Mit der zweiten Saison in The Elder Scrolls Online kommen wieder einige alte Inhalte ins Base-Game, ab dem 9. November 2026 auch die Lieblingsstadt von Redakteurin Sophia Weiß. Sie ist schon unglaublich heiß darauf, wieder in die Lore des einen verschwundenen Skyrim-Volkes einzutauchen.
The Elder Scrolls V: Skyrim ist, genauso wie seine Provinz, riesig und teilweise im MMORPG The Elder Scrolls Online erkundbar. Am 9. November kommt endlich meine Lieblingsstadt aus Skyrim in das Base-Game von ESO: Markarth. Die westlichste Stadt der Provinz liegt in den an Hochfels grenzenden Bergen. Aber Markarth ist nicht einfach nur irgendeine zufällige Hauptstadt eines Fürstentums:
Die heutige
Stadt Markarth wurde von den Bewohnern Skyrims nicht selbst erbaut, sondern in die sehr gut erhaltenen Ruinen einer alten Dwemer-Festung gezimmert. Wann genau die Dwemer ihre ursprüngliche Niederlassung wiederum in den Fels getrieben haben, ist nicht bekannt. Denn die Dwemer sind eines der großen Geheimnisse des Elder-Scrolls-Universums.
Das Volk ist einfach spurlos verschwunden – wie von Thanos aus dem Marvel-Universum weggeschnippt. In Markarth scheint noch ein Hauch dieser verlorenen Zivilisation zu leben. Deshalb liebe ich die Stadt so sehr und habe so einige Stunden damit verbracht, jede Dwemer-Ruinen nach neuen Informationen über ihren Verbleib abzusuchen.
Was bleibt, sind nur Ruinen
Wer in Skyrim sein Unwesen treibt – egal ob im Single-Player-Game oder im MMORPG – wird über kurz oder lang eine der unterirdischen Dwemer-Festungen entdecken. Dabei handelt es sich um seit dem 8. Jahrhundert der ersten Ära verlassene Dungeons, in Stein gemeißelt von einem Volk, das aus dem kollektiven Gedächtnis der Welt verschwunden ist.
Die Dwemer, oft ihrer normalen Statur zum Trotz als die Zwerge
von Tamriel bezeichnet, hatten laut der Lore einen gemeinsamen Vorfahren mit den Elfen. Sie bauten ihre Reiche in die Berge und den Untergrund Skyrims. Anders als die weiteren Volksgruppen setzten sie aber weniger auf Magie und industrialisierten sich bis zu einem gewissen Grad.
Ihre Ruinen sind bis heute von mechanischen Konstrukten bevölkert und viel ihrer rudimentären Technik funktioniert auch zur Zeit des letzten Drachengeborenen noch. Das macht das Erkunden recht gefährlich – für den Spieler, wie aber auch für das blinde Elfenvolk der Falmer, die ebenfalls im Untergrund leben. Dafür findet man hier aber auch guten Loot, wie die Zwergenrüstungen sowie -waffen.
In The Elder Scrolls 3: Morrowind kann der sogenannte letzte Dwemer getroffen werden. Yagrum Bagarn war Handwerker, Architekt und Ingenieur. Aufgrund einer Krankheit bewegt er sich nur noch mit einem spinnenartigen Läufer vorwärts. Im gleichen Game treten auch Dwemergeister auf, weswegen wir wissen, dass sie eine normale Statur hatten.
Doch obwohl der Dwemer im Spiel auftaucht, wird nie ganz genau klar, warum er überhaupt der letzte seiner Art ist und was mit dem Rest seines Volkes passiert ist.
Ich selbst und vermutlich eine beachtliche Portion der Elder-Scrolls-Spieler wollen wissen, was mit den Dwemern passiert ist. Sie sind von heute auf morgen mitten in der ersten Ära einfach verschwunden. Mit Sack und Pack, mit Mann und Maus. Als hätten sie kollektiv beschlossen, sich nachts davon zu schleichen.
Das Gemeine ist, dass es keine offizielle, gesicherte Erklärung dafür gibt. Aber es gibt Theorien.


Von Göttern weggeschnippst oder von der verbotenen Frucht genascht?
