Wochen reinschauen. Vielleicht kommen sie aus Midnight, vielleicht sind es Classic-Puristen oder gänzlich neue Helden.
Doch viele werden nach dem ersten Andrang wieder gehen. Denn WoW Forever ist ein langsames Spiel, das auf viel Komfort verzichtet. Es ist bedeutend langsamer als WoW Midnight, aber ein klein wenig schneller als WoW Classic. Kein wirklicher Mittelweg, aber doch irgendwo dazwischen angesiedelt.

Die Beta zeigte: Probleme und Unklarheiten gibt es viele
Doch so positiv der Ausblick auf Forever auch ist, die Beta hat auch eine Menge Unklarheiten und Probleme aufgezeigt.
Allen voran sorgt die Struktur der Mega-Server für Probleme, gerade beim Layering / Sharding. Denn immer wieder kommt es vor, gerade beim Grenzübergang zwischen zwei Gebieten, dass man bekannte Gesichter aus den Augen verliert und in eine andere „Instanz“ des Gebietes gesteckt wird, als die Heldinnen und Helden, denen man in den letzten Stunden begegnet ist.
Besonders deutlich wird das bei Reisen mit dem Zeppelin oder dem Schiff. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn sonst leidet das Gefühl einer lebendigen Welt, die man sich mit anderen teilt, massiv.
Ebenfalls ungewiss ist, wie die „horizontale Progression“, die in WoW Forever eben „ewig“ fortlaufen soll und Erspieltes nicht entwertet, wirklich aussehen wird. Bisher ist das nämlich nur ein Lippenbekenntnis und wie das Spiel auch in ein, zwei oder fünf Jahren noch interessant bleiben soll, wissen wir schlicht nicht.
Zuletzt bleibt abzuwarten, wie Blizzard mit WoW Forever Geld verdienen will. Das Abo ist nur ein kleiner Posten und wenn man sich die anderen Versionen von WoW anschaut, gibt es immer mehr Shop-Angebote oder Bundles. Möglich wären in Forever etwa neue Klassen oder Völker.
Das Positive überwiegt
Doch egal, welche Probleme und Sorgen es auch gibt: Die Beta hat die allermeisten überzeugt. Wer auch nur einen Funken Liebe für das klassische WoW im Leib trägt, der wird sich ein weiteres Mal in Azeroth verlieben und konnte das schon während der Beta tun.
Es haben sich zahlreiche Communitys gegründet, das Subreddit zu WoW Forever ist rasch gewachsen und schon jetzt ist klar: Das wird ein starkes Standbein für Warcraft, die angepeilte dritte Säule neben Classic und dem modernen Spiel.
Das Fazit ist allerdings eindeutig: Blizzard sitzt mit World of Warcraft Forever auf einer Goldgrube. Schlicht und ergreifend, weil das Spiel Spaß macht und so viel Altbewährtes und zugleich Interessantes, Neues enthält, das es Millionen Spieler für eine Weile begeistern wird. Die Entwickler müssen nur abliefern – und bisher tun sie das.
Aber kommen wir nun zu euch! Wir können den lieben langen Tag natürlich viel schreiben, wie wir von MeinMMO die Beta empfunden haben, aber wir wollen auch von euch wissen, was eure Eindrücke waren. Daher haben wir hier eine Umfrage, an der ihr gerne teilnehmen könnt.
Wenn euch die Auswahlmöglichkeiten etwas zu kompakt sind, schreibt doch gerne auch einen Kommentar und erklärt uns, was euch an der Beta von WoW Forever gefallen hat, wie ihr sie wahrgenommen habt und was die Entwickler noch adressieren müssen.
Cortyn meint: Ich habe vergleichsweise wenig Zeit in der Beta von WoW Forever verbracht, weil ich mir das Erlebnis zum Launch nicht ruinieren wollte. Doch nach jeder neuen Version der Beta habe ich zumindest kurz eingeloggt und mir einen Eindruck von den Änderungen gemacht.
Mein persönliches Highlight sind die Wetter-Effekte. Als ich nachts im Wald von Elwynn stand und ein Gewitter ausbrach, ist mir wirklich der Mund weit aufgeklappt. Der Wald sah so finster, so bedrohlich und gleichzeitig so wunderschön aus, wie ich das bei den uralten Texturen des Waldes nicht für möglich gehalten hätte. Alleine diese Änderung trägt so viel zur Atmosphäre für mich bei – zusammen mit den überarbeiteten Sounds – dass die Reise auf Stufe 60 ein immersives Erlebnis wird.
Doch auch ich habe noch Sorgen. Denn während der Reise auf Stufe 30 hat die Community viele Fehler und Bugs ausfindig gemacht, die behoben werden mussten. Da scheint es unwahrscheinlich zu sein, dass der Bereich von Stufe 30 bis 60 ohne Fehler auskommen wird. Meine Befürchtung ist also, dass wir die ersten Wochen sehr viele Bugs erleben werden. Doch vielleicht irre ich mich ja. Es wäre immerhin schön, wenn man dieses Chaos nicht vom modernen WoW übernimmt.
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