Black Desert: Crafting, Posten und Handeln – eine Liebesgeschichte
Bier brauen statt Monster hauen

Das neue Korea-MMORPG Black Desert begeistert unseren Autor Schuhmann, weil es so anders ist. Vor allem das Handwerk und Handeln haben es ihm angetan.

Letztes Jahr war ja bei MMORPGs echt nicht viel los. Jetzt kamen in 2016 gleich zwei in den ersten Monaten. Während ich mich in Blade and Soul relativ schnell wie zu Hause fühlte, blieb mir Black Desert während der Beta-Termine seltsam fremd.

Jetzt hab ich, wie viele von Euch, einige Stunden im Spiel verbracht, bin langsam mit den fremden Mechaniken warm geworden und muss sagen: Es ist wunderbar, mal wieder etwas Neues zu entdecken. Und ich hab gemerkt, wie leid ich das immer gleiche Ritual von „Quest annehmen, Mobs töten, Quest abgeben“ geworden bin.

Das Wirtschafts- und Crafting-System in Black Desert

In Black Desert hat mich daher vor allem das Wirtschafts- und Crafting-System fasziniert. Denn es gibt ganz verschiedene Arten, das Game zu spielen.

Black-Desert-Stuhl

Wenn man es nur darauf abgesehen hat, möglichst schnell auf Stufe 50 zu kommen, kann man im Prinzip alles ignorieren, nur Mobs klatschen, zum nächsten Spot ziehen und ist dann nach so 15 Stunden auf Stufe 50 und kann von da weitermachen, sich mit dem PvP beschäftigen und ähnliches.

Das ist jetzt nichts, was mich wirklich interessiert, obwohl das Kampfsystem so gut von der Hand geht, dass ich keine Probleme damit hab, 30 Minuten dieselben Mobs zu schnetzeln.

Black-Desert-ArbeiterAber mich fasziniert die Alternative. Denn es ist möglich, ein eigenes Handelsimperium in Black Desert zu errichten – mit Angestellten, Außenposten, Prodkutionskreisläufen, das volle Programm. Und das ist so mein Faible, ich hab früher schon immer neben MMOs gerne Wirtschaftssimulationen gespielt. Mein Versuch, WoW als Wirtsschaftssimulation zu spielen, lief jetzt nicht so super und endete mit einem Bann durch Blizzard (diese Spielverderber!), aber in Black Desert sollte mein Handeslimperium endlich virtuelle Reaität werden!

Beitragspunkte treiben mich im Moment an

Dafür sind „Beitragspunkte“ wichtig. Die bekommt man, indem man verschiedene Arten von Quests löst, oft geht es da um Handwerks-Quests. Und mit diesen Beitragspunkten kann man „Knotenpunkte“ freischalten oder etwa ein Gebäude kaufen, um dort ein Lager, eine Wohnstätte für Arbeiter oder zahlreiche Produktionsbetriebe einzurichten.

Die Beitragspunkte entscheiden sozusagen über die „Größe“ des eigenen Netztes.

Handels-Netz-BD

Die Idee ist: Die einzelnen Farmen, Steinbrüche und sonstigen Punkte miteinander zu verbinden, um ein „Handelsnetz“ zu bauen. In der Stadt selbst, die den Mittelpunkt des Netz bildet, kann man dann sein Lager einrichten. Häuser für seine Arbeiter anrichten und im eigenen „Haus“ auch noch ein bisschen Crafting machen. Denn der eigene Charakter kann etwa Rohstoffe veredeln oder natürlich selbst einiges abbauen.

Die Arbeiter, die man in seinem Besitz hat, kann man dann aussenden, um an den Farmen oder in den Steinbrüchen oder Wäldern, die man im eigenen Netz hat, zu arbeiten. Die Rohstoffe packen sie dann ins Lager. Und von dort kann man sie entweder schlicht verkaufen oder zu schicken Items weiterverarbeiten (wie Waffen etwa) oder zu Handelswaren, die man dann wiederum bei Händlern verkaufen kann, vorausgesetzt, die sind im Netz verbunden.

Der erste Produktionszyklus

Arbeiter brauchen regelmäßig Futter, um bei Kräften zu bleiben. Ein typischer „erster“ Produktionszyklus ist es, einen Arbeiter „Kartoffeln“ anbauen zu lassen. Und dann mit diesen Kartoffeln und drei Items, die man beim Gastwirt kaufen kann (Wasser, Zucker und Gärungsmittel) im eigenen Haus Bier zu brauen. Das Bier kann man dann dem Angestellten verabreichen, damit er weiterarbeitet.

Black-Desert-Seehandel

Das klingt jetzt alles nicht so spannend, macht mir aber irgendwie richtig viel Spaß. Die Arbeiter können Qualitätsstufen aufsteigen, haben kleine Boni bei Levelaufstiegen, die sie für einen bestimmten Job prädestinieren. Mit einem Esel durch die Gegend zu tuckern, um auf der anderen Seiten des Kontinents Handelswaren zu verticken, darüber nachzudenken, wie man etwa eine Kutsche bekommt, um noch mehr Items zu transporiteren und die Produktionsläufe weiter zu verfeinern, macht mir richtig Bock.

Natürlich könnte ich mir in irgendwelchen schlauen Guides das Wissen aneigenen, welche Items am meisten Geld bringen, wie man die Superwaffen herstellt, für die die Grinder dann tief in die Tasche greifen. Normalerweise würde ich das auch ohne mit der Wimper zu zucken machen, aber irgendwie ist der Reiz des Neuen bei Black Desert so stark, dass ich das lieber selbst herausfinden möchte.

Endlich mal wieder Spaß vor Stufe 50

Im Spiel komme ich so nur ziemlich lahm voran, es gilt dann neue Quests zu machen und zwangsweise aufzusteigen, um an andere Rohstoffe heranzukommen oder um weitere Produktionsstätten zu erschließen.
Mein eigentliches „Level“ ist mir da ziemlich egal. Ich schau dann eher auf die verschiedenen „Skill-Level“ bei den Handwerksfertigkeiten, denn die schalten wiederum neue Rezepte frei.

Ich hab während des Spielens gemerkt, wie entspannend es ist, endlich mal wieder was anderes als „immer dasselbe“ in MMORPGs zu machen. Und dass man sogar vor dem Maximal-Level schon was machen kann, ist für mich eine wirklich schöne Sache.

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