Die Dwemer waren ausgesprochene Atheisten. Sie glaubten also nicht an die Götter von Tamriel und lehnten jegliche Verehrung von Göttern komplett ab. Der Zwerg Kagrenac versuchte im Rahmen der Aktion Gegenschöpfung
einen Maschinengott zu bauen. Dafür wollte er das Herz des verstorbenen Gottes Lorkhan benutzen.
Die Chimer, Vorfahren der eflischen Dunmer, bekamen aber Wind von dem Plan und unterbanden diese Ketzerei in der Schlacht am Roten Berg. Die Dwemer scheiterten und kurz darauf war das gesamte Volk wie vom Erdboden verschluckt.
Was ist also passiert? Sicher, verifiziert und bestätigt wissen wir es nicht. Aber vermutlich hat es etwas mit der Aktion Gegenschöpfung zu tun. Auf Reddit fasst ein Nutzer es als [Die Dwemer] haben Mist gebaut und die Konsequenzen des Herumspielens mit dem Herzen eines toten Gottes abbekommen
zusammen.
Die Götter von Tamriel und des Planeten Nirn sind echt, das ist sicher. Sie sind existierende Entitäten, die in die Geschehnisse der Welt eingreifen können. Wenn das herumspielen mit dem Herzen eines toten Gottes die Auslöschung des Volkes nicht hervorgebracht hat, dann könnte auch ein lebender Kollege des verstorbenen Lorkhan den Thanos für die Dwemer gemacht haben.
Der letzte Dwemer, Yagrum Bagarn, erklärt das Verschwinden seines Volkes in Morrowind ebenfalls als Konsequenz der Experimente mit dem Herz von Lorkhan. Seine Leute seien auf eine andere Existenzebene geschickt worden. Wohin genau weiß Yagrum aber nicht.
Eine andere Theorie geht sehr auf die Meta-Ebene: Die Dwemer hätten Götter werden wollen.
In dieser Theorie wird das Leben auf Nirn wie ein Traum beschrieben. Um Gott zu sein, müsse man gleichzeitig träumen und wach sein. Wie wenn man etwas Cooles geträumt hat und den Wecker auf Snooze stellt, damit man noch ein bisschen weiter träumen und die Geschehnisse beeinflussen kann. Die Dwemer aber seien einfach nur aufgewacht (via Reddit).
Diese Theorie basiert auf den Aussagen von Michael Kirkbride. Der ehemalige Autor, Produzent und Künstler von The Elder Scrolls erklärte, eine schlafende Gottheit würde das gesamte Universum träumen. Um in diesem Universum selbst Gott zu sein, müsse man sich darüber im Klaren sein, dass man in einem Traum agiere.
Eine abgewandelte Form dieser Theorie wird ebenfalls auf Reddit erklärt: Die Dwemer hätten die Existenz des träumenden Gottes und die Wahrheit, dass Nirn nur ein Traum ist, erkannt. Aber als ein intellektuelles Volk, das nicht an Götter glaubt und rational agieren und denken will, hätten sie auch verstanden, dass sie technisch gesehen nicht existieren. Und so hörten sie auf zu existieren.
Den nächsten großen Batzen an Elder-Scrolls-Lore wird es vermutlich erst mit The Elder Scrolls VI geben. Dieses Spiel wird aber in absehbarer Zukunft nicht erscheinen. Ich rechne nicht vor 2028 damit und das ist, glaube ich, schon sehr optimistisch. 2030 fühlt sich für mich realistischer an. Und auch dann ist nicht sicher, ob wir viel Neues über die Dwemer lernen werden. Die Hoffnung stirbt aber ja bekanntlich zuletzt!
Die Zeit dazwischen werde ich also mit anderen Spielen strecken. Eventuell steht diesen Winter auch einfach nochmal ein Skyrim-Run mit moderner Grafik an. Oder alternativ könnte ich mich natürlich auch mal wieder in The Elder Scrolls Online wagen und ab November das Multiplayer-Markarth nach neuen Erkenntnissen durchsuchen. Alles zur neuen Season rund um Skyrim lest ihr hier: Elder Scrolls Online schenkt euch jetzt „Skyrim“ und 2 Verliese
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